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Christoph Neumann: Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags

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Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags

von Christoph Neumann

Piper

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03/Dez/2008 - 04:24


Beschreibung

Japaner sind arbeitssüchtig, unendlich höflich und kommen bereits mit einer Videokamera in der Hand auf die Welt. In solchen Bildern wird gerne gesprochen, wenn vom Land der aufgehenden Sonne die Rede ist. Gänzlich anders verhält es sich jedoch in der Literatur. Bezüglich Japan finden sich dort fast ausnahmslos politisch korrekte Berichte, bewundernde Schmeicheleien oder Abhandlungen mit dem Hang zur exotischen Darstellung. Dass Christoph Neumanns Buch Darum nerven Japaner eine völlig andere Richtung einschlägt, kann man sich angesichts des Titels bereits denken.

Und richtig: Auf den 160 Seiten liefert der seit Jahren in Japan lebende Journalist Hunderte von Anekdoten, die die skurrilsten Seiten des japanischen Alltags und somit einen Großteil der japanischen Seele beschreiben. Zwar ist es übertrieben, die für Europäer oft ungewohnten Gepflogenheiten als nervig zu bezeichnen -- Kopfschütteln rufen sie dennoch hervor. Dank Neumanns überaus spitzer und bewusst überzogener Schreibe wandelt sich dies aber fast immer in Schmunzeln oder Lachen. Denn egal, ob es um das beinahe heilige Schuheausziehen vor dem Wohnungsbetreten geht, das sogar Rettungssanitäter im akuten Notfall zelebrieren, oder um die Möglichkeit, den Führerschein im Lotto zu gewinnen: Viele Eigenheiten muten bizarr an. So auch die Existenz eines "Tages der Salzstange", die Lautsprecherhinweise, sich bitte nicht zur Hauptverkehrszeit vor den Zug zu werfen oder die halbstündig wiederkehrende Zwangspause in allen Schwimmbädern.

Auch wenn sich Gewissensbisse einschleichen: Peinlich muss dem Leser die heimliche Freude über diese seltsamen Verhaltensmuster nicht sein. Schließlich zählt das Buch zu den wenigen Exemplaren ausländischer Japan-Kritik, das auch in japanischer Sprache erschienen ist. Noch besser: Dort wurde es ein voller Erfolg. Kein Wunder, schließlich erfreut sich auch die TV-Sendung Die spinnen, die Japaner seit Jahren großer Beliebtheit. Einer der Stammgäste ist übrigens seit der ersten Sendung Autor Christoph Neumann. Bleibt eigentlich nur eine Frage: Ob ein potenzielles Buch "Darum nerven Deutsche" hier zu Lande eine ebenso große Begeisterung auslösen würde? Aus fremdländischer Sicht gäbe es bestimmt jede Menge Stoff. --Christian Haas





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  So wahr., 12. November 2008

Wenn man nicht in Japan war, mag man es vielleicht als überspitzt sarkastisch ansehen, aber ich las es während eines halbjährigen Aufenthaltes dort und dachte die ganze Zeit über nur: Wie wahr, wie wahr...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Vorbereitung für Japanaufenthalt, 4. November 2008

Obwohl ich noch nicht in Japan war, bin ich sehr interessiert am "Land der aufgehenden Sonne". So überlege ich mir, ein soziales Jahr in Japan zu verbringen. Vielleicht wird mir dieses Buch auch dann dabei helfen, mich das eine oder andere mal aus einer peinlichen Situatíon zu retten, oder erst gar nicht in eine zu kommen. Vor allem finde ich es sehr beeindruckend, dass das Buch auf japanisch veröffentlicht wurde. So hielt mich auch immer wieder der Gedanken an die Reaktionen der Japaner, die dieses Buch lesen, am Lesen. Auch hat mich das Buch öfters mal erstaunt und auch sogar erschreckt. Dennoch verändert dies nichts an meinem Interesse an Japan und seiner Kultur oder Eigenheiten.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Was ein blödes Buch!, 5. Oktober 2008

Der Autor scheint nicht ein Mindestmaß an Sympathie und Verständis für Japan und seine Einwohner aufzubringen und sollte am besten nie ins Ausland reisen. Blasiert, arrogant und engstirnig. Selten habe ich so bereut, ein Buch gekauft zu haben, dachte eigentlich, der Titel sei ironisch gemeint.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Unsympathischer Autor, teils interessanter Inhalt, 4. September 2008

