Kundenmeinungen
Fragwürdiger Stil, 18. Januar 2008
Grundsätzlich spricht Herr Broder einige längst fällige Themen an. Zurecht kritisiert er den selbst aufgesetzten Maulkorb und die Schönrederei grässlichster Verbrechen im Namen der "political correctness".
Ich zweifle auch nicht den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen an, wohl aber den Stil mit dem er im Verlauf des Buches über alles und jeden herfällt - oft auch nur einen Satz über die entsprechende Person/Organisation zitierend. Quellennachweise sucht man vergebens. Auch einige Schlußfolgerungen des Autors kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Mancher Vergleich wirkt sehr an den Haaren herbeigezogen. So werden schon mal die Klimaforscher gleich mit in die Pfanne gehauen, weil man es sich bei Ihnen aussuchen kann "...ob man in 1000 Jahren eine neue Eiszeit erleben oder unter Palmen am Nordpol sonnenbaden möchte."
Scholl-Latour wird als "Islam-Versteher" belächelt und amnesty international kümmert sich anscheinend nur um Extremisten in Gefangenschaft.
Bush und Rumsfeld kommen unterm Strich nicht schlecht weg, obwohl gerade bei diesen Herrschaften wohl berechtigt angezweifelt werden darf, dass es beim Einmarsch in den Irak um die Bekämpfung des islamofaschistischen Terrorismus ging. Was an der heutigen Situation im Irak besser sein soll als vorher wird nicht beschrieben.
Überflüssig fand ich auch die abgedruckten Interviews zweier Persönlichkeiten, deren Meinung zum Thema schlichtweg irrelevant ist.
Ein bisschen Michael Moore, ein bisschen Bildzeitung... guter Journalismus sieht für mich anders aus.
Herr Broder ist mutig, das muss man ihm lassen. Seine Argumente würden aber bestimmt nicht an Gewicht verlieren, wenn er sie ein wenig sachlicher und differenzierter belegen würde - ganz im Gegenteil!
Ein reales Problem wird vielfältig analysiert, 16. Januar 2008
Wie wohltuend ist ein Journalist, der Fakten kennt, sie hinterfragen und bewerten kann und dann zu fundierten Erkenntnissen kommt, die den Zeitgeist-Streamlinern nicht gefallen können, die aber wie alle sorgfältigen Analysen auch komplizierte Realitäten richtig beschreiben. Fundierte Erkenntnisse auf soliden Boden sind nie mehrheitsfähig. Sie können aber ein Steinchen beim Bau eines sicheren Heims sein und verantwortungsvollen Entscheidungsträger helfen, für andere richtig zu entscheiden.
Das Buch ist spannend, qualifiziert, mutig, aufklärend und ironisch zugleich, nicht flach drüber weg und dennoch gut lesbar. Absolut empfehlenswert, auch für unsere vielen, ach so guten Zeitgeist-Culpisten!
Ein mutiger Journalist!, 26. Dezember 2007
Henryk M. Broder ist einer der klügsten Köpfe der Journalismusszene unseres Landes.
In diesem Buch setzt sich der zum Sarkasmus neigende Journalist mit der "Appeasementphilosphie" gegenüber den radikalisierten Muslimen auseinander und hinterfragt in diesem Zusammenhang den tatsächlichen Erfolg von Integrationsbemühungen.
Aufhänger für seine Betrachtungen sind der Karikaturenstreit in Dänemark , der Mord eines niederländischen Filmregisseurs im Namen Allahs , die vielen abgefackelten Busse, Autos und Schulen seitens primär arabisch-stämmiger Jugendlicher im Herbst des vorvergangenen Jahres in Frankreich, die Gewalttätigkeit seitens muslimischer Schüler an Berliner Hauptschulen, so etwa an der dortigen " Rütli-Schule", aber auch die Diskussion um Ehrenmorde, sowie die Unterdrückung muslimischer Frauen durch eine patriachalische , reaktionäre Religion.
Broder weist nach , dass wirtschaftliche Marktinteressen westlicher Großfirmen einen entscheidenden Faktor der Appeasementstrategie darstellen. Darüberhinaus wird Europa durch die Handlungsunfähigkeit von Politikern, ausgelöst durch uneingestandene Furcht und Panik vor weiterer Eskalation, immer mehr in eine defensive Rolle gepresst.
