Kundenmeinungen
Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation, 10. November 2008
'Die so genannte Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation'. Dies ist die Kernaussage des Buches und wird mit vielen Beispielen und Experimenten unterlegt. Die Sprache ist von Natur aus nicht exakt und ermöglicht verschiedene Interpretationen je nach Wirklichkeitsauffassung des Zuhörers, persönlicher Biografie, Glauben, etc. Des Weiteren erlaubt die Sprache Paradoxien die Konfusion erzeugen, wie zum Beispiel der Rat: Sei spontan. Zudem gibt es Wahrheiten, dessen Gegenteil auch wahr ist, je nach Betrachtungsweise und subjektive Wahrheiten (Wert des Goldes). Auch gezielte Desinformation (Geheimdienste) und das Aufkommen von Gerüchten wird behandelt. Der Autor warnt vor ewigen, festen Wahrheiten, lädt ein sich von den Befangenheiten der Vergangenheit und Zukunft zu befreien und rät offen zu neuen Informationen zu sein.Ein wichtiges Buch, voll mit empirischen Beweisen und leicht verständlich. Augenöffnend und lesenswert in einer Welt in der vieles auf Illusion und Desinformation aufgebaut ist. Und ein wichtiges Instrument zur Ausbildung eines kritischen Denkvermögens, das dabei hilft sich gegen jegliche propagierte angebliche wahre und absolute Wirklichkeit und Richtlinie zu schützen.Besonders interessant fand ich die geschichtlichen Beispiele zu Gerüchten und Desinformation, sowie die Experimente zur subtilen Wahrnehmung. Das Kapitel 'Wo alles wahr ist, auch das Gegenteil' glänzt durch Auszügen aus Dostojewskis 'Die Brüder Karamasoff' und Kafkas 'Der Prozess'.Weniger gut fand ich den Teil der die Kommunikation von Drohungen behandelte sowie die Versuche zur Kommunikation mit Außerirdischen und Zeitreisen. Der Stand dieses letztgenannten Themen ist, meine ich, überholt und kann daher übersprungen werden.
Unsere Wirklichkeit, 13. Oktober 2008
Was ist unsere angenommene Wirklichkeit, wie kann ich die Wirklichkeit meines Gegenübers beeinflussen?Diesen und noch mehr Fragen geht Watzlawick auf den Grund. Er berichtet über kommunizierende Pferde (kluger Hans), Schimpansen, ausserirdischem Leben, Laborratten, Geheimdienst und Spionage.Er schreibt von Manipulation der Menschheit durch Fehlinformationen und Suche nach Ordnung.Sehr provokant und interessantes Buch.
Der Wahrheitswahn!, 24. Februar 2008
Man hört sie täglich in den Medien, die Propheten der Wahrheit, die lauthals die vermeintliche Relativierung aller Werte der liberal-postmodernen Gesellschaft beklagen und eine Rückbesinnung auf alte Tugenden einfordern. Denn der Mensch brauche doch klare Richtlinien und absolute Wahrheiten, um ein sinvoll-erfülltes Leben führen zu können. Dies ist das Wehgeklage sämtlicher Ideologien, die seit Jahrhunderten versuchen, ihre persönliche Version der Wahrheit der Menschheit aufzuzwingen, was zu millionenfachem Leid geführt hat und vielfach noch führt. Diese kurzsichtigen Apostel der Wahrheit sollte man geradezu dazu zwingen das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit? - Wahn, Täuschung, Verstehen" des Psychotherapeuten Paul Watzlawick zu lesen, dessen prägnante Zusammenfassung des Weltgeschehens eigentlich als Grundlage einer friedlichen postideologischen Gesellschaftsordnung dienen könnte: "Die Geschichte der Menschheit zeigt, daß es kaum eine mörderische, despotischere Idee gibt als den Wahn einer "wirklichen" Wirklichkeit (womit natürlich die eigene Sicht gemeint ist), mit all den schrecklichen Folgen, die sich aus dieser wahnhaften Grundannahme dann streng logisch ableiten lassen. Die Fähigkeit, mit relativen Wahrheiten zu leben, mit Fragen, auf die es keine Antworten gibt, mit dem Wissen, nichts zu wissen, und mit den paradoxen Ungewißheiten der Existenz, dürfte dagegen das Wesen menschlicher Reife und der daraus folgenden Toleranz für andere sein" (218f.).Das vorliegende 1976 erschienende Buch ist so etwas wie das Hauptdokument des radikalen Konstruktivismus, dessen Kernelement es ist, "daß die sogenannte Wirklichkeit das Ergebnis von