Kundenmeinungen
Trocken, 27. August 2008
Nach der Lektüre von I. Yaloms Schoppenhauer Kur und Starring at the Sun wurde ich neugierig auf Frankls Buch. Einige Gedankengänge und Überlegungen weckten Interesse. Sein Schreibstil erschien mir jedoch zu trocken und umständlich. Schließlich blätterte ich den restlichen Teil des Buches nur noch durch, ob ich noch mich ansprechende Aufsätze fand: vergebens.
Ein Impulsgeber zu den Themen Wahrnehmung und Sinnfindung., 19. Juni 2005
Die sinnvolle "Hingabe an eine Aufgabe" sieht Frankl als eines der besten Mittel gegen das existenzielle Vakuum. Weiter meint er, dass eine echte Aufgabe den Menschen mobilisiert und ihn erst zu dem macht, was er sein kann.
Mit der Hypothese, dass der Mensch Spannung braucht, widerlegt er den Marketinggrundsatz der Bedürfnissbefriedigung. Bedürfnisse zu befriedigen bedeutet, so Frankl, Spannung zu vermeiden. Dass der Mensch Spannung sucht und auch schafft, das sehen wir am einfachsten im Bereich Sport. Seine Sprache ist leider etwas wissenschaftlich und das Buch deshalb nicht als Bettlektüre geeignet. Ohne diesen Mangel hätte ich das Buch klar mit 5 Sternen bewertet.
Für die meisten Sinnsuchenden ein Teil der Antwort, 2. Januar 2003
Frankl erklärt u.a. woher das Leeregefühl und Sinnlosigkeitsgefühl kommt: "Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Intsinkt, was er muß, und im Gegensatz früher sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll - und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen was er will."
Der wissenschaftliche Stil wird vielfach durch gute Beispiele veranschaulicht. Keine 5 Sterne, da der zweite Teil durch die vielen Definitionen etwas trocken und zu "denkerisch" ist. Insgesamt ein interessantes, bodenständiges und fundiertes Buch. Für die meisten Sinnsuchenden ein Teil der Antwort!
Wider das existentielle Vakuum, 13. Juli 1999
Frankl beschreibt zunächst eine existentielle Sinnleere als die dominante Pathologie des Zeitgeistes. Er kritisiert Freuds Libidotheorie und Adlers Ansatz des Minderwertigkeitskomplexes als zu einseitig; der Mensch als ein frei handelndes Wesen wird in diesen Theorien nicht beachtet. Das Gefühl eines existentiellen Vakuums sieht Frankl als ein um sich greifendes Phänomen. Tiere haben Instinkte, der Mensch hatte über Jahrtausende feste Traditionen. Nur heute wird dem Menschen nicht mehr einheitlich gesagt, was er soll, oft weiß er auch nicht mehr, was er will. Er ist verdammt zur Freiheit (hier klingt auch etwas Sartre und Camus mit rein). Frankl sieht dieses Gefühl der Sinnlosigkeit als Ursache für Alkoholismus, Drogenkonsum, Kriminaliät, Aggression. Aggression ist seiner Meinung nach auf menschlicher Ebene mehr als nur ein biologisch bedingtes Potential, das abgebaut werden muß (wie die Triebtheoretiker das sehen). Vielmehr ist Aggression manipulierbar, bewußt steuerbar und kulminiert beim Menschen im Haß. Der Mensch haßt aus einem Grund und nicht als Reaktion auf einen verdrängten Trieb oder auf angestaute Aggressionsenergie. Ebenso ist Sexualität nach Frankl nicht zu sehen als ein bloßes Abreagieren des Sexualtriebes. Auf menschlicher Ebene ist sie Ausdruck einer Liebesbeziehung, Inkarnation, Fleischwerdung von Liebe / Verliebtheit; ansonsten bleibt sie leer und nicht erfüllend (naja, zumindest in diesem Punkt bin ich dann doch anderer Ansicht ...). Schließlich erzählt er von seinen Erfahrungen in Auschwitz und Dachau und sagt, daß vor allem die überlebt haben, die eine Aufgabe, eine Zukunft, also einen Lebenssinn hatten.
Frankls Glauben an einen Sinn des Lebens ist ansteckend; natürlich sieht man sich selbst auch lieber als ein nach Selbst-Transzendenz strebendes freies Wesen, denn als einen Klumpen aus unreinem Kohlenstoff und Wasser. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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