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Wolf Schneider: Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist

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Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist

von Wolf Schneider

Rowohlt, Reinbek

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03/Dez/2008 - 03:58


Beschreibung

Neu sind sie nicht die Kassandrarufe, die angesichts der Anglizismen-Flut das Ende des (deutschsprachigen) Abendlandes voraussagen. Wolf Schneider kann jedoch für sich in Anspruch nehmen, das eleganteste, originellste und amüsanteste Plädoyer verfasst zu haben - für ein bisschen weniger Service Point, Anti-Aging und Customer Relationship.

Wolf Schneider, das journalistische Urgestein, kennt die Argumente der Verfechter einer "lebendigen" Sprache, die schon immer Begriffe aus anderen Sprachen aufgenommen und integriert habe. Doch geht es Schneider und seiner Aktion "Lebendiges Deutsch" nicht darum, eine Wagenburg-Mentalität zu etablieren. Sein Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass 60 Prozent der Deutschen überhaupt kein Englisch verstehen und nur 10 Prozent sich sicher in dieser Sprache bewegen können. Dies bedeutet, dass eine Vielzahl der "Slogans" und "Claims", die über Werbeagenturen und andere Multiplikatoren verbreitet werden, gar nicht oder nur missverständlich ankommen. Die Übersicht von zurückgezogenen Werbesprüchen großer Konzerne gehört dabei zu den komischsten Passagen des Buches. So wurde Mitsubishis Schlagwort "Drive alive" (gemeint war "Lebendiges Fahren") leider nur von 18 Prozent der Bevölkerung richtig übersetzt; häufige Interpretationen lauteten: "Lebend ankommen" bzw. "Überlebe die Fahrt." Inzwischen hat das Unternehmen umgeschwenkt auf: "Heute. Morgen. Übermorgen."

Schneider fordert zu mehr Fantasie auf, zu mehr Mut, Anglizismen, die nicht nur unverständlich, sondern vielfach auch überflüssig oder einfach albern sind, aus dem eigenen Sprachgebrauch zu verbannen und neue deutsche Worte einzuführen. Dazu hat die Aktion "Lebendiges Deutsch" schon etliche Wettbewerbe durchgeführt und Empfehlungen ausgesprochen: So könnte aus Brainstorming leicht "Denkrunde" werden, aus Flatrate "Pauschale" oder aus Cursor "Blinker". Weniger elegant allerdings lesen sich Begriffe wie "Rufdienst" für Call Center oder "Hingeher" für Event. Auch scheint der Autor streckenweise ein wenig zu streng ans Werk zu gehen, wenn er Wörter wie Kreativität ("Modewort für Phantasie"), Netzwerk ("Netz") oder Technologie ("Technik") geißelt. Dafür klagt er im Zuge seiner ausführlicheren Duden-Schelte an, dass Goethes "Fraubaserei" (Schwatzfreudigkeit der Frauenzimmer) in der aktuellen Ausgabe nicht mehr aufgeführt wird.

Wolf Schneider ist als Korrespondent, Chefredakteur, Journalisten-Ausbilder und Buchautor einer der gewandtesten Schreiber in der deutschen und über die deutsche Sprache. Auch wenn er hin und wieder in allzu strengen Rigorismus verfällt, legt er ein insgesamt lehrreiches Buch vor, das sich mindestens so amüsant liest wie Bastian Sicks "Zwiebelfisch-Kolumnen". Vor allem aber macht der Band Lust mitzumachen: beim Erdenken, Ausspinnen und Herbeifabulieren neuer deutscher Begriffe, die die deutsche Sprache lebendig halten. -- Henrik Flor, Literaturtest





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Life is a good teacher, 2. November 2008

