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Klaus Bednarz: Am Ende der Welt: Eine Reise durch Feuerland und Patagonien

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Am Ende der Welt: Eine Reise durch Feuerland und Patagonien

von Klaus Bednarz

Rowohlt Tb.

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03/Dez/2008 - 03:38


Beschreibung

Der Dorfälteste trägt Federschmuck. Sein Oberkörper ist nach vorne geneigt. Dann breitet der Indianer die Arme aus und hüpft flatternd wie ein Vogel im Kreis. Aufgeführt wird dieser Tanz bei einem Fest, das sich „Letzter großer Tag in Freiheit“ nennt. Dieses Fest feiern die Mapuche-Indianer am 11. Oktober. Am 12. Oktober 1492 war Kolumbus in Amerika an Land gegangen.

Klaus Bednarz ist wieder unterwegs. Neben den Mapuche trifft er auf seiner Reise durch Patagonien und Feuerland Farmer, Gauchos, Goldsucher, Fischer, Kapitäne, Umweltschützer oder Offiziere. Bednarz' Fahrt führt durch Bergwelt und Pampas bis zu den Fjorden Feuerlands und zum südlichsten Punkt Amerikas, dem sagenumwobenen Kap Hoorn. Da der Journalist wie gewohnt die Menschen vor Ort zu Wort kommen lässt, entstehen authentische Bilder. Zielgerichtet wie die Tour durch den Süden Chiles und Argentiniens ist auch sein flotter Schreibstil. Deshalb kommt beim Leser niemals Langeweile auf.

Ob im Bergmassiv der „wilden Schreie aus Stein“ oder beim Anblick einer friedlich grasenden Herde Guanakos: Der Autor öffnet sich auch der Schönheit der Natur. Richtig Fernweh bekommt der Leser -- und das, obwohl Bednarz nie romantisiert. Kein Wunder, denn wer den Journalisten noch als Moderator des Polit-Magazins „Monitor“ kennt, weiß, das Blauäugigkeit sein Ding nicht ist. Zudem bietet Am Ende der Welt in Buchform weit mehr als der gleichnamige ARD-Zweiteiler vom Dezember 2004. Dabei ist die Lektüre sowohl unterhaltsam als auch informativ und deshalb ideal für alle, die sich für ferne Länder und Menschen interessieren. Und wer tut das nicht?--Herwig Slezak





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Enttäuschend, 14. Oktober 2008

Was Bednarz hier zum Besten gibt, sind überwiegend Allgemeinplätze, die sich jedem erschliessen, der als gewöhnlicher Tourist Chile besucht. So wird ein überaus durchschnittlicher Reisebericht mit einem bekannten Namen vermarktet.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Gut zu lesen, 5. Januar 2007

Dass Bednarz gut schreiben kann, ist bekannt, und eine Reisebeschreibung zu Feuerland und Patagonien ist schon von Natur aus interessant. Also ein schönes Buch für längere Zugfahrten. Ein paar Bilder wären nett gewesen. Im Text nervten mich lediglich etwas die ständigen Vergleiche mit Sibirien (im Stil von "sowas habe ich dort auch schon gesehen").


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Sehr interessant, 2. Mai 2006

Ein wunderbares Buch! Klaus Bednarz beschreibt seine Reise nach Feuerland und Patagonien sehr eindrucksvoll. Auch ohne Bilder (eigentlich schade!) kann man sich die beschriebenen Landschaften und das Leben der Menschen in früheren Zeiten bis heute gut vorstellen. Als Reisevorbereitung ebenso geeignet wie einfach nur um andere Länder kennenzulernen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Mehr als gelungen, 6. April 2005

Hoch im Norden, an der sibirischen Seite der Beringstraße, wo Bednarz vor wenigen Jahren nach den Spuren der Vorfahren der nordamerikanischen Indianer gesucht hatte, entstand die Idee einer Drehreise an das südliche Ende des amerikanischen Kontinents, das die spanischen Eroberer ‚fin del mundo' nannten. Von dieser Reise nach Patagonien und Feuerland waren zum Jahreswechsel zwei sehenswerte Filme im deutschen Fernsehen zu bewundern. Passend dazu ist das vorliegende knapp 300 Seiten lange Buch entstanden, das man getrost - auch ohne vorangegangenen Filmgenuß - als gelungen bezeichnen kann.

