Kundenmeinungen
im tiefen Grund liegt manches verborgen, 12. Juli 2008
Mein zweites Buch nach "Milchgeld", das ich über Kommissar Kluftinger gelesen habe. Gleich vorneweg gesagt: ich musste an mehreren Stellen herzhaft lachen, doch eher zu Beginn als gegen Ende.Über den Inhalt des Buches wurde bereits genug berichtet, so dass ich den nicht nochmals aufgreifen möchte. Klar ist das ein "konstruierter" Fall und mit den sämtlichen Verstrickungen wurde ziemlich dick aufgetragen. Doch für mich ist das Buch auch weniger ein ernstzunehmender Krimi als vielmehr eine Komödie mit heimatlichen Ambitionen. Die Figur des Kommissars wird einmal mehr durch den Kakao gezogen und kaum ein Fettnäpfen bleibt stehen, in das er nicht unbeabsichtigt hineintritt. Das hat durchaus seinen Spaßfaktor, wenn es auch ziemlich unlogisch erscheint, wie dieser "vertrottelte" (jetzt durchaus nett gemeint) Kommissar solch haarscharfe Schlussfolgerungen ziehen kann, die letztendlich zur Auflösung des Falles führen. Aber, wenn man das Buch eben als Komödie versteht, macht diese überzeichnete Figur durchaus Sinn.Was mit zunehmender Länge des Buches jedoch für mich auch zunehmend nervig wurde, war der inflationäre Einsatz von Stilmitteln wie z.B. "hochroter Kopf", "Schweiß aus allen Poren", "Unterkiefer heruntergeklappt", die die Dramatik der Situation wohl plastisch darstellen sollen. Hier wäre ein bisschen weniger mehr gewesen, da sich diese Begriffe doch schnell ausgelutscht haben.Fazit: Die Geister werden sich auch beim 3. Fall von Kluftinger sicherlich scheiden. Ich denke, es kommt vor allem auf die Haltung an, mit der man sich an dieses Buch heranmacht. Betrachtet man die Krimirahmenhandlung mit einem zwinkernden Auge und besitzt die Fähigkeit sich genüsslicher Schadenfreude hinzugeben, wird man sicherlich mehr Spaß an diesem Werk haben als wenn man bierernst an die Sache herangeht.
Super Buch, 27. Juni 2008
Für jeden der das Allgäu kennt ist dieses Buch ein muss. Es ist sehr witzig und spannend zugleich. Habe die Bücher Erntedank und Milchgeld auch gelesen und freue mich schon auf das Buch Laienspiel. Auf weitere Fälle vom Kommissar Kluftinger freue ich mich schon. Viel Spaß beim Lesen.
Hörbuchversion.... einfach nur schlimm...., 5. Mai 2008
Nachdem ich den ersten Teil der Kluftinger-Reihe als Buch gelesen habe (fand ich eigentlich ganz nett...mehr aber auch nicht) war ich nun gespannt auf einen "Kluftinger" in Hörbuch-Version. Nun, habe schon viele, viele Hörbücher genossen mit den verschiedensten Sprechern und war mal begeistert von den Stimmen (z. B. in "Die Säulen der Erde") mal konnten sie mich weniger überzeugen. Aber Klüpfel und Korb sollten lieber beim Schreiben bleiben und das Sprechen anderen überlassen. "Seegrund" ist einfach nur "hölzner runtergeleiert". Die beiden bemühen sich zwar Akzente zu setzen, was aber leider so gut wie gar nicht gelingt. Wenn man die Stimme des Kluftinger hört, stellt man sich unweigerlich einen jungen Hupfer vor der bestenfalls Streife fährt, und nicht einen "gstandenen" Kommissar, der auf Kässspatzen steht! Schade, die Investition in gute Stimmen hätte sich bei den Kluftinger-Fällen mit Sicherheit gelohnt. Aber so kann ich nur empfehlen: Schade um`s Geld bei der Hörbuchversion - lieber doch selber lesen!
Über das Ziel hinausgeschossen, 29. April 2008
Der gemütliche und etwas weltfremde Kommissar Klupfinger macht gleich zwei Entdeckungen kurz nacheinander: Zuerst muss er feststellen, dass die Freundin seines Sohnes Japanerin ist, und kurz darauf findet er einen verunfallten Taucher beim Familienspaziergang am Alatsee. Da es tiefer Winter ist und der Taucher in einer Blutlache zu liegen scheint, was sich allerdings wenig später als Trugschluss herausstellt, beginnen quasi umgehend die Ermittlungen. Dabei wird Klupfinger gegen seinen Willen von einer kettenrauchenden, androgynen Füssener Kollegin unterstützt. Die Suche nach den Hintergründen führt zurück ins Dritte Reich.Mit dem Erfolg der Reihe um den korpulenten Polizisten aus dem Allgäu, der in den ersten beiden Bänden noch Fälle zu ermitteln hatte, die über einen regionalen Bezug verfügten, meinen die Autoren offenbar, auch spektakulärere Kriminalgeschichten auffahren zu müssen, aber damit tun sie sich meiner Meinung nach keinen Gefallen. Der Reiz der Regionalkrimis bestand gerade darin, dass es um Verbrechen ging, die mit dem Umfeld zu tun hatten; Crimestorys, die mit Verschwörungen, Nazi-Altlasten und vergleichbarem arbeiten, bekommt man allenthalben zuhauf serviert. Klüpfel und Kobr legen allerdings noch drauf: Die spießige Merkbefreitheit und das tollpatschige Gebaren des Ermittlerhelden wird auf die Spitze getrieben und kippt nicht selten in puren Slapstick um. Auf diese Art wird ihre Hauptfigur unsympathisch und, vor allem, unglaubwürdig, denn einem Kommissar, ob ländlich oder großstädtisch, der bei jeder Gelegenheit "hochrot" (ich habe irgendwann aufgehört, mitzuzählen) wird und von einer peinlichen Situation in die nächste tapert, nimmt man früher oder später die brillanten Schlussfolgerungen nicht mehr ab. Zudem endet die Geschichte vorhersehbar, ist also nicht einmal spannend. Und auch der Spaß an der vormals originell erscheinenden, linearen, nicht immer stilsicheren, Perspektiven missachtenden und streckenweise recht zähen Erzählweise schleift sich hier deutlich.Ich habe übrigens gleich im Anschluss die ersten hundert Seiten des Folgebandes "Laienspiel" gelesen und das Buch dann genervt beiseite gelegt. "Schmierentheater" wäre der bessere Titel gewesen. Der Terror erreicht das Allgäu, und diese Geschichte ist hanebüchen, klischeehaft, unkomisch und in Bezug auf die Figurenzeichnung Kluftingers so überzogen, dass kein Lesespaß mehr bleibt. Ganz im Gegenteil.
Klufti hat das Zeug zum Kultkommissar, 12. April 2008
Ich habe alle Romane von dem Autorenduo verschlungen. Ich finde die Figur Kluftinger einfach genial. Gerade die Abschweifungen in Kluftis Privatleben lockern den Roman so richtig auf und haben mir schon wahre Lachanfälle beschert. Die Kluftingerromane sind einfach lustige, intelligente Kriminalromane, bei denen man ausnahmsweise nicht mit grausigen Szenen konfrontiert wird, sondern auch ein Mal herzhaft Lachen kann. Ich freue mich schon darauf, wenn ich den nächsten Kluftiroman in die Finger bekomme.
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