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Klaus Werner, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne

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Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne

von Klaus Werner Hans Weiss

Ullstein Tb

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05/Sep/2008 - 20:17


Beschreibung

Es ist schweres Geschütz, das die Buchautoren Klaus Werner und Hans Weiss in ihrem Schwarzbuch Markenfirmen auffahren. "Import von Rohstoffen aus Kriegsgebieten, Finanzierung unethischer Medikamentenversuche, Behinderung eines Entwicklungslandes bei der Herstellung und Vermarktung lebenswichtiger Medikamente, Vertrieb gefährlicher Pflanzengifte" lauten beispielsweise die Anschuldigungen gegen den Chemieriesen Bayer, der, gefolgt von TotalFinaElf und McDonalds, in der Hitliste der Bösen ganz oben rangiert. Werner/Weiss geht es jedoch nicht um die Top Ten, respektive das dreckige Dutzend. Im Visier haben sie nicht einzelne Konzerne, sondern sie feuern eine wahre Breitseite auf die bekanntesten Global Player, denen sie Machenschaften übelster Sorte vorwerfen. Und die sie damit an ihrer empfindlichsten Stelle zu treffen suchen: ihrem Ruf. Denn dies ist die Achillesferse der Marken, deren Geschäftserfolg an ihrem positiven Image in der Öffentlichkeit hängt.

Allerdings wäre das Schwarzbuch kein Schwarzbuch, würde es sich mit filigraner Beweisführung aufhalten. Bis auf zwei längere Reportagen, die sich auf Undercover-Recherchen per E-Mail stützen, schöpfen die Autoren vor allem aus Quellen zweiter und dritter Hand. Meist sind es Berichte kritischer Journalisten sowie Informationen von Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen und anderen NGOs. So bündelt das Buch vor allem die gesammelte Kritik an den Multis, geht es eher um Bestätigung von Feindbildern als um eine differenzierte Argumentation, die auch den Blickwinkel der Beschuldigten zur Kenntnis nehmen müsste. Wenn die Autoren im Vorwort versprechen, "dieses Buch wird Sie wütend machen", dann ist das also durchaus programmatisch gemeint.

Um dieser Wut einen Angriffpunkt zu geben, versammelt der zweite Teil des Buches "Geschäftsberichte der besonderen Art über 50 ausgewählte Unternehmen, die massiv und mehrfach gegen ethische Werte verstoßen". Hier finden sich Firmendaten, Anschuldigungen, weiterführende Informationen und konkrete Handlungsempfehlungen knapp zusammengefasst.

Bei aller Skandalisierung bemühen sich die Autoren indes um eine pragmatische Position. Ihr Ziel ist es nicht, die Konzerne zu bekämpfen, sondern in die Pflicht zu nehmen und sie an ihre Verantwortung zu erinnern. An ein selbstverantwortliches Handeln der Unternehmen glauben Werner und Weiss allerdings nicht. Das Engagement für Umwelt und Soziales, das sich die Konzerne so gerne auf die Fahnen schreiben, sei "nicht mehr als ein Werbegag", so die ernüchternde Erkenntnis. Ihre Hoffnung ruht auf der neuen Protestbewegung, die sich von Seattle bis Genua lautstark Gehör verschafft. Das Stichwort Antiglobalisierung, unter dem die Proteste gemeinhin verortet werden, weisen die beiden aber weit von sich. "Denn es ist nicht gesagt, dass die Globalisierung nicht auch im Dienste der Menschen stehen kann." --Winfried Kretschmer





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Spannender Einstieg in DAS Mega-Thema, 6. April 2007

