Kundenmeinungen
Polemisch und wenig fundiert, 7. Januar 2008
Fast Gebetmühlenartig zieht der Author über die Religionen her. Er wiederholt sich fortlaufend und man möchte, sofern man sich auf seine Polemik einlässt einen Ekel vor jeden religiösen Menschen nach der Lektüre empfinden. Was er als Alternative zu bieten hat ist leider nicht Rationalismus und Wissenschaftlichkeit sondern die Vorläufer des Marxismus. Schade!
Ineterlektuell anspruchsvoll, 30. November 2007
Eine nicht gerade leichte Kost - man sollte sich schon etwas mit den Monotheismen auskennen um dem Autor folgen zu können. Das Buch ist, entgegen meinen Vorschreibern, sehr gründlich recherchiert und geschichtlich fundiert.
Das all die "Gläubigen", für die es ja schon die berühmten 3 Bücher gibt, sich hier natürlich vehement wehren, ist nun mal ihre lange, anders denkend, verfolgende Geschichte. Das es für Menschen, die nicht glauben nur Worte mit einem negativen Präfix gibt, sagt eigentlich alles. Gläubige werden sich von diesem Buch nicht bekehren lassen, dafür ist es zu radikal. Menschen die nicht glauben (ich hab das negative Präfix vermieden), werden durch dieses Buch bestätigt
durchaus mit Dawkins vergleichbar, 30. November 2007
Michel Onfrays hervorragend durchdachtes Buch geht auf alle Facetten des sogenannten "Gottesglaubens" bzw. Glaubenswahnsinns ein und zeigt klar auf, warum es wesentlich sinnvoller ist, trotz frühkindlicher Indoktrination Atheist zu sein, als den Wahnvorstellungen irgendwelcher "Religionsstifter" oder selbsternannten Propheten zu erliegen. Besonders gut gelungen fand ich den Einstieg, der den Fall eines gläubigen Muslimen schildert, der unabsichtlich einen Schakal überfahren hat und nun um seinen Einzug ins Paradies bangt. Besser kann man religiösen Unsinn und seinen verheerenden Einfluss auf das Lebensglück der Gläubigen kaum dokumentieren.
Ein insgesamt äußerst lesenswertes Buch, das flüssig und überzeugend geschrieben ist, wobei nie der atheistische Leitfaden verloren geht.
Wem Richard Dawkins gefallen hat, wird auch an Onfray nicht vorbeikommen.
Onfray - der Frauenretter?, 11. November 2007
Der Autor erwähnt sicher eine Reihe von übelsten Fällen von Amts- und Machtmissbrauch von Priestern in der Weltgeschichte, die durchaus Kritik verdienen. In seinem atheistischen Fanatismus nimmt er es mit historischen Fakten aber nicht allzu genau - wie ja auch andere Bewertungen dies hier schon näher erklärt haben. Onfray verwechselt meiner Meinung nach die vernünftige und heilsame Idee der Religion (Kunst des Zusammenlebens) an sich und die Entgleisung einer Religion (die immer wieder vorkommen kann und auch vorkommt) in den Kult samt Götzenbildern oder anderen goldenen Kälbern, samt Opfer, Dogmen und Größenwahn, samt Selbstbedienungsmentalität der Gurus und Massenpsychose der Schäfchen. Natürlich hat auch er - ganz wie jeder Prediger - nur vor, die Welt zu retten. Vor allem die Frauen möchte er angeblich glücklich machen. Dieses Ziel will er jedoch erreichen, indem er die armen Frauen vor dem bitteren Schicksal einer monogam geliebten Braut und Ehefrau und Mutter bewahren hilft. Die Weibchen sollten lieber kinderlos kreuz und quer ihrem unterstellten hemmungslosen Paarungstrieb nachgehen und sich dabei von Pappillomaviren, Herpes, Milben, Läusen, Pilzen, Syphilis, Aids und weiteren Unterdrückungs-Tricks der Religionen nicht beeindrucken lassen. Schließlich gibt es doch heute Kondome, Pillen und Onkologie. Das freut die Pharmaindustrie, erspart unseren Sozialkassen teure weibliche Rentner und lästige lärmende Kinder, sorgt für doppelt so viele nachgefragte Wohnungen und deren Vollausstattungen. Und es macht dank Bevölkerungsschwund die Landschaft bald wieder frei für Wichtigeres als Siedlungsraum - sagen wir, für Müllhalden, Dreckschleudern und Raketentestgelände. Er mag es uns nicht übel nehmen, wenn nicht jeder Normalbürger ihm in diese schöne neue Welt zu folgen bereit ist. Aber es war interessant zu sehen, welche Verwirrung in manchen Köpfen zum Thema Religion herrscht und wie man mit ständigen Wiederholungen genau die kritisierten Manipulationstechniken der Prediger-Konkurrenz anzuwenden bemüht ist, um altes gegen neues Unheil auszutauschen. Basisreligion als Infoquelle hat er offensichtlich noch nicht im Internet entdeckt.
