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Antonio R. Damasio: Der Spinoza-Effekt. Wie Gefühle unser Leben bestimmen

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Der Spinoza-Effekt. Wie Gefühle unser Leben bestimmen

von Antonio R. Damasio

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08/Okt/2008 - 06:29




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Interpretationsfreiheit, 23. Januar 2008

Die Bücher von Damasio beweisen vor allen Dingen eines. Wissenschaftliche Experimente gehen 1. von bestimmten konzeptionellen Grundlagen aus und 2. eben diese Grundlagen finden dann auch in der Interpretation der Experimentergebnisse ihren niederschlag. Damasio mangelt es grundsätzlich daran sich ordentlich mit den philosophischen Implikationen seiner Thesen auseinanderzusetzen. Natürlich kann von einem Naturwissenschaftler eine solche Auseinandersetzung apriori auch nicht verlangt werden. Sie ist aber dann unabdingbar, wenn die behaupteten Thesen weitreichende Konsequenzen für das Menschenbild haben. Wer sich mit den sprachlogischen Verwirrungen (Stichwort Mereologie) Damasios und anderer Neurowissenschaftler beschäftigen will, der sei z.B. an P.M.S. Hacker verwiesen. Was Damasio jedenfalls in seine Forschungen hinein- und wieder herausliest ist mehr als diskussionswürdig. Ein interdisziplinärer Forschungsansatz (der sowohl natur-, als auch geisteswissenschaftkritisch angelegt ist) ist unabdingbar und allemal vorzuziehen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ein wunderbares wissenschaftliches Querdenkerbuch, 16. Februar 2004

Ausgehend vom Werk des Philosophen Baruch Spinoza erläutert Antonio Damasio das Zustandekommen der menschlichen Gefühle auf neurobiologischer Ebene. Er begibt sich auf die Suche nach dem Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele und stößt dadurch auf ein Gebiet vor, das die Naturwissenschaftler bis in die jüngste Vergangenheit gemieden haben, weil es von der Kirche besetzt wurde. Allenfalls einige mutige Philosophen wagten sich dorthin.

Das menschliche Gehirn ist immer noch nicht besonders gut erforscht, und bisher sind nur durch Zufall einzelne Hirnregionen als Sitz spezieller Gefühle entdeckt worden, und zwar bei Unfallopfern und durch Behandlung von Epilepsiepatienten. Diese Entdeckungen scheinen einen Denkansatz über den Zusammenhang von Körperreaktion, Emotion und Gefühl zu bestätigen, den schon Spinoza in seiner "Ethik" vorgebracht hat. Damasio zeigt uns nun mit Hilfe der Neurobiologie, wie die Emotionen im Körper das Gefühl entstehen lassen, welche Filter und Mechanismen dabei wirken, und wie der Mensch seine Gefühle steuern kann. Gleichzeitig machen wir Bekanntschaft mit einem berühmten Philosophen, der nach Damasios Auffassung bereits im 17. Jahrhundert die Grundlagen dieser neuen Erkenntnisse darlegte. Damasio begründet Spinozas Gedankengänge aus dessen Herkunft und Lebensgeschichte und bekennt von Herzen, Spinoza-Fan zu sein.

Herausgekommen ist ein spannendes, gut lesbares Wissenschaftsbuch. Hochwertiges geistiges Futter für Querdenker.

