Kundenmeinungen
Das andere Abenteuerbuch, 1. Februar 2008
Sagen wir es gleich wie es ist: ein hervoragender Stoff, eine einfühlsame Erzählung und ein packendes menschliches Schicksal!
Jon Krakauer beschreibt in seinem Buch das Leben und Sterben von Christopher Mc Candless, einem jungen, hochbegabten Abenteurer, der sich im Jahr 1992 in die Wildnis Alaskas aufmachte, wo er nach einigen Monaten, in denen er sich nur von dem, was die Natur hergab, ernährt hatte, schließlich den Hungertod fand. Dahinter könnte man Leichtsinn oder selbstmörderische Gedanken vermuten, doch dem ist nicht so. Der Held geht einfach seinen Träumen und Idealen nach, zieht einen Schlußstrich mit der Welt, in der er bereits einen glänzenden Einstieg hatte, um im Einklang mit der Natur und in aller Freiheit zu leben.
Akribisch beschreibt der Autor dabei das Leben von Mc Candless, wobei er einen Fokus auf die letzten Lebensjahre des Mannes, der mit nur 24 Jahren starb, legt. Unzählige Personen, die Mc Candless kannten, darunter Familienmitglieder, Schul- und Studienfreunde, sowie Menschen, die den Tramper in ihren Wagen mitnahmen und sich mit dem seltsamen Fremden anfreundeten, wurden von Krakauer für diese eindrucksvolle Charakterstudie befragt. Ein Freund des Toten merkte an, dass Mc Candless im falschen Jahrhundert geboren wurde, da er sich nach einer Wildnis sehnte, die längst nicht mehr existiert. Diese Tatsache wurde dem glühenden Verehrer von Tolstoi, London und Thoreau letztlich zum Verhängnis.
Obwohl man als Leser auf der einen Seite über das Verhalten Mc Candless' nur den Kopf schütteln kann, muss man auch seine Lebensweise, die nichts mehr verabscheute als Oberflächlichkeit, anerkennen, ja sogar bewundern. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass einen das Schicksal des jungen Mannes und das seiner Familie, die sehr unter dem Verschwinden des Sohnes zu leiden hatte, sehr nahe geht.
Jon Krakauer versteht es meisterlich, das Leben von Christopher Mc Candless ohne übertriebene Sentimentalität zu beschreiben. Dabei zieht der Journalist und begeisterte Bergsteiger immer wieder Parallelen zu jenen, die ähnlich dachten und handelten wie Mc Candless. Hin und wieder streut Krakauer auch autobiographische Erlebnisse ein, denn auch er selbst hatte, als er in diesem Alter war, einiges mit Mc Candless gemeinsam, was wohl auch erklärt, weshalb gerade dieses Thema Krakauer nicht losgelassen hat.
"In die Wildnis" hätte man nicht besser schreiben können. Das Buch liest sich flüssig und ist spannender als jeder Roman, so dass man die 300 Seiten in Windeseile verschlungen hat. Bereits Krakauer's Everest-Drama "In eisige Höhen" war faszinierend und auch dieses Buch wird jeden Leser in seinen Bann ziehen!
In die Wildnis - 5 Sterne, 31. Januar 2008
Als eigentlicher Lesemuffel hatte ich das Buch in 3 Tagen durch. Auch zwei Tage später fesselt mich die Geschichte immer noch und stimmt mich nachdenklich.
Krakauer erzählt die Geschichte des jungen "Überfliegers" Chris McCandless der schulisch als auch sportlich großes Talent besitzt und reichen Verhältnissen entspringt. Nach Abschluss des College entschließt er sich dem bürgerlichen, wohlhabenden, von materiellen Dingen geprägten Leben Lebewohl zu sagen. Seine Reise/Flucht in die Wildnis endet mit seinem Tod in der Wildnis Alaskas.
Krakauer schafft es das Leben McCandless interessant und bis zum Schluss spannend zu schildern, auch wenn schon zu Beginn des Buches fest steht wie die Geschichte enden wird. Immer wieder schweift der Autor von der eigentlichen Geschichte ab und versucht Parallelen zu anderen jungen Abenteurern zu ziehen. Auch wird früh klar, dass Krakauer viele Eigenschaften McCandless in sich selbst wiederfindet was dazu führt dass er nicht immer objektiv erzählt und McCandless Entscheidungen gegen seine Kritiker verteidigt.
