Kundenmeinungen
Aktiv vs. Passiv, 19. Oktober 2008
Mit einer Vielzahl von Beispielen überzeugte mich Gerd Kommer vom Unmöglichen: Aktienfonds, verwaltet von Managern mit Millionengehalt bringen weniger Rendite als passiv angelegte Fonds (genannt ETF). Gerd Kommer zeigt anhand von Studien auf, dass eine überdurchschnittliche Rendite bei Fonds eher als Zufall zu werten ist und das Währungsabsicherungen nur eine kostspielige Versicherung sind. Gegen die aktiven Fonds sprechen auch die hohen Gebühren, mit denen selbige Verbunden sind. Bis zu 2% Rendite p.a. kann der Anleger bei einem aktiv gemanegetem Fonds verlieren.Wie also gewinnt man das Spiel gegen die Finanzbranche und ihre Gebührenlast? Gerd Kommer`s Antwort sind Exchange Traded Funds (ETFs), also Fonds die nicht aktiv verwaltet werden. Stattdessen wird einfach ein Index wie der DAX oder der DOW JONES nachgebildet. Dank niedriger Gebühren von unter einem Prozent ist ein ETF in der Regel eine bessere Anlageform als ein aktiver Fonds.Das Buch ist zwar sehr überzeugend geschrieben hat aber auch Mängel. Es wird empfohlen auf den MSCI WORLD Value zu setzen. Hierzu gibt es in Deutschland (noch) kein Produkt. Aktuelle Problemthemen wie SWAP oder Abgeltungssteuer werden nicht behandelt, eine Homepage für frische Infos und ETF - Empfehlungen fehlt ebenso.
Prophetische Worte?, 16. Oktober 2008
Passive Indexfonds schlagen langfristig 90% und mehr aller aktiv gemanagten Investmentfonds. Auf die Kernthese des Buches möchte ich nicht weiter eingehen; sie wurde bereits mehrfach gewürdigt. Auch nicht auf Kommers konkreten Vorschlag für ein "Indexing-Weltportfolio" (S. 230 ff.). Angesichts des stetig wachsenden Angebots an Indexfonds und ETFs, muss sich jeder sein eigenes Portfolio zusammenstellen. Die Grundlinien aber stimmen und man kann das Buch gerade angesichts der aktuellen Finanzkrise mit großem Nutzen lesen. Drei Punkte möchte ich hervorheben.1) Indexzertifikate:"Aufgrund ihrer juristischen Struktur als Bankschuldverschreibungen unterliegen Indexzertifikate einem Bonitätsrisiko (dem Konkursrisiko der Emissionsbank) [Lehman Brothers !!; Anm. d. Verf.]. Dieses Risiko wird von vielen Zertifikatsanlegern leider unterschätzt [und von Bankberatern verschwiegen; Anm. d. Verf.]; es trifft insbesondere Anleger, die das Produkt für die langfristige Vermögensbildung/Altersvorsorge halten. Es empfiehlt sich daher, nicht mehr als 5 Prozent seines Gesamtvermögens in Zertifikate einer einzelnen Bank zu investieren und nicht mehr als 15 Prozent ... insgesamt." (S. 178)2) Die bevorstehende Abgeltungssteuer: Dazu rät Kommer: "Zu überlegen wäre ..., ob man seine Aktienquote aus steuerlichen Gründen noch unmittelbar vor dem 1.1.2009 vorübergehend bis an die Grenze des persönlich Vertretbaren "hochfahren" sollte, denn die realisierten Kursgewinne dieser Aktien bleiben auch nach 2009 steuerfrei ... Jedem, der diesen Weg gehen möchte, muss jedoch bewusst sein, dass sein Gesamtportfoliorisiko damit eventuell für mehrere Jahre deutlich zunimmt." (S. 248)3) Was tun im Crash?"Über die Zukunft weiß niemand etwas Genaues - aber zwei Dinge stehen fest: Erstens, der nächste Crash kommt bestimmt. Zweitens: Die meisten Anleger werden in diesem Crash Panikverkäufe vornehmen, die sie teuer zu stehen kommen. Vermeiden Sie es zu dieser bedauernswerten Gruppe zu gehören." (S. 266)Muss man dem Autor deshalb seherische Fähigkeiten attestieren? Natürlich nicht; dafür aber gesunden Menschenverstand. Ob ein diversifiziertes, "passives" Portfolio die Stürme der Finanzkrise gut übersteht, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen - ich denke schon. Auf jeden Fall braucht man einen langen Atem.Kleinere Mankos sind die ungenügende Darstellung der steuerlichen Feinheiten - dies wurde bereits von einem Rezensenten bemängelt und die für mathematische Laien z.T. schwer verständlichen Ausführungen, obwohl Kommer in der Einleitung behauptet, "[m]athematische Vorkenntnisse jenseits der Grundrechenarten und einfacher Zinsrechnung" seien nicht notwendig. Deshalb "nur" vier Sterne.