Dieser Bestseller in der nunmehr zweiten Auflage ist nach wie vor hervoragend geeignet, seriös recherchierte Fakten in die Hand zu bekommen, wenn es darum geht, das weltberühmte Markenfirmen unglaublich unrühmliches anstellen. Letztlich sehr zum Schaden des eigenen Images - wenn der Machtmißbrauch denn bekannt wird. Darum sind dem Buch viele Leser zu wünschen! Neben diesem Buch sind Naomi Kleins "NO LOGO" oder Thomas Lödings (u.a.) "Konzern, Kritik, Kampagne!" gut als Einstieg ins Thema geeignet (beide sind ebenfalls im Buchhandel erhältlich).Wer auf der Ebene der (Konzern-)Kritik nicht stehenbleiben will und nach wirklichen Alternativen sucht, dem sei Christian Felbers "50 Vorschläge für eine gerechtere Welt" empfohlen. Felber zeigt undogmatisch und überzeugend, dass es sehr wohl eine Vielzahl interessanter Alternativen zur herrschenden Politik gibt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Gut aber nur ein Bruchteil der Wahrheit, 17. Dezember 2006

Das Buch ist gut zu lesen und deckt Vieles auf. Allerdings ist es harmlos im Vergleich zu dem, was John Coleman, Conspirators' Hierarchy, 4. Aufl. 2006, recherchiert hat. Coleman schreibt aus der Sicht eines ehemaligen MI6 Spions. Was dabei herauskommt, da kann einem schlicht schlecht werden.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Merkwürdige Unternehmensphilosophie, 19. Juli 2006

Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Waffenhandel oder Genozid sind nur einige Methoden der großen Konzerne um ihre Interessen, also Gewinne, durchzusetzen.
Die Kapitel dieses Buches widmen sich der Pharma-, Erdöl- sowie der Spielzeug- und Lebensmittelindustrie.
Der Abschnitt über die Elektronikkonzerne ist besonders interessant, da er sich zum größten Teil mit dem für die Industrie sehr begehrten Metall Tantal beschäftigt. Dieses seltene Gut wird vorwiegend im Kongo abgebaut; einem Land, in dem nun westliche Industrieländer mit ihren Truppen offiziell die Wahlen überwachen.
In diesem, aber auch im Pharmaindustrie-Kapitel, zeigen die Autoren nicht nur grobe Fakten sondern berichten auch von ihren spannenden Erfahrungen als falsche Tantalhändler bzw. Pharmavertreter, die für ein neues Medikament in Osteuropa unwissende Patienten als Versuchskaninchen nutzen wollen.
Das Kapitel über die Finanzwelt und Korruption bringt Verbindungen in die westlichen Regierungskreise.
Von A wie Adidas bis W wie Wal Mart werden in den Firmenportraits einzeln über Missstände in den Konzernen und vor allem in ihren ausländischen Zulieferbetrieben berichtet und Firmen- oder Hilfsorganisations-Adressen zur gezielten Demonstration geliefert.
Bei branchenähnlichen Unternehmen muss man hier leider oft exakt dieselben Sätze lesen.
Trotz der Neuauflage finden sich in diesem Werk Firmen, die es unter diesem Namen gar nicht mehr gibt und Sätze wie "Diese Gesetze treten erst im Jahre 2001 ein".


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Großartig, 10. April 2005

Die meisten Menschen, die schon irgendwo und irgendwann einmal davon gehört haben, dass einige der bekanntesten Firmen der Welt ihre Ware illegal herstellen oder herstellen lassen, lassen sich leider meistens davon blenden, dass ihnen die Unternehmen ihre "großartigen Charity-Leistungen" aufzählen und damit hofieren, wieviel sie schon in diese und jene wohltätige Organisation oder Projekt eingezahlt haben.

Es ist - LEIDER NUR - eine Minderheit, die diese kritischen Einwände auch weiter verfolgt und sich nicht von großen wohltätigen PR-Aktionen blenden lässt. Die beiden Autoren dieses Buches gehören zweifellos dazu. eine der Bekanntesten von ihnen ist die Amerikanerin Naomi Klein ; deren Bücher sind ebenso wie dieses Buch sehr zu empfehlen.

