Kundenmeinungen
Die Zivilisation ist tot - es lebe die Zivilisation, 6. November 2008
Grosse Literatur! Ein Poproman im 18.Jhd.In wunderbar erfrischender Weise schildert Boyle Die Abenteuer des Mungo Park im präkollonialen Afrika. Die wenig heroische Motivation, der Egoismus und die Sucht nach gesellschaftlicher Anerkennung, unreflektiert in der ignoranten Dumpfheit dieser Zeit wirft im Leser die Frage auf, ob nicht die bestialischen Wilden im Afrika dieser Zeit, die eigentlich besseren Menschen sind. Die Souveränität und der Pragmatismus lassen den Mandingo-Führer Parks zum eigentlichen Entdecker und Helden werden. Die wechselnden Kapitel der verkommenen Pseudozivilisation der viktorianischen- und der brutalen afrikanischen Welt der Mauren, lassen einen immer wieder wohlig und zufrieden den Blick durchs gemütliche Wohnzimmer schweifen - wie gut dass ich heute lebe.Trotzdem bleibt am Ende der Odem eines großen Abenteuers und seiner sehnsüchtigen Romantik.
Mein Lieblingsbuch, 21. Oktober 2008
Ich habe alle Bücher von T.C. von Boyle gelesen und hatte natürlich hohe Erwartungen an diesen Roman. Ich muss sagen, dass er diese noch übertroffen hat. Ich habe selten ein derart spannendes Buch gelesen, bei dem ich so oft lachen musste und das zugleich tragisch und bewegend ist. Eine faszinierende und fesselnde Reise in eine fremde Welt. Gefolgt von "Grün ist die Hoffnung" mein Lieblinsbuch von Boyle.
Karl May der Postmoderne, 8. Oktober 2008
Obwohl ich dicke Schmöker nicht so mag,hat mir dieses wunderbare Abenteuerbuch sehr gefallen.Man wird regelrecht in die Handlung hineingezogen,weil der Autor ein genialer Erzähler ist.Es passiert immer was,in Afrika,London oder Schottland,vieles am Rande des Glaubhaften,aber eben nicht jenseits davon,also kein Reisser.Das Buch hat keine Hänger,trotz über 700 Seiten alles pralle Handlung!Wer früher gerne Karl May gelesen hat und dessen Moraliseren heute nicht mehr so mag,müsste auf jeden Fall großen Spaß an der Geschichte haben und kann vielleicht sogar wieder Entdeckerträume in sich wecken...
Ein besonderes Leseerlebnis, 8. September 2008
T. C. Boyle zeigt uns wieder einmal, was man mit Sprache alles machen kann. Trotz der nicht so spektakulären Handlung des Romanes und seiner 700 Seiten, wurde mir nie langweilig beim Lesen. Die meisten Sätze sind kleine Kunstwerke für sich. Boyle lässt eine Welt vor den Augen des Lesers entstehen wie kein zweiter. Für alle Boyle Fans ein Muss!
Intelligenter, gewitzter, spannender, unheimlich lesenswerter Roman, 7. September 2008
Das höchstwahrscheinlich beste Buch, das der amerikanische Autor T. C. Boyle (bisher) geschrieben hat. Wassermusik ist die Geschichte des jungen Entdeckungsreisenden Mungo Park, der sich um 1800 in zwei waghalsigen Missionen auf die Suche nach dem Niger in Westafrika macht. Gleichzeitig erzählt sie die Abenteuer des Londoner Ganoven Ned Rise, welcher mit allen möglichen Betrügereien sein Einkommen zu sichern versucht. Obwohl zwischen beiden Handlungssträngen zu Beginn keine Verbindungen festzustellen sind, liest sich dieser Roman wie aus einem Guss. Dies liegt gleich an vielerlei Gründen. Boyles umgangssprachlicher Ton und Wortwitz machen dieses Werk von der ersten Seite an zu einem Lesevergnügen. Mit viel Humor und Ironie, aber auch Gefühl und Einfühlsamkeit wird die Odyssee von Mungo Park geschildert, der ständig vom Regen in die Traufe gerät und nur stets dank der Mithilfe seines schwarzen Führers Johnson seine Reise fortsetzen kann. In gewissem Sinne hat Boyle hier Jules Vernes In 80 Tagen um die Welt ins Gegenteil verkehrt. War dort der Diener Passepartout der naive Pechvogel, ist es hier genau anders herum. Ein eindeutiges Erfolgsrezept, denn Wassermusik fesselt durchweg, ist niemals langatmig und so tempo- und abwechslungsreich wie eine Achterbahnfahrt. Hat man sich auf einer Seite noch vor Lachkrämpfen geschüttelt, wühlt den Leser auf der folgenden die poetische Sprache derart auf, dass es einem Selbige verschlägt. Die Art und Weise wie der Autor im weiteren Verlauf des Buches dann Überschneidungen zwischen den Handlungssträngen erstellt und sie am Ende schließlich zusammenführt, kann man getrost mit dem Wort erstklassig beschreiben. Insgesamt ist Wassermusik ein intelligenter, gewitzter, spannender und unheimlich lesenswerter Roman, denn man jeder Leseratte einschränkungslos empfehlen darf.
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