Die 19 Kapitel des Buches mit seinem geschmackvollen Umschlag enthalten die wohlformulierte Beschreibung einer abenteuerlichen Reise durch zwei Gegenden an der Spitze Südamerikas, deren Namen nicht nur Globetrotter (mit Bruce Chatwins Reiseklassiker im Gepäck) zum Träumen bringen. Patagonien mit seinen weiten Pampa - Landschaften, darin umherstreifenden Guanako - Gruppen, seinem Labyrinth aus Fjorden, Inseln und Kanälen, beeindruckenden Gebirgsformationen, schroffen Küsten und feuchtkalten Regenwäldern. Feuerland, südlich der Magellanstraße gelegen, zwischen Chile und Argentinien nicht nur in der Mitte des Beagle - Kanals aufgeteilt, mit dem allen Seefahrern bekannten auf einer Insel gelegenen südlichsten Punkt der nichtarktischen Welt, dem sturmumtosten Kap Hoorn. Doch Bednarz Buch erschöpft sich nicht darin, die trotz zahlreicher Abholzungen und - in Folge menschlichen Besitzdenkens - unvermeidlicher Stacheldrahtzäune immer noch weitgehend unberührte Natur mit ihrer faszinierenden Flora und Fauna zu beschreiben.

Es gewährt dank der unschätzbaren Übersetzungshilfe einer Deutsch - Chilenin während zahlreicher Gespräche interessante Einblicke in das Leben, die Wirtschaftssituation und Befindlichkeit der Menschen vor Ort. Wo sonst erfährt man schon, daß die Männer der Insel Chiloe bei einem Monatsverdienst von ¬ 200 zu den besten Gauchos und Schafscherern Südamerikas gehören. Ein besonderes Anliegen ist dem erfahrenen Journalisten die deprimierende Situation der Indianer nach mehr als vier Jahrhunderten der Ausrottung, Enteignung und systematischen Benachteiligung. So befragt er die Gründerin von Robin Wood, die für die Erhaltung der einzigartigen Urwälder kämpft, oder die Indianerin, mit deren Tod eine weitere indigene Sprache ausstirbt. Er bereist die Insel Dawson, auf der zu Zeiten des Pinochet Regimes ein Konzentrationslager zur Verfolgung mißliebiger politischer Gegener stand, spricht mit Chilenen über ihre Gefühlen zu diesem dunklen Kapitel chilenischer Geschichte, läßt Mönche zu Wort kommen, deren missionarische Arbeit mit dem - von weißer Seite nachhaltig betriebenen - Aussterben der Indianer hinfällig geworden ist.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus mitreißender Reisebeschreibung, unterhaltsam eingeflochtener Historiendarstellung und nachdenklich machender Politdokumentation. Lobend hervorzuheben sind drei Karten, die es dem Leser im Gegensatz zu vielen anderen Reisebüchern mühelos ermöglichen, die Reise auch geographisch mitzuverfolgen. Eigentlich gibt es zu dem Buch nur noch eine Steigerungsmöglichkeit, die eigene Reise an das ‚Ende der Welt'.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wunderschöne Ergänzung zum Dokumentar-Film, 9. Januar 2005

Dies ist das Buch zur zweiteiligen Dokumentation von Bednarz Reise durch Patagonien und Feuerland bis Kap Horn. Es ist identisch zum Film aufgebaut und enthält alle dessen Fakten und Interviews - und noch wesentlich mehr. Das Buch geht weit mehr in die Tiefe. Schwerpunkte sind die Beschreibung der Lebensumstände der Menschen am Ende (oder am Anfang, je nach Sichtweise) der Welt und immer wieder die sehr traurige Geschichte der indianischen Ureinwohner von Enteignung, Kolonialisierung, Missionierung, Unterdrückung und Ausrottung. An vielen alltäglichen Details zeigt sich, dass die Unterdrückung bis heute existent ist.

Bednarz hat eine besondere Art, auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Er lernt das raue Leben der Gauchos und der wortkargen Schafscherer kennen, die für einen Hungerlohn die Wolle für Europa scheren. Er spricht mit der Gründerin von Robin Wood, die für die einzigartigen Urwälder kämpft. Und mit der Indianerin, die als letzte ihres Volkes ihre Sprache spricht. Abenteuerlich ist auch die Fahrt ums Kap Horn, einem der stürmischsten Punkte der Erde (weshalb es hiervon im Film keine Aufnahmen gibt). Am Ende ist die Stimmung des Buches sehr schön mit einem melancholischen Gedicht zusammen gefasst.

Einziges Manko: das Buch enthält kein einziges Bild, und das von einer Region, deren Landschaften im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich schön sind. Es empfiehlt sich deshalb, den Film (oder natürlich das Land selbst) zu kennen.




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