Das beste Investmentbuch für Privatanleger, 2. August 2008
Gerd Kommers Buch über Indexanlagen vermittelt zunächst eine Kapitalmarkttheorie, die unmittelbar einsichtig ist. Anschließend werden die Finanzdienstleistungsindustrie, die Fachpresse, und all die vielen "Börsenexperten" mit schlüssigen Beweisen entzaubert. Konsequenz: Für den Privatanleger lohnt langfristig nur ein gut diversifiziertes Portfolio aus Indexanlagen. Alle diese Ausführungen sind gut geschrieben und in sich schlüssig. Jeder Privatanleger sollte dieses Buch unbedingt gelesen haben, da es ihn vor vielen Fehlern bewahren kann - ausserdem spart man schon allein dadurch eine Menge Geld, daß man nach der Lektüre dieses Buches keine Fachzeitschriften und Fschbücher mehr braucht. Einzige Ausnahme: Vor Gerd Kommers Buch könnte man die "Neuroökonomie" von Jason Zweig lesen.Einziger Kritikpunkt: Bei keiner einzigen Bank lässt sich im Moment die im Buch beschriebene Strategie 100%ig umsetzen, da es zwar nicht an geeigneten ETF's, aber an (günstigen!!!) ETF-Sparplänen fehlt. Und nur wenige Privatanleger dürften eine ausreichend große Geldsumme haben, die sie für 20 - 30 Jahre entbehren und auf der Bank arbeiten lassen können. (Von dem Rest der Summe kaufen sich diese Anleger spätestens beim nächsten Börsencrash dann doch lieber einen Porsche oder machen eine Weltreise - nachdem sie am Tiefpunkt der Krise ängstlich geworden sind, und ihre private Altersvorsorge zu Butterbrotpreisen verhökert haben...)Kurz - die Strategie ist für private Anleger realistisch nur mit günstigen ETF-Sparplänen wirklich umsetzbar, die es aber im Moment noch nicht gibt.
Beeindruckend, 3. Juni 2008
- zumindest für einen Laien der sich erstmals mit diesem Thema beschäftigt. Eben noch wollte man einen aktiven Fonds kaufen, stößt dann aber selbst auf einige Ungereimtheiten und erkundigt sich und landet dann ziemlich schnell beim Kommer, kurz vor der A-Steuer wahrscheinlich ein Bestseller. Mittlerweile hat den offenbar jeder. Und ich kann ihn Einsteigern in die Thematik auch nur empfehlen. Besonders interessant sind die häufigen Zitate von Wissenschaftlern, Finanzprofis und Nobelpreisträgern. Hier und da könnte das Buch etwas logischer sein, etwas besser redigiert und evtl. auch einige Themen mehr abhandeln aber zumindest ich betrachte es dennoch als Bereicherung. Im hoffentlich wörtlichen Sinne :-).
Hervorragendes Buch - hat mir die Augen geöffnet..., 2. Mai 2008
Ich habe durch Zufall in einem Zeitungsartikel über ETFs gelesen und mir daraufhin das Buch bestellt. Überrascht war ich, dass sich das Buch mit einer ausgefeilten Strategie befasst, weit über die angesprochenen Instrumente hinaus. Es war eines der wertvollsten Bücher, das ich in den letzten Monaten gelesen habe (das ist keine Übertreibung!). Es beschreibt auf mathematisch-statistischer Basis (also finanzwissenschaftlich) eine Strategie für kleinere bis mittlere Investments und zeigt vor allem die Fallstricke auf, die die Finanzwirtschaft beim Verkauf Ihrer Produkte "auslegen". Für jeden, der Geld anlegen möchte, ein absolutes Muss! Den Kaufpreis für das Buch bekommt man bereits x-fach zurück, wenn man nur die einfachsten Erkenntnisse umsetzt. Es hat mir die Augen geöffnet.
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