Einfach SCHLECHT und WIDERSPRÜCHLICH, ein Stern ist eigentlich noch zu viel, 10. November 2007
Eigentlich sollte schon der schreiende Widerspruch zwischen dem Klappentext, der den Religionen unterstellt, die Menschen einzuengen, und dem Untertitel des Buches, der mit der Aussage "warum man jetzt Atheist sein muß" ebenfalls einen bevormundenden Anspruch erhebt, schon ein Grund zur Vorsicht mit diesem Buch sein.
Nun ja, auch wenn man sich vom bevormundenden Untertitel erst einmal nicht beeinflussen läßt und das Buch trotzdem liest, findet man nicht wirklich viel Neues, viel oberflächlich Recherchiertes und eine platte Polemik gegen alle religiösen Texte, die hübsch ausgewogen abwechselnd mal für Bibel, Koran oder Talmud als "Märchen", "Wahnsinn" oder "Mythos" bezeichnet werden.
Insbesondere zum Islam scheint den Autor eine wahre Hassliebe zu beherrschen. Das Buch beginnt mit einer respektvoll-mitleidigen Beschreibung über den Lebensvollzug von Muslimen in Mauretanien und endet mit einer Gleichsetzung von Islamismus und Faschismus. Da mir die islamische Innenperspektive nur ansatzweise bekannt ist, möchte ich mir hier kein Urteil über die Qualität der Recherche und Argumentation des Autors erlauben. Im Falle des mir besser vertrauten Christentums überrascht das Buch zum einen mit Angriffen gegen viele Partikulärlehren, die eher dem Bereich der Häresie als dem ökumenischen Konsens des Christentums zuzuordnen sind (dieser ist weder wissenschaftsfeindlich, noch gibt es in ihm detaillierte Beschreibungen der Stoffwechselvorgänge von Engeln), außerdem werden Halbwahrheiten und Fehlinformationen verbreitet wie z.B. die Behauptung, daß die Vulgata zunächst auf Hebräisch abgefasst worden sei oder der bereits in den Evangelien erwähnte Kreuzigungshügel Golgatha eine Erfindung der heiligen Helena (Mutter des Kaisers Konstantin) gewesen sei. Auch die Behauptung, daß der atheistische Philosoph Feuerbach ("und der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde") in der universitären Vermittlung von Philosophie systematisch totgeschwiegen wird, ist zumindest für Deutschland nicht zutreffend.
Alles in allem: Eine billige Polemik gegen die Religion, die außer der regelmäßigen Erwähnung islamistischer Selbstmordattentäter als besonderer Verirrung des Monotheismus keinerlei besondere Aktualität besitzt und die eigentlich an keiner Stelle eine überzeugende Argumentation gegen den Kern der monotheistischen Religion liefert, also weder das "JETZT" noch das "MUSS" des Untertitels in irgendeiner Weise überzeugend bedient.
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