Wieso gibt Jemand, der seit längerem in Japan lebt (und es demnach zumindest irgendwie schätzen sollte), seinem Buch einen solch plakativen, verunglimpfenden Titel? Allein deshalb hätte ich es mir nicht selbst gekauft - hab es dann letztendlich geschenkt bekommen.Inhaltlich mag es zwar recht interessant und aufschlussreich sein (es werden die unterschiedlichsten Themen angesprochen: "übertrieben" viele Regeln, "merkwürdige" Ansichten zum Thema Sex und Verhütung, Urlaubsverhalten, usw.). Allerdings ist die Absicht nie, neutral zu informieren, sondern -wie der Titel ja bereits sagt- alles durch den Blick eines unsympathischen Deutschen zu zerreißen.Überhaupt: das Grausamste an dem Buch ist der Autor, der auf mich wie der letzte Vollproll wirkt und so manche interessante Ecke im Buch einfach durch seine Kommentare versaut.Darüber hinaus neigt er extrem zu Verallgemeinerungen. So handelt sein Kapitel "Diebstahl. Mein Geld ist dein Geld - Geld ist für uns alle da" lediglich von EINEM Jungen, der IHM sein Geld gestohlen hat. Diese Story erzählt er dann das ganze Kapitel lang, als ob ein einziger Fall allgemeingültig wäre.Ich würde eher zu andren Büchern raten, um sich über Japan zu informieren. Alle diejenigen, die andere Kulturen mit dem deutschen Rotstift markieren wollen, werden an diesem Buch sicher ihre Freude haben ;)


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Verstehen Sie das Konzept von Ironie und Sarkasmus?, 2. September 2008

Das könnte eine treffende Frage sein, die man vielen der Rezensenten stellen könnte, die das Buch schlecht bewerten. Viele dieser Rezensenten führen auch an, in Japan gewesen zu sein und "ihr" Japan ganz anders erlebt zu haben.Nun, ich war auch mehrfach in Japan und habe auch mein "ganz eigenes Japan" erlebt. Es war in vielen Fällen deckungsgleich mit denen vom Autor geschilderten Begebenheiten. Begnungen mit der überbordenden japanischen Bürokratie, die einem als junger Mensch schon graue Haare bescheren, gehören ebenso zu meinem Erlebnis-Fundus wie die vom Autor geschilderten Erfahrungen in kulinarischer Hinsicht (So etwas können Sie als Auländer doch nicht wirklich mögen??). Manche Dinge, die im Buch geschildert werden, kenne ich nur vom Hörensagen, über wieder andere habe ich dort das erste Mal gelesen. Es bleibt die Einsicht: Japan und die Japaner sind anders. Oder wir sind anders, je nachdem. Das ist nun einmal Fakt. Man kann dieses "Anderssein" mögen, sich darüber aufregen, es abtun, nicht zur Kenntnis nehmen oder - wie der Autor in diesem Fall - es mit spitzer Feder unter dem reichlichen Einsatz des Stilmittels Ironie / Sarkasmus - zu Papier bringen. Dass diese Schilderungn pointiert ausfallen, teils überzeichnen und übertreiben, ja nun, das liegt eben in der Natur des gewählten Stilmittels. Ironie lebt nun einmal von der überspitzen Wiedergabe des eigentlichen Sachverhalts. Und genau genommen wird dadurch die Lektüre erst interessant. Wer will denn ein Buch lesen, in dem eine 150-seitige Aufzählung von Fakten zu finden ist: In Japan gibt es warnende Lautprecherdurchsagen in allen Lebenslagen, das gibt es im Westen nicht". Äh ja, interessant, oder? Danke, aber Aussagen dieser Art dürften mich bestenfalls noch im Rahmen eines ausführlichen Reiseführers interessieren! Dem Autor von "Darum nerven Japaner" geht es aber darum, japanische Eigenheiten zu schildern und sie möglichst unterhaltsam zu präsentieren. Das ist der Sinn des Buches, es will nicht aufklären, es will vor allem unterhalten. Und das tut es! Und zwar gut!Ich liebe Japan und die Japaner. Ich empfinde "Darum nerven die Japaner" nicht als Schmälerung dieser Einstellung. Ich empfinde nicht, dass es die Ausflüsse eines Deutschen Dauernörglers sind, der keinen Zugang zu seinem Gastland hat. Es ist eine sehr persönliche Schilderung von sehr persönlichen Eindrücken eines Fremden, der in Japan lebt. Die können sich mit den eigenen Erfahrungen decken, das muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein. Jeder, der eine faktische Darstellung Japans lesen will, der greife bitte auf einen der zahlreichen Verhaltensknigge oder einen der noch zahlreicher vorhandenen Reiseführer zurück. Jeder, der "sein Japan" mit dem des Autors vergleichen will und dabei Humor und Ironie versteht, der lese dieses Buch. Er wird vielleicht nicht "das gleiche Japan" erleben, wie der Autor. Aber er wird viele Situation kennen und vielleicht auch sich im Autor wiedererkennen - und mit Sicherheit das eine oder andere Mal herzhaft lachen können.




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