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Stanislaw Lem: Sterntagebücher

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Sterntagebücher

von Stanislaw Lem

Suhrkamp

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20/Nov/2008 - 19:46




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Grandios, 31. März 2008

Das Buch strotzt einfach vor witzigen und hintersinnigen Ideen. Lem schildert in seinen Kurzgeschichten vieles, was andere Autoren sonst viel breiter auswalzen. Hierdurch ist die Story teilweise sehr kompakt und konzentriert, aber eigentlich ist man letztlich immer traurig, das diese schöne absurde Geschichte nun doch schon zu Ende geht.Dies mag dazu führen, das die Geschichten teilweise schwierig zu lesen sind. Hierzu trägt aber auch die unglaubliche Hintersinnigkeit Lems bei. Über fast jede Geschichte kann man philosophieren. Sei es nun das Leben in der Matrix oder Gesellschaftskritik. Schuld ist sicherlich aber auch die Komplexität der polnischen Sprache und die Wortspielvernarrtheit Lems. Mir gefällts!Dass diese wunderbaren Kurzgeschichten gelesen werden müssen, zeigt die vielfach ausgezeichnete ZDF-Serie "Ijon Tichy: Raumpilot", die nicht annähernd an die Vorlage herankommt.Man merkt aber auch deutlich, das hier die Erzählungen aus verschiedenen Veröffentlichungen zusammengetragen wurden, an denen verschiedene Übersetzer gearbeitet haben (die Sterntagebücher bspw. von 1961 aus der DDR). Meine Forderung daher: Es ist Zeit für eine komplette Neuübersetzung auch für die polnischen Autoren.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Die Seele der Science-Fiction!, 3. März 2008

Was ist gute Science-Fiction? Riesige Weltraumflotten die sich zwischen Explodierenden Sternen gigantische Schlachten liefern? Oder doch lieber fiese Aliens, die in alter "Independece-Day"-Manier die Menschheit an einem Tag platt machen?Nun, Lem hat mit seinen Sterntagebüchern eine eigene Antwort: Gute Science-Fiction lebt von vielen kleinen kühnen Ideen!Ichon Tichy, der weltbekannte Sternreisende, beschreibt in seinen "Sterntagebüchern" was er so im Weltall erlebt hat. Er begegnet dabei durch temporäre Störungen sich selbst, entdeckt einen Roboterüberwachungsstaat und erzählt uns, was passiert, wenn man in Waschmaschinen zu viele Extras einbaut...Lems Sprache ist ein Kunstwerk, denn ständig werden neue Worte erfunden, ganze Sprachen entstehen so, die irgendwie verdammt gut zur Athmosphäre passen: Immer etwas antiquiert, stets mit einem lächeln und fast schon naiv sind die Reisebeschreibungen Tichys. Jede Kurzgeschichte greift hier oftmals mehr Ideen auf, als ein normaler 400 Seiten-Science-Fiction-Roman hat!Es erwarten einem also weder epische Space-Opera-Raumschlachten noch meuchelnde Aliens, dafür aber eine ganze Menge wunderbare Ideen, die zu faszinierenden Gedankenspielen anregen.Beim Lesen des Buches ist es übrigens auch interessant, auf die Gesellschaftskritik zu achten, die einem mal mehr oder weniger in versteckter Form in fast jeder Geschichte begegnet.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ijon Tichy, als Hörgenuss mit Außreißer, 12. November 2007

Die 1971 erschienenen Sterntagebücher von Stanislaw Lem sind nicht zu Unrecht zu einem Meilenstein der philosophischen Science-Fiction geworden. Sie sind gleichzeitig politische Satire, feinsinnige Groteske und technikorientierte Science-Fiction-Literatur. Sie spielen mit der Sprache und ihren Möglichkeiten, blicken hinter die üblichen Mechanismen des Genres und konterkarieren deren moderne Strömungen.So benutzt der Autor beispielsweise eine Geschichte über eine Zeitmaschine zur fundierten Kritik an seinen Kollegen und führt ihnen ihre Irrtümer und Kardinalfehler ebenso amüsant wie ätzend in ihrer Schärfe vor.Auch Die unsterbliche Seele dient Stanislaw Lem als Vehikel, sowohl religiöse Vorstellungen als auch die jedem Menschen innewohnende gedankenlose Verwendung des Begriffe unsterblich als das zu entlarven, was sie ist, als schlichten Unsinn.Die wenigen Elemente der zukünftigen Technik führt Lem einzig und allein ein, um dem Zeitgenossen die Welt zu erklären, respektive seine Ideale und Normen, Vorurteile und Wertvorstellungen zu torpedieren.Dies tut Lem mit der ihm eigenen, einzigartigen Fabulierlust, seinem exzellenten Umgang mit der Sprache hier sollte man dem Übersetzer Caesar Rymarowicz allerhöchsten Respekt für seine Leistung zollen und seinem fast hinterlistigen Humor.Dank Michael Schwarzmaier ist diese gekürzte Lesung der Sterntagebücher Aus den Erinnerungen Ijon Tichys ein einziger Genuss. Mit einem krassen Ausreißer. Die vorletzte Geschichte gehört leider zu den unkomischsten Geschichten der Vorlage. Sie ist langweilig und grotesk, so elend lang wie unsinnig. Leider nimmt sie mehr als ein Drittel dieser Sterntagebücher ein und mindert deren hervorragende Wirkung deutlich.Wer Lem hören will und Ijon Tichy, den ebenso intelligenten wie komischen Spross der Imagination des polnischen Autors, mag, kommt nicht an diesem Hörbuch vorbei. Der angemessene Preis, das gute Layout und der tolle Sprecher sind weitere Argumente für den Erwerb.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Eine willkommene Farbe im vielseitigen Schaffen eines großen Geistes., 12. Mai 2007