Die Autoren des Buches schildern u.a. wie große internationale und deutsche Firmen immer noch unbeobachtet oder beobachtet und geduldet Entwicklungsländer ausbeuten, sich der Kinderarbeit bedienen, Menschenversuche machen und mit korrupten Regimes zusammenarbeiten.

Sehr gelungen ist zudem der Firmenindex. Darin stellen die Autoren zahlreiche Firmen dar, die sich der oben genannten Taten schuldig gemacht haben und immer noch machen. Teils können diese illegalen Machenschaften nicht aufgedeckt werden, weil diese Firmen über mehrere Zuliefererfirmen operieren, teils werden sie aufgedeckt, aber statt dass die Bedingungen geändert werden, wird einfach der Standort verlegt und die Offenlegung gerät zum Nachteil der Beschäftigten die anschließend ohne Job bleiben.

Wie man es auch dreht und wendet : die Mächtigen treiben ihr Spiel und ein Jeder ist mit seinem Alltag beschäftigt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Einführung in ýMarkenmacht und Menschenrechteý, 21. Juli 2004

Dieses „Schwarzbuch" gibt auf eine Reihe von Fragen Antwort, die Sie wahrscheinlich zuerst wütend machen und Sie dann zu weiteren Überlegungen führen wird, die Sie zum kritischen Konsumenten machen bzw. ihre kritische Konsumhaltung erhalten lässt. Viele Unternehmen - begründen die Autoren -, fußen in ihren Profiten auf Ausbeutung, Kinderarbeit, Krieg und Umweltzerstörung. In meinen Augen kratzt dieses Schwarzbuch enorm am Image der erfolgreichsten Labels und Markenfirmen und deckt skrupellos Machenschaften großer Konzerne auf. Mir veranschaulichen die Autoren die Verflechtungen zwischen globalisierter Wirtschaft und Politik. Zugleich werde ich dahingehend initiativ denkend tätig, mir zu überlegen, welche Dynamik und Energie mir zufließt, „korrupte Regierungen und Multis zu einer menschenfreundlichen Politik zu zwingen." Ich erkenne, dass die Macht der Konzerne sich längst nicht mehr am gehandelten Produkt, sondern mehr an deren Image sich messen lässt. Viele Unternehmen lassen Menschen aus den Billiglohnländern für Sie und damit auch für mich und andere Konsumenten arbeiten. „Ausbeutung, Zwangs- und Kinderarbeit sind dort an der Tagesordnung." Bekannte Weltmarken tolerieren nach Auskunft und Beweisführung der Autoren das Weltmarkenfolter, Sklaverei, unerlaubte Medikamentenversuche, Diskriminierung, Tierquälerei, Umweltzerstörung und die Verfolgung von Gewerkschaften und Kritikern. Zugleich erkennt man mehr und mehr, dass Konsumenten auf ethische Mindeststandards in der Form setzen, dass sie keine Produkte kaufen, die durch Kinderhand erstellt wurden oder Völker ihre Lebensgrundlagen verlieren. Insofern entsteht Verunsicherung in den Käuferschichten, weil sie sich fragen, was kann ich dann überhaupt noch kaufen? Mich interessiert auch, wie die hier angezeigten und vorgezeigten Unternehmen in ihren Unternehmungen angeprangert auf die beiden Autoren Carl Werner und Hans Weiss reagieren?

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Skrupellos und Co. Markenmacht und Menschenrechte
Es geht auch anders: Handlungstipps
Fressen und gefressen werden: Lebensmittel
Profite auf Kosten der Demokratie: Korruption und Lobbying
Firmenportraits:
Adidas, Agip, Aldi/Hofer, DP, C & A, Coca Cola, Deutsche Bank, Disney,
General Motors, Karstadt/Quelle, MC Donalds, Mitsubishi, Samsung,
Siemens, Total, Unilever

Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge




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