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Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

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Die Vermessung der Welt

von Daniel Kehlmann

Rowohlt, Reinbek

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03/Dez/2008 - 04:28


Beschreibung

Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.

Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Absolut empfehlenswert, 28. November 2008

ich möchte die beiden punktgenauen Rezensionen der FAZ und Los Angeles Times zitieren. Meine Bewunderung für das Genie Gauss wurde mit diesem Roman weiter verstärkt!FAZ: Unterhaltsam, humorvoll uns auf schwerelose Art tiefgründig intelligentLAT: Ein meisterhaft geschriebener, wunderbar unterhaltsamer und zutiefst befriedigender Roman.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, 19. November 2008

Ausgehend von einer gemeinsamen Begegnung der beiden in Berlin, beschreibt Daniel Kehlmann in diesem Buch das Leben Alexander von Humboldts und Carl Friedrich Gauß`. Es ist keine Biographie - das wissenschaftliche Wirken der beiden Genies steht im Vordergrund. Zwar wird auch das Privatleben der beiden nicht vergessen, doch stand dieses für beide stets im Schatten ihres Forschergeistes.Inwiefern das gezeichnete Bild der "Realität" entspricht, inwiefern Kehlmann uns den "echten" Gauß und den "echten" Humboldt vorstellt, kann ich nicht beurteilen. Dennoch nimmt er uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise. Der Leser begleitet Humboldt auf seinen Abenteuern in Südamerika und erfährt von Gauß` Eingebungen in seiner norddeutschen Heimat. Unweigerlich beobachtet man als Leser Gemeinsamkeiten zwischen beiden - stellt aber auch gravierende Unterschiede fest. Es entsteht das Gefühl, die beiden Menschen wirklich kennenzulernen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob man sich für Mathematik und Naturwissenschaften interessiert und ob man Gauß` Erkenntnisse verstehen kann. Wer historisch-autobiographisch geprägte Romane mag und kein Fachbuch erwartet, wird das Buch mögen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Kolportage, 16. November 2008

Ich verstehe nicht was diesen Roman in das Deutsche-Literaturwahalla erheben soll .Ich habe schon einiges gelesen aber mir ist noch nie ein derartig langweiliges Buch untergekommen.Manche Szenen scheinen gelungen,snd aber nichts besonderes.Im übrigen fand ich es ebenso überraschend wie schockierend das ,dieses Machwerk in wichtigen Punkten einem Werk Thomas Pynchons ähnelt ,nämlich ,,Mason & Dixon" .In diesem Buch geht es auch um zwei Forscher,die auch die Welt bereisen und ja,sie zufälligerweise auch vermessen.In diesem zusammenhang sollte es nicht überraschen das Kehlmann ein erklärter Pynchonianer ist.Leider viel es dem Deutschen Kritikerzirkus nicht auf worum es sich hier im Kern handelt.Pynchon wäre enttäuscht und beleidigt .Shame on youFazit:Es ist erstaunlich wie leicht es heutzutage ist Kolpoertage zu betreiben und damit auch noch unbehelligt zum Star zu werden


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dieses Buch begeistert mich nicht!, 13. November 2008

Es ist mir ein Rätsel, warum diese Lektüre sich so lange auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste halten konnte. Weder Inhalt noch Sprache haben mich begeistert. Es liest sich leider alles ziemlich "künstlich". Ich kann es nicht weiterempfehlen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Seht mal, wie gebildet ich bin..., 12. November 2008

Ich kann mich hundertprozentig meinem Vorredner Buchberger Daniel in seiner Rezension "Schön zu lesen, aber weit überbewertet" anschließen! Möchte aber hinzufügen, dass ich so eine (etwas böse) Interpretation anzubieten habe, warum dieses Buch so erfolgreich ist. Dieser Titel macht sich erstens gut im Bücherregal und auch wenn ich im Zug oder Flugzeug oder wo auch immer mit diesem Titel in der Hand gesehen werde, so macht das doch einen ausgesprochen gebildeten Eindruck. Ich befürchte auch, dass sich viele Leser, die vielleicht auch nicht total von dem Werk begeistert sind, sich nicht trauen, dies zuzugeben, weil sie sonst den Eindruck erwecken könnten, als wären sie solch einem anspruchsvollen Thema nicht gewachsen...Wie gesagt, leicht bösartig hineininterpretiert...




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