Allen Abenteurern, Backpackern, Aussteigern möchte ich das Buch ans Herz legen, beschreibt es in meinen Augen wunderbar die Geschichte eines jungen Mannes dessen Sehnsüchte nach Freiheit und Wildnis in vielen von uns schlummern. Es zeigt aber in meinen Augen auch sehr gut, dass die romantische Vorstellung von Wildnis i.d.R. nur sehr wenig mit der Realität zu tun hat und dass die Wenigsten Ihr Seelenheil allein in der Wildnis finden werden. Zum Ende des Buches wird spekuliert, dass diese Erkenntnis auch in McCandless reifte und er beschlossen haben soll nach seinem Alaskaabenteuer in die Gesellschaft zurück zu kehren.
einfach überwältigend, 30. Januar 2008
Den Inhalt dieses Buches/die Geschichte ansich rezitiere ich hier nicht mehr, das wurde bereits ausreichend getan.
Ich habe dieses Buch vor 2-3 Monaten gelesen und gestern nun auch endlich den Film (OmU) im Kino gesehen, auf den ich nach dem Lesen sehr gespannt war...und ich bin ehrlich einfach überwältigt!
Es war (für mich) das erste Mal, dass ein Buch und ein anschließend gedrehter Film zwar dieselbe Geschichte erzählen, der Film aber dieses Buch noch übertrifft!! Beides für sich ist großartig, jedes auf seine Weise.
Das Buch ist nicht wirklich in Roman-Form geschrieben, erzählt die Fakten, ohne dass es wie ein Heruntergespuhle von Daten wirkt. Gefühle, Gedanken, dass sind Dinge, die dem Leser dabei von selbst kommen, je nachdem, wie sehr/wie weit man sich darauf einlassen kann oder will. Jon Krakauer erzählt von Gleichgesinnten, bringt andere "Abenteurer" ins Spiel, auch sich selbst, schon allein, um ein wenig in die Köpfe u. Herzen "dieser wilden, abenteuerlustigen, freiheitsliebenden Menschen" hineinschauen zu können, um vielleicht ein Stück weit Verständnis für deren Denkweisen, Motivationen und vor allem deren Entscheidungen zu bekommen. Jon Krakauer läßt häufig einfach die Menschen erzählen, die Chris kannten; seine geliebte Schwester, die Menschen, denen er auf seiner Selbstfindungsreise begegnet ist, die ihn einen Teil seines Weges dorthin begleitet haben (nicht im Sinne von Wegbegleiter, sondern als "Input" seiner Gedanken- und Gefühlswelt!) und dadurch auch an seinem Ziel, seiner letztendlich gefundenen Erkenntnis beteiligt sind. Das ist das Buch. Ich hatte es nach dem Lesen verschenkt, da ich es unbedingt jemandem zum Lesen geben wollte. Nun aber, nach dem Film, muss ich mir dieses Buch einfach noch einmal besorgen, denn ich möchte immer wieder darauf zurückgreifen können. Solche Bücher sind unbezahlbar!
Meine Empfehlung: sehen Sie sich, nachdem Sie das Buch gelesen haben, unbedingt den Film an!! Auch wenn das Ende der Geschichte nach dem Buch nunmal bekannt und natürlich im Film auch nicht zu beschönigen ist, es ist so perfekt erzählt (im wahrtsten Sinne) und bebildert und musikalisch (Eddie Vedder) untermalt bzw. schon eher bekräftigt (!), dass einem der Atem stockt. Mir zumindest mehrfach!! Es ist auch überhaupt kein Problem, wenn Sie gestern das Buch beendet haben und heute Abend ins Kino gehen. Es ist sogar sehr ratsam, erst das Buch zu lesen (die Fakten!) und dann den Film zu schauen (die Bilder! die Emotionen! die Geschichte an sich!). Jedes für sich ist phantastisch, aber zusammen ergänzen sich Buch und Film zu einem Gesamtwerk, dass sich gegenseitig nur noch mehr aufwertet und dass (mir) nicht mehr aus dem Kopf geht. Und aus dem Herzen, ich bin zutiefst berührt, obwohl ich bis dato nicht wirklich glaubte (oder wußte?), soviel Sehnsucht zu haben, nach soviel Lebensfreude und Freiheit zu suchen. Wahrscheinlich war ich mir der Bedeutung dessen einfach nur nicht bewußt...
fesselndes Buch, 21. November 2007
Der junge Hochschulabsolvent Christopher Johnson McCandless verstößt sein altes Leben und lebt über zwei Jahre als Tramper und Gelegenheitsarbeiter in Nordamerika bevor er schließlich nach Alaska aufbricht, wo seine Leiche im August 1992 in einem verlassenen Bus in der Wildnis gefunden wird.
