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Fjodor M. Dostojewskij: Schuld und Sühne: Roman in sechs Teilen mit einem Epilog

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Schuld und Sühne: Roman in sechs Teilen mit einem Epilog

von Fjodor M. Dostojewskij

Patmos

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03/Dez/2008 - 04:27




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Erwartung und Enttäuschung, 13. Oktober 2008

Zugegeben: die Bewertung eines Buches ist immer auch abhängig von den vorausgegangenen Erwartungen. Somit kann man einen Großteil meines persönlichen Missfallens darauf zurückführen, dass ich einfach eine vollkommen falsche Vorstellung von dem hatte, was mich da erwartet. Da wäre zu allererst ein etwas kleinerer Kritikpunkt zu nennen, von dem ich allerdings dann gleich auf alles weitere kommen werde: Ein Kriminalroman an sich, ist etwas, was nicht allzu viel Potential für Weltliteratur-Niveau bietet und somit erhoffte ich mir großartige Psychologie und, was noch wichtiger ist, großartige Philosophie. Doch wie unüberwindbar war dann erst die Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass das alles nur äußerst oberflächlich abgehandelt wird. Sicherlich werden alle noch so kleinen Gefühlsregungen der Protagonisten kleinlich genau geschildert, aber ich kann dahinter einfach keine großartige Psychoanalyse erkennen (sprich: ein Großteil der Beweggründe der Personen bleibt im Dunkeln).Besonders leid tut es mir um die Hauptfigur: Der gute Rodion war mir anfangs so unheimlich sympathisch, ich konnte mich wunderbar mit ihm identifizieren und ihn für alles, was er tat, bewundern. Umso schlimmer ist es da, dass Dostojewski am Ende einen so großen Verrat an ihm begeht. Ja, ich werfe D. regelrecht vor, dass er sich selbst nicht die Mühe gemacht hat, sich in seine Hauptfigur hineinzuversetzen, um ihn wirklich und wahrhaftig zu verstehen.Es hätte mir eigentlich bereits klar werden müssen, als D. sich so kurz und knapp (ja, beinahe beiläufig) zu Rodions Ideologie äußerte. Daran kann man schon erkennen, wie fremd ihm diese Weltanschauung doch ist und dass er (Dostojewski) von Anfang an nicht daran glaubte. Dementsprechend war auch R.s Wandlung für mich nicht nachvollziehbar. Um fair zu bleiben: Wahrscheinlich liegt mein ganzes Missfallen daran, dass meine eigene Anschauung etwas verdreht ist. Abgesehen davon hätte mir ja bereits beim Titel des Buches klar sein müssen, wie es endet. Dennoch: wenn schon, dann hätte das Buch wahrhaft triftige Gründe für die Sühne aufzeigen sollen und mir erklären müssen, wo genau denn nun der Fehler in R.s Weltanschauung lag. Kurz gesagt: Das Buch hätte in der Lage sein sollen, auch mich zu bekehren. Doch an diesem Anspruch scheiterte es gänzlich. Es scheiterte dank seiner christlich-trivialen Oberflächlichkeit und verdient somit meinen ganzen Hass.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Fantastisches Schauspiel, 15. September 2008