Kommunikation ist" (7). Das, was man als Wahrheit empfindet, ist also lediglich ein Produkt von subjektiv-persönlich wahrgenommenen Sinneseindrücken. Das Buch enthält eine Vielzahl von Beispielen, die diese abstrakte Behauptung verdeutlichen. So sind Menschen immer bereit, das als Wahrheit zu akzeptieren, was eine sie umgebende Mehrheit als Wahrheit postuliert. In einem Experiment wurden einer Gruppe Bilder mit unterschiedlich langen Strichen gezeigt und es sollte einfach auf den längsten Strich gedeutet werden. Jedoch waren alle bis auf einen dazu angewiesen, auf einen der kürzeren Striche zu deuten, um zu testen, wie die einzig nicht eingeweihte Person in dieser Situation reagieren würde. Das Ergebnis: 36,8 % schlossen sich der "Wahrheit" der Mehrheit an. Die bereitwillige Unterordnung des Menschen unter den Willen der Massen kann unter anderen helfen, den Erfolg von totalitären Regime zu erklären (vgl. S. 92ff.).Bedeutend ist auch der Einfluss der Kultur, in der wir aufgewachsen sind, auf das, was wir als wahr betrachten. Während des Zweiten Weltkrieges befanden sich viele amerikanische Soldaten in Großbritannien und zeigten natürlich auch ein entsprechendes Interesse am weiblichen Geschlecht. Eine Unfrage kam zu dem Ergebnis, dass beide Gruppen die jeweils andere als taktlos und dreist bezeichneten. Das liegt daran, dass in den USA ein Kuss relativ am Beginn einer Beziehung steht und noch keine sexuelle Bedeutung hat, wohingegen im guten alten Europa ein Kuss schon etwas sehr intimes ist. Wenn nun ein amerikanischer Soldat entsprechend seiner kulturellen Prägung gleich beim ersten Treffen zum Kuss ansetzt, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder weist die Frau dieses dreiste Verhalten brüsk zurück und empört sich fürchterlich über den Wüstling. Oder aber sie ist entzückt und bittet den Soldaten gleich zu sich aufs Zimmer, was wiederum von diesem als taktlos empfunden wird. Wie man es auch dreht, der Vorwurf der Taktlosigkeit scheint unausweichlich (vgl. S. 74f.).Das Buch enthält viele solcher Beispiele. Vor allem im zweiten Teil der Darstellung jedoch konzentriert sich Watzlawick nicht auf die Beschreibung alltäglicher Kommunikationssituationen, sondern wagt den einen oder anderen Ausflug ins Reich des Hypothetischen. Da philosophiert er unter anderem über die Möglichkeit der Kommunikation mit außerirdischen Lebensformen und deren theoretischen Voraussetzungen. Interessant, sicherlich, aber trotzdem irgendwie fehl am Platze. Am besten ist und bleibt Watzlawick, wenn er sich auf das Phänomen zwischenmenschlicher Kommunikation konzentriert und die Außerirdischen auf ihren Planeten belässt.Fazit: Unterhaltender und überzeugender ist das Phänomen Wahrheit selten dekonstruiert worden. Abschließend kommt mir ein Zitat Williams von Baskerville aus Umberto Ecos "Der Name der Rose" in den Sinn, welches die Essenz von Watzlawicks Buch gut zusammenfasst: "Ich respektiere den Menschen, der auf der Suche nach Wahrheit ist. Aber ich fürchte denjenigen, der meint, sie gefunden zu haben."
Einfaches und leicht verständliches Buch, 6. Juli 2007
... zum Thema Kommunikation.Anhand vieler Beispiele beschreibt Watzlawick die täglichen Probleme mit der Kommunikation.Angefangen mit den Problemen beim Lesen von Schriftzeichen ( Hieroglyphen, .. ), über das falsche Interpretieren von Handzeichen / Gesten bis zum unterschiedlichen Verhalten beim Kennenlernen ( "Paarungsverhalten" ) der verschiedenen Nationen ist alles dabei.
Unterhaltsam, aber kaum für praktische Umsetzungen geeignet, 4. März 2007
Watzlawick gibt hier einen unterhaltsamen Einblick in sein Denken. Er vermag den Leser wirklich mitzureissen. So gehts über die Kommunikation von Tieren über Zeitreisen, der perfekten Welt bis hin zu ausserirdischer Kommunikation.Watzlawicks Bücher kann man in zwei Kategorien einteilen: Die einfachen und die schwierigen. Erstere sind besser zu lesen und zweitere haben mehr Konsistenz. Dies ist ein einfaches Buch.
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