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Volker Klüpfel, Michael Kobr: Seegrund: Kluftingers dritter Fall

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Seegrund: Kluftingers dritter Fall

von Volker Klüpfel Michael Kobr

Piper

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03/Dez/2008 - 04:12


Beschreibung

Kleine schaurige Heimatkunde vorweg: Wer den Zugang zur Hölle suche, heißt es drohend auf der Website des Bayrischen Rundfunks, Abt. „Land und Leute“, liege beim Alatsee nahe Füssen genau richtig: Blutrote Färbung, purpurnes Nebelgewalle, tief unten, mangels Sauerstoff, nichts als der Tod!!!! Als wäre dies und der infernalische Schwefelgeruch nicht genug, soll auch noch ein verfluchter Mönch aus dem 17. Jahrhundert mit Rassel und Geheul seinen Soundtrack beisteuern. Ach ja, ein düsteres Geheimnis aus Deutschlands dunkelster Zeit soll hier angeblich auch noch versenkt liegen. Davon erwähnt der Bayrische Rundfunk allerdings nichts. Alles in allem also, kein schlechter Startplatz für Kommissar Kluftingers langerwarteten dritten Fall.

Dabei wollten der bärbeißige Allgäuer und seine Erika lediglich ihren Sohn und dessen neue Freundin in Füssen zum gemeinsamen Weihnachtsfest abholen. Nachdem Kluftingers xenophobes Hassgebrummel gegen japanische Neuschwansteinbesucher abrupt endet, als er entgeistert feststellen muss, dass Markus' Neue aus dem Lande Nippon stammt, entschließt man sich zu einem Beruhigungsspaziergang entlang des idyllischen Bergsees. Der letzte Rest vorweihnachtlicher Stimmung fleucht ins Gebirg', als die vier auf eine männliche Leiche in einer riesigen Blutlache stoßen. Angesichts der rätselhaften Zeichnung, die der Tote vor seinem gewaltsamen Ableben in den Schnee gekratzt hat, startet Kluftinger durch!

Bajuwarisches Mythengewaber, heimatlich wohliges Kässpätzle-Feeling, ein grantelnder Kriminaler, der die Maske voralpenländischer Betulichkeit oft genug herunterreißt --, das Autorenduo Klüpfel und Kobr scheint auf eine Goldader gestoßen zu sein, wie die Leserzuschriften beweisen. Ob im Nahkampf mit dem Fotohandy, seinem krudem Englisch („…your sunbrill, Miss!“), oder dem größten anzunehmenden Ungemach in Gestalt einer neuen Assistentin an seiner Seite --, gemächlich tapsend wie Braunbär Bruno treibt Kluftinger seine Allgäuer Ermittlungen um den toten Taucher vom Alatsee voran. Gestalten die sich anfänglich noch unerwartet zäh, so führen bald alle Hinweise auf den Grund des Alpengewässers und seines blutroten Geheimnisses, von dem der Bayrische Rundfunk, Abt. „Land und Leute“ partout nichts wissen wollte. Wir aber sind gerne eingetaucht in den schaurig-schönen Höllenschaum und freuen uns jetzt schon auf den vierten Kluftinger-Fall. --Ravi Unger





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Spannend, jedoch nicht so sehr wie seine Vorgänger, 30. November 2008

Der dritte Fall der Klufinger-Reihe ist an und für sich nicht schlecht, leider habe ich mir eine spannendere und mythischere Geschichte - ähnlich im Stil von "Erntedank" erwartet. Der Klappentext über den mystischen allgäuer Bergsee verspricht einiges, jedoch war ich bei der Entwicklung der Geschichte bzw. bei der Auflösung beinahe etwas enttäuscht. Auch die Verbindung mit dem dritten Reich war nicht ganz so nach meinem Geschmack.Trotz allem ist der Band lesenwert, man darf ihn nicht recht mit den anderen beiden Bänden vergleichen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Durchwachsene Gefühle, 23. Oktober 2008