Hilfsgelder , die im Zusammenhang mit dieser Kapititulations- Strategie nach Palästina fließen, stärken Gruppen ,wie die Hamas , die Hisbolah und den Dschihad . Im Gegenzug- so Broder- verzichten diese darauf Ziele in Europa anzugreifen. Hilfsgelder sind demnach eine Art Schutzgeld, das seitens europäischer Staaten bewusst geleistet wird , um dem Terror zu entgehen.
Nicht grundlos fragt Broder , die Wirtschaftinteressen im Auge habend, wie hoch der Ölpreis noch steigen müsse, bis die Existenz Israels zur Disposition stehe.
Der Journalist appelliert an die demokatischen, die liberalen Werte , die seitens des Islam mehr und mehr ausgehebelt werden. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die Migrationsforscher, die an konstruktiven Lösungen augenscheinlich nicht interessiert sind, weil ihre Daseinsberechtigung im Falle einer gelungenen Integration der Muslime in Frage gestellt werden könnte. Broder verdeutlicht ungezählte Widersprüchlichkeiten der Anhänger der Deeskalationtheorie und zeigt wo jeweils deren Eigeninteressen liegen.
Der Journalist verweist auf muslimische Autorinnen , wie etwa Ayaan Hirs Ali, Necla Kelek und Syran Ates, die in ihren Büchern die Gewalt gegen Frauen , die Zwangsverheiratungen, Polygamie und Ehrenmorde anklagen. Kelek macht den Lesern klar , weshalb muslimische Männer pausenlos beleidigt und aggressiv reagieren und sich weigern Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen.
Islam-Dissidenten, wie Salman Rushdie, halten den Islamismus für den Totalitarismus des 21. Jahrhunderts und Bernard Lewis, ein bedeutender Islamwissenschaftler, vermutet, das Europa bald islamisch sein wird. Seine Annahme begründet er demographisch. Henryk M. Broder ,ein zutiefst aufgeklärter, analytisch denkender Zeitgenosse möchte offensichtlich mit seinem Buch die Europäer wachrütteln, damit sie nicht morgen schon im tiefsten Mittelalter aufwachen.
Broder möchte , dass die mühsam erkämpften, demokratischen Strukturen in Europa erhalten bleiben. Unterstellen Sie ihm bitte keine bösen Absichten, sondern setzen Sie sich bitte reflektiert und vorurteilsfrei mit seinem Text auseinander.
Henryk M. Broder ist ein mutiger, für viele allerdings ein unbequemer Journalist!
Empfehlenswert!
Umdenken gefragt, 23. Dezember 2007
Kaufen. Lesen. Handeln! Broder führt uns mit spitzer Feder vor Augen, dass "Appeasement" gegenüber Extremisten noch niemals erfolgreich war. Dieses Buch sollte jeder überzeugte Europäer und Demokrat gelesen haben. Absolut empfehlenswert!
Broders Zorn in dieser Zeit, 23. Dezember 2007
Leon de Winter sieht eine grenzenlose Liebe zu Europa in Broders Denken. Seine Schrift ist eine Ansammlung von Vorwürfen über das Denkbare, die es in Europa wie in der Welt gibt. Er scheut nicht, Polemik und Übertreibung mit Sprachwitz zu kombinieren, um den Leser zum Ausspruch zu zwingen, "Das musste mal gesagt werden".
"Man errät vielleicht, an welcher Stelle das grosse Fragezeichen vom Werte des Daseins gesetzt war? Ist Pessimismus notwendig das Zeichen des Niedergangs, Verfalls, der ermüdeten und geschwächten Instinkte? - [...], wie er es, allem Anschein nach, bei uns, den >>modernen<< Menschen und Europäern ist? Gibt es [...] eine intellektuelle Vorneigung für das Harte, Schauerliche, Böse, Problematische des Daseins aus Wohlsein, aus überströmender Gesundheit, aus der Fülle des Daseins? Gibt es vielleicht ein Leiden an der Überfülle selbst? Eine versucherische Tapferkeit des schärfsten Blicks, die nach dem Furchtbaren verlangt, ....." (Nietzsche, 1886). Pessimismus als Lust an der Kapitulation.
Mit Freude nur polemisch zu sein bringt Leser, doch eben keine Lösung. Diese Haltung will keine. Wer sich dem Thema ohne Polemik widmen möchte, lese "Zorn und Zeit" von Sloterdijk.
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