Ich bekam das Buch letzte Woche von meinem Auftraggeber in die Hand gedrückt: "Das musst du lesen! Es ist hervorragend! So wahr !!"Das kann ich nicht bestätigen.Ich bin zwar ein Freund der deutschen Sprache, dennoch finde ich die Beispiele aus dem Buch von Herrn Wolf Schneider sehr lieblos ausgewählt.Ein Beispiel.WARUM soll man ein Snowboard (- da man es schlecht Schneebrett nennen kann) denn Monski nennen? Es gibt bereits einen MONOSKI. WARUM darf das Mountain Bike nicht mehr Mountain Bike heißen?Wie soll es denn heißen?! "Harzer Roller?" "Schwarzwälder Fahrrad?" "Allgäu Radl" ? -- Wenn das Mountain Bike schon eingedeutscht wird, dann muss es auch geografisch neu "verortet" werden.Genau wie im Englischen, gibt es sie auch im Deutschen: Die Trend Wörter!Wie oben beschrieben: VERORTUNG ( sich irgendwo heimisch fühlen ), ENTSCHLEUNIGUNG ( mal einen Gang zurück schalten und die Seele baumeln lassen, anstatt zu arbeiten ), NACHHALTIGKEIT (DER Begriff für Qualität, Zeitlosigkeit; ein Zeichen setzen und hoffen, dass sich unsere Enkel noch denken: Meine Güte, hatte Opa damals eine tolle Idee)Inflationär werden sie in Besprechungen eingeworfen und zeugen von Intelligenz und DEUTSCHEN Werten- doch eine eindeutige Definition gibt es nicht.Warum hat der Deutsche nur so fürchterliche Angst, dass die Sprachkultur leidet?! Wir können doch stolz sein, dass wir in der Schule und im Berufsleben recht ansprechend Fremdsprachen erlernen- vergleicht man einmal Statistiken über den Fremdsprachen Gebrauch im Ausland!Ich lebe seit einiger Zeit in einer deutsch-englischen Wohngemeinschaft und wir lernen viel voneinander.Auch, dass es extrem amüsant sein kann, Sprachverwirrungen zu entdecken.Handy = cell phone, mobile phonetrampen = hitch hikingUSB Stick = flash drive...um nur einige zu nennen.Ich danke dem Internet, dem "d-Englischen" und MTV, ich danke YouTube und dem DVD Zeitalter ( klick: Untertitel ENGLISH) - denn ich verstehe Reden von Obama, ich kann mich im Berufsleben verständigen und finde in Englisch sprechender Gesellschaft immer ein Thema...Selbst wenn ich über meinen letzten "Snowboard" Trip in die Alpen erzähle, über die "Half-Pipe" in der ich "three-sixties" "ge-stickt" habe und wie ich nach 3 Tagen im "Hostel" zurück "getrampt" bin...Sprachen vermischen macht die Welt bunter- es lässt sic eh nicht verhindern. Versuchen wir das Beste für uns selbst zu evaluieren.Selbst wenn nur 10% der Deutschen das Wort "sense" nachschlagen ( googlen ;) ) - und danach wissen, was es bedeutet, haben 10% wieder eine Vokabel mehr in ihrem Sprachschatz!Life is a good teacher :)Take care !


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ein kurzweiliges Plädoyer für die deutsche Sprache, 15. Oktober 2008

60% der Deutschen sprechen kein Englisch, 30% mehr schlecht als recht und nur 10% können sich halbwegs passabel verständlich machen. Gutes Englisch ist nämlich recht anspruchsvoll. Was soll also der geradezu manische Drang deutscher Unternehmen und ihrer Werbung, alles mit englischen Modebegriffen auszudrücken? Viele Werbesprüche werden von den Kunden gar nicht verstanden und verfehlen eigentlich ihre Wirkung (obwohl es andererseits vielleicht auch gerade der Zweck ist, die Inhaltsleere vieler Aussagen, Produkte und Jobs zu kaschieren). Am witzigsten fand ich die Douglas-Parfümerien, die mit gigantischem Aufwand den deutschen Kunden beibrachten: "Come in and find out" - komm herein, und finde wieder heraus!Schneider stellt gleich zu Anfang klar, dass ein importiertes Wort nicht automatisch schlecht ist, schließlich ist unsere Sprache voller Wörter, die im Laufe der Jahrhunderte aus dem Lateinischen, Italienischen, Französischen dazugekommen sind (ein schönes Buch zur Sprachentwicklung bzw. Etymologie ist übrigens von Jutta Berg, "Deutsch - die schreckliche Sprache?"). Schneider zeigt vielmehr mit vielen Beispielen die aburdesten Auswüchse der 'Anglomanie' auf - und dazu, welche einfachen und klaren deutschen Parallelen es gibt. Schneiders Vorschlag: Nützliche, vornehmlich kurze Fremdworte importieren, unnütze übersetzen oder streichen. Schneider ist also für "Team" statt Arbeitsgruppe oder "Sex" statt Geschlechtsverkehr, aber er geht im Bahnhof lieber zur Auskunft statt zu einem "Service Point" und mag den Nachtzug mehr als die "City Night Line".Neben diesen praktischen Inhalten kommt er auch immer wieder auf den Wert der Sprache als Kulturgut zu sprechen. Deutsch ist die zweite Sprache im globalen Büchermarkt und im Internet, Deutsch ist die Sprache des Exportweltmeisters, Deutsch ist die meistgesprochene Sprache der EU - und trotzdem muss der Bundestag um Übersetzung der Gesetzesvorlagen aus Brüssel bitten. Franzosen oder Engländer wären umgekehrt darüber entsetzt, obwohl deren Sprachen viel schwächer vertreten sind. "Deutsche machen sich auf internationalen Konferenzen mittlerweile mit der Verweigerung ihrer Muttersprache lächerlich", und dazu gehören Kapriolen wie der Chef des Goethe-Instituts oder der der Koreanischen Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache, die vor einem erstaunten Publikum lieber auf Englisch vortrugen. Als Schneider, ehemaliger Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und Journalisten-Ausbilder an mehreren Universitäten, seinen Studenten sagte, Deutsch sei eine Weltsprache, wurde er ausgelacht. "Deutsch sollte keine Weltsprache sein! Sie wollten es nicht, sie ertrugen es nicht!"Die Angst der Deutschen vor ihrer eigenen Sprache und Kultur sieht Schneider letztlich in historischen Schuldgefühlen. "Warum haben die Deutschen sich der amerikanischen Invasion so viel bereitwilliger geöffnet als Franzosen, Spanier, Italiener? Natürlich, weil wir unter dem Desaster der Nazijahre litten." Schneider geht auch dieses Phänomen galant an. Ausgerechnet im Osten, wo Hitler einmarschiert ist, ist Deutsch die beliebteste Fremdsprache, und diese Begeisterung hat nach der Maueröffnung selbst viele Experten überrascht (wahrscheinlich reduziert der Osten die deutsche Geschichte nicht wie die Amis von 2000 auf 12 Jahre). Schneider macht also Mut, wieder mehr zur deutschen Sprache zu stehen. Ich fand sein Buch kurzweilig und absolut lesenswert.TIPPMan ist zuweilen regelrecht aufgeschmissen, wenn man für Mode-Anglizismen den passenden deutschen Begriff sucht. Das ist eine Übersetzung wie in eine andere Sprache. Hierbei hilft mir immer wieder der Anglizismen-Index des Vereins der Deutschen Sprache, der sowohl als Buch als auch kostenlos im Netz verfügbar ist (googeln). Er hat mich noch nie im Stich gelassen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Inhalt grandios, Verschriftung kultusministergestört, 2. Oktober 2008