Ein Anhang statt Fußnoten trägt viel zur Übersichtlichkeit bei, denn man kann sich auf den Textfluß des Hauptteils konzentrieren. Die Graphiken zur Erläuterung der Abläufe im Gehirn bleiben einfach, nachvollziehbar und übersichtlich. Darstellungen des Gehirns und seiner Anatomie sind ebenfalls sehr nützlich zum fortlaufenden Textverständnis. Nur auf die irritierenden reichlich mißglückten Bleistiftzeichnungen Hanna Damasios von ungelenker Stichführung und Schraffur hätte man bei der Herausgabe des Buches verzichten sollen. Diese Bildchen sehen aus wie plump durchgepaust, und stehen im krassen Gegensatz zu den sonst so eleganten Gedankengängen des Buches. Vielleicht sind sie aber auch der sichtbare Beweis dafür, daß ein Gefühl der Liebe die Augen des brillantesten Wissenschaftlers trüben kann.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wiedergeburt der fröhlichen Wissenschaft, 14. Oktober 2003

Einmal mehr wurde an einem englischen Originaltitel unnötigerweise herumgebastelt. Denn "Looking for Spinoza. Joy, Sorrow and the Feeling Brain" ist nun mal Tausend Mal besser als "Spinoza-Effekt". Erstens wissen viele der angepeilten Leser nichts oder wenig über Spinoza, und zweitens wissen sie auch nach der Lektüre nicht, was dieser Effekt nun sein soll. Dafür weiss ich nun, wie man ein wissenschaftliches Buch verfassen kann, das den neusten Stand der Forschung auf verständliche Weise und sehr persönlich vermittelt. Beruhigend ist, dass die Übersetzung des Textes gelungen ist. Antonio R. Damasio gehört zweifelsohne zu den anerkanntesten Neurologen der Gegenwart. Und wie sein deutscher Kollege, Gerhard Roth, ist er dennoch ohne Starallüren, erwähnt immer wieder seine Vorbilder, seine Quellen und seine Zweifel. Wo er allerdings aufgrund kreativer und aufwändiger Experimente zu klaren Schlüssen gelangt, zögert er nicht, die Folgen populärwissenschaftliche Irrlehren aufzuzeigen.

Die genaue Beobachtung von Patienten mit Hirnschädigungen und neue bildgebende Verfahren bei den Untersuchungsmethoden haben in den letzten zehn Jahren das Wissen über unser Gehirn geradezu revolutioniert. Das führte vor allem zu einem Revival der Gefühle als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Doch im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen hält sich Damasio mit Spekulationen zurück. Und wo er der Versuchung trotzdem nicht widerstehen kann, deklariert er klar, dass es sich um seine persönlichen Vermutungen, um seine Weltmodelle handelt. Die Lektüre von Damasios Büchern erinnert mich auch an den Physiker Richard P. Feynman, der es ebenfalls verstand, eine Art fröhliche Wissenschaft zu leben. "Sie belieben wohl zu scherzen" ist noch immer einer meiner Lieblingstipps. Doch zurück zu Damasio. Dass der amerikanische Neurologe eine Liebe zum europäischen Juden Spinoza hat und manchmal gerne ich Aufbruchszeitalter des 17. Jahrhunderts gelebt hätte, ist faszinierend. Damasio lässt die Leser an seiner Begeisterung teilhaben, indem er dem Leben und Werk von Spinoza viel Platz gewährt. Und ich zweifle nicht daran, dass etliche amerikanische Damasio-Jünger sich nun seiner Passion anschliessen.

Jeder Neurologe legt die Schwerpunkte etwas anders. Damasio richtet den Fokus auf das Zusammenspiel von Körper, Fühlen und Denken. Sein Anlauf im 17. Jahrhundert verhindert, dass er für seine Thesen den Originalitätsanspruch erhebt. Im Gegenteil, immer wieder betont er, dass die grossen Geister, Künstler und Philosophen das geahnt haben, was die Neurologen heute mit Experimenten belegen können. Und wie es Damasio mit seinen Ausführungen schafft, die Ganzheitlichkeit wieder aus der esoterischen Ecke zu holen, hat mich besonders gefreut. Spiritualität im Sinne Damasios hat Zukunft. Kaufen, lesen, sich und die Welt anders sehen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Spinoza würde sich freuen..., 5. Oktober 2003