In diesen zwei Jahren sammelt er viele Lebenserfahrungen und bereitet sich auf sein letztes großes Abenteuer, Alaska, vor.
Dort will er unter einfachsten Bedingungen in der Wildnis leben, was ihm schließlich zum Verhängnis wird.
Christopher J. McCandless schafft es zwar über 100 Tage in der Wildnis zu überleben, unterliegt aber letztendlich doch der unbarmherzigen Natur.
Jon Krakauer versteht es, McCandless nicht als einen leichtsinnigen Idioten darzustellen, der das Leben in der Natur unterschätze. Viel eher versucht er, McCandless Handlungsweisen dem Leser als eine Art Selbstfindung verständlich zu machen.
Der Autor identifiziert sich selbst mit Christopher J. McCandless, was daran liegen könnte, dass Jon Krakauer in seinen jungen Jahren Bergsteiger war und auch das Abenteuer suchte.
Dies erklärt auch seine euphorische und nahe Erzählweise von McCandless als einen Abenteurer, der die unberührte Natur hautnah erleben wollte, und nicht als einen naiven jungen Mann.
Jedoch erschienen Krakauers autobiografischen Erlebnisse und die anderer Personen mit ähnlichen Erfahrungen in der Mitte des Buches zu langatmig und sie tragen wenig zur eigentlichen Handlung bei.
Insgesamt kann man Jon Krakauer für sein Buch In die Wildnis ein großes Lob aussprechen, er schafft es den Leser zu fesseln und die Spannung über die 300 Seiten des Buches nahezu aufrecht zu erhalten.
Die etwas langatmigen Passagen des Buches trüben dabei den Lesespaß nur minimal.
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt allen empfehlen, die eine wahre und außergewöhnliche Geschichte lesen und sich selbst ein Bild machen wollen, ob Christopher J. McCandless einfach ein Spinner und hoffnungsloser Romantiker auf der Suche nach dem großen Abenteuer war, oder etwas tat, wozu uns der Mut fehlt.
Tod am Stampede Trail, 20. November 2007
Ende August 1992 finden Elchjäger in einem alten Bus auf dem Stampede Trail in Alaska einen toten jungen Mann. Es ist Christopher Johnson McCandless, Student aus wohlhabender Familie - sein Vater hat als Ingenieur in der Raumfahrtindustrie einen guten Namen. Seit Christopher sein Geschichts-und Anthropologiestudium an der Emory University in Atlanta im Sommer 1990 abgeschlossen hatte, hörte seine Familie nichts mehr von ihm - bis die Nachricht von seinem Tod eintraf.
Der Abenteurer, Extremsportler und Journalist Jon Krakauer, berühmt geworden durch seinen Mount-Everest-Skandalbericht "In eisigen Höhen", hat sich mehr als ein Jahr auf Spurensuche begeben. Er fand heraus, daß Christopher ein ständig unter Hochspannung stehender junger Mann war, der Tolstois Asketentum und ethische Unbeugsamkeit nachahmen wollte. Auf der Suche nach ungefilterten Lebenserfahrungen wanderte und trampte er über zwei Jahre lang quer durch Nordamerika. Die Leute, die er unterwegs traf, beschreiben ihn als eigenwillig, aber auch als freundlich. Ihn reizte die Gefahr, aber er ist keineswegs ein romantisierender Naturträumer. Als er 1992 nach Alaska trampt und sich mit fünf Kilo Reis und einem Gewehr in die Wildnis am Mt. McKinley zurückzieht, sollte es sein letztes großes Abenteuer werden. Daß es tödlich ausgeht, ist Pech in tragischen Dimensionen...
Jon Krakauer ist mit "In die Wildnis" ein faszinierendes Dokument moderner Reiseliteratur gelungen, die keinen Anspruch auf objektivierende Berichterstattung erhebt - zumal er "zwischen den Ereignissen seines und meines eigenen Lebens beunruhigende Prallelen entdeckte". Krakauer arbeitet eigene Erfahrungen als Einzel-und Grenzgänger in den Bergen Nordamerikas ein, die er nur mit viel Glück überlebt hat. Außerdem deckt er Parallelen zu anderen jungen Rigoristen auf, die in der Einsamkeit der Natur scheiterten.
|