SF auf höchstem intellektuellem Niveau.Im Gegensatz zu seinen überigen Werken hat S.LEM in den Sterntagebüchern den Humor 'entdeckt'.Leicht und flockig verpackt in überaus amüsanten vielseitigen Welten und Geschichten werden philosophische Ansätze, philosophische Überlegungen und die Folgen begrenzter Erkenntnissfähigkeit geradezu diskutiert. Auffällig jedoch ist dies erst bei bewusster Auseinanderstzung mit der Materie. Die Stories eignen sich durchaus auch als Gute Nacht Geschichten vor dem Einschlafen.Eine willkommene Farbe im vielseitigen Schaffen eines großen Geistes.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Der moderne Münchhausen, 11. April 2006

Als grosser Lem-Fan ging ich an dieses recht umfangreiche Werk heran, wobei mir der Protagonist Ijon Tichy der Weltraumfahrer bereits aus 'Der futurologische Kongreß' bekannt war.

Gleich die erste Geschichte stiess mich ab, obwohl die Geschichte von den Zeitenstrudeln die zu Zeitparadoxa führen erzählerisch nicht schlecht gewesen war. Da aber hatte ich (noch) nicht die tiefere Absicht des Werkes erkannt, die sich mir dann im weiterlesenden Forschen kundtat: Das Werk sollte die typisch Lem'sche Ideenvielfalt vereinen mit einer Parodie auf die SF unserer Tage. Doch das ist nicht die einzige Absicht des Buches. Lem erkannte die Möglichkeit einen 'modernen' Baron Münchhausen zu schaffen, was ihm meiner Ansicht nach ausgezeichnet gelungen ist. Abgesehen davon sind auch tiefsinnigere Ansätze - gut verborgen - in dem Buch enthalten.Man denke an die Darstellung einer Parallel-Zivilisation aus der Sicht eines Außenstehenden (12.Reise). Oder an das Scheitern eines hohen Werkes an zwischenmenschlicher Ignoranz und Egozentrismus (18.,20.Reise). Wie in der gängigen SF werden auch kosmische Rätsel auf eine bestimmte Weise erklärt, wobei diese Erklärungen (absichtlich) haarsträubend sind, weil sie - pseudowissenschaftlich - erklärt werden. Doch manche Geschichten wissen auch zu erschrecken weil sie trotz der Absonderlichkeit ihrer Einfälle (eßbare Möbel) einen wahren Kern enthalten, was der aufmerksame Leser dann auch erkennt: Denn die Schrecken der gentechnischen Veränderung sind ohne allzugrossen ironischen Abstand geschildert. Zwar macht sich Lem dort lustig über die Körperformen, doch hält er diese Entartung scheinbar durchaus für möglich (21.Reise). Auch die Traumreise über das galaktische Gericht enthält einen Schreckenskern: Die verurteilenswerte menschliche Neigung zur Vernichtung des oder der Anderen, seine Neigung zur Gewalt(8.Reise, man beachte wie oft sich Tichy 'schämt'!). Die Zusatzgeschichten (Aus den Erinnerungen Tichys) sind in grösserem Maße kritisch als satirisch. Sie denken offen über Menschheitsträume nach (Gott zu werden in der Geschichte über Prof. Corcoran,Unsterblichkeit, Homunkulus- Prof. Sasul, Zeitmaschine - Dr. Molteris). Und er läßt durch diese Geschichten diese Menschheitsträume der modernen SF zu ALPträumen werden. Besonders gruselig ist die Geschichte über Dr. Diagoras, der Androiden erschaffen will und diesen schließlich - folgerichtig - zum Opfer fällt. Darin steckt auch die Warnung, daß sich solche Dinge nicht kontrollieren lassen, weil man das Wissen erst im Experiment erwirbt. Man merkt nämlich eben bei dieser Geschichte keine ironische Distanz, was bezeichnend ist...So sind die Sterntagebücher zwar teilweise ein Spaß, sogar ein sehr erheiternder. Aber sie enthalten auch ernstgemeinte Aussagen und Befürchtungen ...und auch Angriffe auf die Religion sind enthalten (Wörtlichnehmung der Verkündigung, Folgerichtige Zersetzung des Glaubens bis zum störrischen 'Dennoch-Glauben' an Gott, etc.)




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