Wolf Schneider, ein Meister der deutschen Sprache, wendet sich gegen überflüssige Anglizismen und erarbeitet konstruktive Vorschläge zum Besseren. Inhaltlich ein ganz hervorragendes Büchlein (eine Wohltat im Vergleich zu Erzeugnissen des Herrn Sick), das zudem mit sehr viel Humor erfreut und überaus unterhaltsam zu lesen ist; kaufen! Auch wenn Wolf Schneider in seinen Empfehlungen die bildungspolitische Idiotie der Rechtschreibreform kurz anschneidet (Wolf Schneider ist als scharfer Kritiker des Kultusministerdeutsch bzw. der staatstragenden "Nussschokolade" bekannt), so hat der Verlag offensichtlich darauf bestanden, zumindest die "einfache ss-Variante" der Reform (klassische Kommasetzung, aber "missverständlich" statt besser mißverständlich) anzuwenden. Schämt Euch, Rowohlt-Lektoren! Dafür einen Punkt Abzug.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ein zweischneidiges Schwert, 1. Oktober 2008

Dieses Buch hätte richtig gut werden können. Der Grundgedanke von Wolf Schneider ist nur zu begrüßen.Er verteufelt nicht die Übernahme englischer Wörter - solange sie sinnvoll ist (weil es kein entsprechendes deutsches Wort gibt) und jeder den Anglizismus versteht.Was der unreflektierte Gebrauch englischer Wörter alles anrichten kann, stellt Schneider pointiert dar und der Leser kann ihm nur zustimmen.Aber dann...der Vorteil deutscher Wörter wird auf seitenlangen Tabellen entworfen, die zeigen sollen, dass deutsche Wörter nicht nur verständlicher sind, sondern auch noch weniger Silben haben.Der Abbau von Anglizismen ist bitter nötig, doch so wie Schneider es auf 10 Seiten auflistet, wirkt es eher wie das Gejammer eines älteren Herren, der verzweifelt versucht, mit seinem Sprachwissen zu punkten (Kreativität, Aktivitäten, einmal mehr - soll alles nicht mehr verwendet werden).Unerträglich wird es im letzten Kapitel, wenn Schneider erklärt, wie man die deutsche Sprache retten könnte. Da lässt der Autor auch noch den Pädagogen raushängen.Fazit: Guter Ansatz, artet auf Dauer in eine anstrengende Jammerei aus.Der Kampf gegen die Angliszismen sollte unverkrampft geführt werden, ohne dass sich er Autor zum kleinen Deutschprofessor aufspielt.Denn sonst besteht die Gefahr, dass ihr Anliegen nicht ernst genommen wird.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Glückliches Aua, 11. August 2008

Habe gerade meine maschinelle Schaltkreismaschine eingeschaltet und mit diesem kleinen Kunststoff-Teil, welches mittels eines Kabels an meiner Schaltkreismaschine angesteckt, ist auf dieses Buch gedeutet. Was sah ich ? Viele Kritiker lagen plötzlich auf meinem Arbeitsplatz. Schade, dass ich jetzt keine Lust mehr habe, mir bei diesem Netzwerk-Telefon-Buchladen ein Buch über die Telefonleitung zu bestellen. Ich schäme mich.Es ist wirklich alles zu genital - ähhh - digital - oder so...geworden.




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