Meine Lektüre ist schon wieder ein paar Wochen her, und ich habe das Buch nicht mehr, also muss ich auf mein lückenhaftes Gedächtnis zurückgreifen. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch nach dem viel versprechenden Artikel im Stern, musste dann aber feststellen, dass in diesem Artikel die Hauptaussagen des Autors schon recht bündig zusammengefasst waren und die Buchlektüre nicht viel Neues erbrachte. Die Teile über Spinoza sind allerdings faszinierend und zeigen wieder mal, wie ein Denker früherer Jahrhunderte viel moderner und grenzübergreifender dachte als viele heutige Geistesgrößen.Auch zeigt sich hier das umfassende Wissen des Autors für mich am beeindruckendsten. Dass das Buch zwischen Historie und Naturwissenschaft pendelt, wäre auch kein Problem, nur: das , finde ich, kriegt Oliver Sacks viel besser hin! Empfehle hiermit all seine Bücher wärmstens!!! Herr Damasio reitet für mein Empfinden all zu sehr auf seinen Erkenntnissen herum, die sicher wichtig und vielleicht auch bahnbrechend sind, aber irgendwie erzählt er das Gleiche ziemlich oft in Variationen. Mein größter Vorwurf: er definiert und benutzt die zentralen Begriffe "Gefühl" und "Emotion" unscharf und verwirrend, was ich bei einem exakten Wissenschaftler nun wirklich äußerst ärgerlich finde - liegt es an der Übersetzung? Es ist sicher auch schwierig, über selbst Entdecktes unvoreingenommen zu berichten. Aber ich gebe gerne zu: Oliver Sacks hat mich ziemlich verdorben für andere Wissenschaftsschriftsteller. Halt! Ein wichtiger Tipp für alle, die sich für das Thema interessieren: unbedingt von Joachim Bauer: "Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern" lesen!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Sensationelles aus der aktuellen Gehirnforschung, 23. September 2003

Antonio R. Damasio ist Professor für Neurologie in den USA. Berühmt wurde er für seine Entdeckungen in der Gehirnforschung. In diesem Buch wagt er, der gesamten Medizintradition des Westens zu widersprechen und ein neues Paradigma aufzustellen. Es heißt: Die seit über 200 Jahren verkündete Trennng von Körper und Geist, von körperlichen Gefühlen wie z. B. Magenschmerzen und seelischen Gefühlen wie Liebeskummer gibt es nicht. Wir sind eine Einheit und reagieren auch so. Wer ein simples Aspirin gegen Kopfweh nimmt, beeinflusst auch seine Stimmung, und wer sich Glück kauft, in dem er in einem gutes restaurant isst, tut damit seinem Körper Gutes (das Beispiel stammt nicht von Damsio, sondern ist eine meiner Konsequenzen aus seinem Buch).Der amerikanische Mediziner ist nicht der erste, der so etwas behauptet. Fast 400 Jahre vor ihm verkündete der niederländisch-jüdisch Philosoph Spinoza dasselbe. Deshalb greift der Gehirnforscher auf den Philosophen zurück, besucht in den Haag sein Haus, zitiert ihn und vergleicht seine philosophischen Überlegungen mit den konkreten Ergebnissen der eigenen Wissenschaft. Und siehe da: sie decken sich perfekt. Das Ergebnis? Ein nicht immer leicht zu lesendes Buch - Damasio fordert konzentrierte Aufmerksamkeit -, aber eines mit Thriller-Spannung, wenn man sich für die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist interessiert. Der Neurologe liefert außerdem, sozusagen nebenbei, pure Selbsterkenntnis und jede Menge Aha-Momente: ach, so ist das. Deshalb wage ich sogar zu sagen: Der "Spinoza-Effekt" ist reine Lesefreude. Plus Lebenshilfe, denn unter anderem beweist Damasio auch, dass die Evolution uns auf Glücklichsein getrimmt hat, nicht aufs Leiden, und das ist doch gut zu wissen, oder?




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