Kundenmeinungen
Ein wahrer Chinakenner, 5. Februar 2008
Zweifellos ist, wie die anderen Rezensionen es bereits bemerkten dieses Buch voller Menschenverarchtung und Zynismus, welcher in unserem Lande ja leider als höchste Form der Schreiberlingskunst zu gelten scheint(und damit die Axt an die Wurzel aller Moral und Menschliebe legt....) - diese Weltanschauung des Autors, er gibt auch offen seine Hassliebe zu China zu, stößt einem zwar öfter sauer bei der Lektüre auf, nichtsdestotrotz lernt man aber sehr viel über China und selbst eingefleischte Sinologen können noch was lernen. Er bringts einfach immer wieder genau auf den Punkt und zieht gekonnt Parallelen zur deutschen (oder bayrischen?) Kultur. Übrigens findet der Autor chinesisch die leichteste Sprache der Welt :D - Möge er Frieden im Geiste und Liebe im Herzen finden und damit den alten chinesischen Weisen auf der Spur sein......
Unterhaltsam, aber auch befremdlich ..., 9. Januar 2008
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, frage ich mich, ob ich es mir wirklich antun soll, demnächst nach China zu fahren ... Bei allem Humor, der dem Autor eigen ist, werden die Chinesen aus meiner Sicht nicht gerade sehr sympatisch dargestellt. Zu viel Augenmerk wird in diesem Buch auf eher befremdliche Eigenheiten gelegt wie z.B. merkwürdige Ernährungs- und Küchengepflogenheiten, das Spucken, der Umgang mit SARS, wie wird der Ausländer am besten übers Ohr gehauen? ... usw. usf.Ein Kapitel, das die Chinesen als wirklich liebenswertes Volk dastehen lässt, quasi eine Hommage an das Land, in dem Kai Strittmatter acht Jahre lebte, habe ich nicht finden können.Tja, und als wirkliche Gebrauchsanweisung für China habe ich das Buch auch nicht verstanden; vielleicht verstehe ich jetzt einiges besser, über den Umgang aber mit den Menschen selbst habe ich nicht sehr viel mitnehmen können.Da das Buch aber, wie oben schon gesagt, mit einigem Humor geschrieben ist, kann man es durchaus lesen - wenn auch nicht unbedingt als Einstimmung für eine unmittelbar bevorstehende Reise.
keine Gebrauchsanweisung, eher Appetitanreger, 23. Dezember 2007
Das Buch ist keine Gebrauchsanweisung. Es beschreibt keine klaren Verhaltensformen, die man in bestimmten Situationen anwenden könnte. Es langweilt manchmal eher mit chinesischen Bezeichnungen, die ein chinesisch Unwissender einfach nicht einordnen kann. Aber es gibt einem die Möglichkeit in eine andere Kultur zu schnuppern und sich so Appetit zu holen.
Gewaltiges China-Wissen aber keine Gebrauchsanweisung, 15. November 2007
Ja, die Lektüre von Kai Strittmatters Buch Gebrauchsanweisung für China" bereitet großen intellektuellen Spaß. Strittmatter findet auf jeder Seite faszinierende Bilder, mit denen er seine intensiven Begegnungen in der chinesischen Umgebung beschreibt. Er versteht es, sein umfangreiches Wissen über China geschickt in die Deutung seiner zuweilen ganz persönlichen Erlebnisse seines achtjährigen Aufenthalts als Journalist der Süddeutschen in China zu verpacken. Vor allem aber kann Strittmatter schreiben. Immer stimmen Diktion und Aussage überein, in jedem Kapitel versteht er es, Spannungsbögen aufzubauen und selbst dann noch zu halten und sauber zu Ende zu führen, wenn der Leser schon ob der schieren Masse interessanter Einzelheiten den Blick auf das Ziel zu verlieren droht. Strittmatter packt seine Leser und verlangt durch seine ungewöhnlich hohe Informationsdichte höchste Aufmerksamkeit von ihnen. Das Überlesen auch nur eines Halbsatzes würde wohl jeder Leser als großen Verlust befürchten, denn Strittmatter gibt in jeder Zeile profunde Einblicke in chinesische Denkweisen.Strittmatters Gedanken zu China sind stets gut recherchiert und wohlbegründet. In seinen Gedankengängen wechselt er geschickt die Perspektiven. Mal beschreibt er chinesische Alltagsphänomene mit den staunenden Augen eines gebildeten Deutschen- so zum Beispiel den chinesischen Gruß Haben Sie schon gegessen!" - mal lässt er chinesische Protagonisten so zu Wort kommen, dass auch ein völlig unbedarfter Leser erkennen müsste, dass man die Sache ja auch durchaus auf diese chinesische Art bedenken könne, wenngleich man selbst wohl nie auf diesen Gedanken gekommen wäre. Und ein andermal nimmt Strittmatter die Rolle des Dokumentatoren ein, der mit scharfem Blick unvereinbare Standpunkte in der