Als ich auf das Buch stieß, dachte ich mir "Wow, das klingt gut, das klingt spannend und es klingt ein bisschen nach Lokalkolorit. Davon gibt es viel zu wenig gute Geschichten".Nun, die Geschichte ist nicht schlecht, wenn man sie auch von Kirst, Simmel und Co. schon vor vielen Jahren in dieser oder jener Variation gelesen hat.Hin und wieder steht einem auch ein Grinsen im Gesicht, aber je länger man liest umso mehr gefriert einem dieses wieder ein.Der Protagonist Kluftinger, immerhin Kommissar bei der Kriminalpolizei, ist eine Figur wie aus einer anderen Welt, er wird bei jeder Gelegenheit rot, führt lächerliche, bubenhaft anmutende, Kleinkriege mit dem Gatten der Freundin seiner Frau, dieser immerhin Arzt, also Akademiker, von Beruf. Kluftinger hat keine Ahnung von der Gegenwart, weiß nicht was Ebay ist, kann einen Flachbildschirm nicht abschalten und fährt am liebsten einen schrottigen Passat. Wenn er Unterwäsche für seine Frau kaufen möchte versinkt er vor Scham fast im Boden und zum Umziehen im Theater benötigt er die ganze Toilette, und wenn ihn ein anderer Mann (!!) in langen Unterhosen sieht, dann ist ihm auch das peinlich.Die Beschreibung von Ehe und Familie mutet unglaublich klischeehaft an und wenn es dann ständig um das Verspeisen von Kässpatzen und Linsen mit Spätzle geht, dann reicht es dem Leser!Kurz und gut, das Ganze ist schon sehr unterirdisch!Ein Spannungsbogen ist in der ganzen Geschichte nicht zu entdecken!Trotzdem hat sie einen gewissen Charme, den man sich nicht richtig erklären kann!Spannend wird es im Grunde nur auf den letzten Seiten wenn es auf die Lösung zugeht, wobei man beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, wie und woher dieser kindische Polizeibeamte selbige plötzlich aus dem Hut zieht.Wie der Kultstatus des Kommissar Kluftinger entstanden ist kann man nach der Lektüre von Seegrund absolut nicht nachvollziehen und man hat gelegentlich schon das Gefühl, die Autoren möchten den Leser ein bisschen veräppeln, austesten wie weit sie gehen können!Weitere Romane mit Kluftinger werde ich sicherlich nicht lesen, dafür habe ich mich zu oft geärgert über diese oft nicht sehr witzige und wenig Colombohafte Figur!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Recht gut, aber kein Knaller, 16. September 2008

Eigentlich ein ganz guter Krimi mit einem sehr lustigen Kommissar. Leider haben die teilweise recht langatmigen Passagen in der Nebenhandlung dem Buch an Spannung genommen. Dass ein paar ältere Herren seit ihrer fühen Jungend in der Nazi-Kriegszeit eine Geheimnis mit sich tragen, welches auf dem Grund des Alatsees verborgen ist, ist von der Story her gut gemacht. Die Ermittlungsarbeit mit einigen sehr spaßigen Einlagen fand ich auch sehr gelungen. Aber dann kamen immer wieder die Nebenhandlungen aus der Familiensaga des Klufti und die haben mich gelangweilt.Der Schluss wiederum ist dann doch noch gut gelungen.Insgesamt gut.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  im tiefen Grund liegt manches verborgen, 12. Juli 2008

Mein zweites Buch nach "Milchgeld", das ich über Kommissar Kluftinger gelesen habe. Gleich vorneweg gesagt: ich musste an mehreren Stellen herzhaft lachen, doch eher zu Beginn als gegen Ende.Über den Inhalt des Buches wurde bereits genug berichtet, so dass ich den nicht nochmals aufgreifen möchte. Klar ist das ein "konstruierter" Fall und mit den sämtlichen Verstrickungen wurde ziemlich dick aufgetragen. Doch für mich ist das Buch auch weniger ein ernstzunehmender Krimi als vielmehr eine Komödie mit heimatlichen Ambitionen. Die Figur des Kommissars wird einmal mehr durch den Kakao gezogen und kaum ein Fettnäpfen bleibt stehen, in das er nicht unbeabsichtigt hineintritt. Das hat durchaus seinen Spaßfaktor, wenn es auch ziemlich unlogisch erscheint, wie dieser "vertrottelte" (jetzt durchaus nett gemeint) Kommissar solch haarscharfe Schlussfolgerungen ziehen kann, die letztendlich zur Auflösung des Falles führen. Aber, wenn man das Buch eben als Komödie versteht, macht diese überzeichnete Figur durchaus Sinn.Was mit zunehmender Länge des Buches jedoch für mich auch zunehmend nervig wurde, war der inflationäre Einsatz von Stilmitteln wie z.B. "hochroter Kopf", "Schweiß aus allen Poren", "Unterkiefer heruntergeklappt", die die Dramatik der Situation wohl plastisch darstellen sollen. Hier wäre ein bisschen weniger mehr gewesen, da sich diese Begriffe doch schnell ausgelutscht haben.Fazit: Die Geister werden sich auch beim 3. Fall von Kluftinger sicherlich scheiden. Ich denke, es kommt vor allem auf die Haltung an, mit der man sich an dieses Buch heranmacht. Betrachtet man die Krimirahmenhandlung mit einem zwinkernden Auge und besitzt die Fähigkeit sich genüsslicher Schadenfreude hinzugeben, wird man sicherlich mehr Spaß an diesem Werk haben als wenn man bierernst an die Sache herangeht.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Super Buch, 27. Juni 2008

Für jeden der das Allgäu kennt ist dieses Buch ein muss. Es ist sehr witzig und spannend zugleich. Habe die Bücher Erntedank und Milchgeld auch gelesen und freue mich schon auf das Buch Laienspiel. Auf weitere Fälle vom Kommissar Kluftinger freue ich mich schon. Viel Spaß beim Lesen.




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