deutsch-chinesischen Gedanken-Begegnung beobachtet.Das Buch will der China-Interessierte nicht aus der Hand legen. Der Leser brennt geradezu darauf, die nächste gedankenanregende deutsch-chinesische Absonderlichkeit auf der nächsten Seite zu erfahren. Nur selten muss sich der Leser bis zur übernächsten Seite gedulden. Das Buch ist aber nicht nur für China-Anfänger ein Lesegenuss. Auch China-Kenner fühlen sich nach wenigen Zeilen magisch zum Weiterlesen in Strittmatters Gebrauchsanweisung verführt. ,Stimmt! Stimmt!' rufen sie innerlich in jedem Absatz aus, ,So habe ich es auch erlebt, nur hätte ich die Begebenheiten nicht derart fesselnd beschreiben und schon gar nicht mit so profundem China-Wissen garnieren können.'Und wenn man dann doch das Buch zur Seite legen muß, was der Leser wohl nach der Lektüre zögerlich und nach mehrmaligem erneuten Durchblättern und Anlesen besonders gut gelungener Kapitel schließlich nicht mehr vermeiden kann, dann folgt auf den intensiven Rausch der deutsch-chinesischen Rezeptionsästhetik plötzlich die Leere, die der Leser schon während der Lektüre vorausgeahnt und mit fortschreitender Lektüre immer deutlicher auch befürchtet hatte. Was mache ich jetzt mit all dem Wissen? Eine Antwort auf diese Frage bleibt Strittmatter schuldig. Aber halt, das ist ihm nicht zu verübeln, es ging ihm ja auf 240 Seiten erkennbar um das Bezeugen des zeitgenössischen Chinas aus ausländischer Sicht, nicht etwa darum, geschickte Umgangsformen mit diesen chinesischen Begebenheiten zu skizzieren. Sein Ziel erreicht Strittmatter mit Bravour zur Freude des Lesers, der einen schöngeistigen erbaulichen Einblick in chinesisches Denken erhofft hat, und auch derjenigen Leser, die sich gern an ihre eigenen intensiven Chinaerfahrungen erinnern.So bleibt eigentlich nur zu bekritteln, dass Strittmatters äußerst gelungenes Buch in einer Reihe publiziert wird, die einen verwirrenden Namen trägt. Strittmatter bietet genauso wenig eine Gebrauchsanweisung im Sinne konkreter Handlungsempfehlungen für China, wie Dambmann in der selben Reihe für Japan oder Gruëa für Tschechien und Prag. Zurück zur offenen Frage: Was macht der Leser mit all dem geballten China-Wissen? Nun, manch Leser wird schon das ein oder andere damit anfangen können und sich nicht nur an einen Lesegenuss erinnern. Vielleicht sollten wir deshalb genauer fragen: Was macht ein angehender deutscher Expat in China mit all dem China-Wissen? Er wird versuchen die Struktur erkennen zu wollen und daran voraussichtlich verzweifeln, besser gesagt leider allzu leicht viel zu einfache Schlüsse ziehen. Schlüsse die da heißen In China ist alles anders.", China ist halt nicht zu verstehen." und Wenn meine chinesischen Geschäftspartner erst einmal meine Gedankenwelt begreifen, werden sie mich schon verstehen und schätzen." Strittmatter will mit seinem Buch bestimmt nicht solch globale und unangemessen simple Gedanken verbreiten. Er will die Augen öffnen für das Faszinierende, das sich aus Kulturunterschieden ergibt. Doch leider erhält der Leser kaum eine Gedankenstruktur an die Hand, die ihm als Krückstock auf eigenen Erkundungen in deutsch-chinesischen Begegnungen dienlich sein könnte.Und deshalb, weil der Leser mit all dem überwältigendem Wissen allein gelassen wird, empfiehlt sich das Buch für angehende Auslandsmitarbeiter vor einem Einsatz in China leider nur sehr begrenzt. Allen allgemein an China Interessierten sei es aber durchaus empfohlen.
China verwirrt, 1. Oktober 2007
Wie wahr! Wer - wie der Schreiber dieser Zeilen - dieses Land zum ersten Male bereist, kann Kai Strittmatter - der jahrelang in China gelebt hat - nur zustimmen. Es gibt wohl kein Land der Welt, das (derzeit) so zwischen den Extremen pendelt: In (weiten) Teilen Tibets etwa tiefste Rückständigkeit (und Armut) wie in einem Entwicklungsland; in Shanghai dagegen protzt man mit seinem Reichtum...Das Buch zeigt - mit viel Humor - genau diesen Widerspruch auf: es gibt keine einfache Erklärung für China, wobei - laut Autor - im Moment "niemand ...verwirrter ist als die Chinesen selbst".Jedenfalls eine amüsante und empfehlenswerte Lektüre, aufgeteilt auf viele Kapitel ("Familie", "Essen", "Hitze und Lärm...), die beim Leser, wenn er das Land bereist, nicht nur einmal das berühmte AHA-Erlebnis auslöst!
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