Dostojewskis "Schuld und Sühne" wird im allgemeinen als Kriminalroman gehandelt. Das wäre aber in etwa so treffend als würde man sagen, bei der Titanic hätte es sich nur um ein Boot gehandelt. Sicher geht es um einen Kriminalfall, aber das auch nur am Rande. Denn vielmehr beschreibt Dostojewski eine Charakterstudie, ein Psychogramm oder noch besser gesagt er betreibt hier, auf knapp 800 Seiten in kleinster Schrift, Psychologische Diagnostik. Er seziert seinen Charakter, Rodion Raskolnikow, bis ins kleinste Detail, lässt keine Emotion, kein Gefühl unbeleuchtet, unabgetastet. Er taucht mit einer Präzision und Schärfe in die Psyche seines Protagonisten ein, das der Leser unweigerlich das Gefühl bekommt er schwimme durch dessen Blutbahnen oder befände sich in irgendeinem Teil des Gehirns. Nebenbei bekommt der geneigte Leser von Dostojewski einen Einblick in eine, nicht weniger detailreiche und farbenfroh gezeichnete Gesellschaft des Petersburger Lebens um die Mitte des 19. Jahrhunderts herum. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch die Strassen, geht mit uns in Kneipen und Wohnungen bis man förmlich den Muff alter Möbel riecht, den Gestank in den Gassen, man kann quasi die Staubpartikel in der Luft sehen wenn sich jemand durch den Raum bewegt. Und, ach ja, natürlich leidet man mit Rodion Raskolnikow. Taumelt mit ihm von einem Fieberwahn in den nächsten und versteht ihn mit jedem Schritt ein wenig besser.Auf keinen Fall erwartet den Leser hier eine genial konstruierte und geplante Tat des Mörders Raskolnikow, die ist eben so simpel wie schnell erzählt. Der Satz, "der größte Kriminalroman aller Zeiten" von Thomas Mann eingebracht, stiftet bei Unkenntnis schon einiges an Verwirrung. Erst wenn man dieses Meisterwerk gelesen hat weiss man jenen Satz zu deuten.Nebenbei sei erwähnt das diese Ausgabe über einen umfassenden Anhang verfügt, der ein ausgiebiges Personenverzeichnis sowie eine Zeittafel und Anmerkungen bereit hält die einem das Lesen erleichtern, oder gewisse Unklarheiten, die auf die Sprache des 19. Jahrhunderts zurückzuführen sind, ausräumen sollen. Das Personenverzeichnis ist hierbei das hilfreichste Instrument, sich in Rodions Welt zurechtzufinden. Schliesslich wird er selbst in diesem Buch bei sechs verschiedenen Namen genannt die sich in den Feinheiten der russischen Sprache begründen. Als Beispiel hier der volle Name des Hauptprotagonisten: Rodion Romanowitsch Raskolnikow auch als Rodja, Rodjenka, oder Rodka bekannt. Viel Spass.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  guter Einstieg für diesen Autor, 13. August 2008

Sehr packendes Werk - die Übersetzung "Schuld und Sühne" ziehe ich der häufig gebrauchten Variante "Verbrechen und Strafe" übrigens deutlich vor. Poetischer und treffender zugleich.Das Buch ist deutlich leichter zu lesen und zu verstehen als zum Beispiel der "Der Idiot" - ein guter Einstieg für das Befassen mit diesem Autoren.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Jahre her..., 24. Januar 2008

...ist es als ich dieses Buch gelesen habe, aber es ist bis heute und viele viele viele Bücher nachher das bedeutenste Buch welches ich je gelesen habe. Die Inhaltsangabe würde keine DIN A4 Seite füllen, der Sachverhalt (Krimi) ist auch über 800 Seiten nebensächlich, aber ich habe selten einen Roman gelesen in dem die menschliche Psyche so fein seziert wird und Stückchen für Stückchen freigelegt wird. Dieses Buch findet innen statt. Diese Buch war "schuld", das ich angefangen russisch zu lernen, da diese sprache mehr adjektive hat und zu meiner "Sühne" wollte ich einmal im Original lesen (leider noch nicht geschafft).In guter psychischer Verfassung absolut lesenswert!!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Eine kurzgeschichte, 28. Dezember 2007

... ist dieses Werk wahrlich nicht. Auf der einen Seite spannend geschrieben und tiefe Einblicke in die menschliche Psyche verschaffend, auf der anderen Seite endlos in die Länge gezogen. Sicherlich ist es eine Kunst eine an sich kurze Geschichte ( ein Student begeht einen Doppelmord, gerät schnell unter Verdacht, jedoch kann ihm die Polizei nichts nachweisen. Das schlechte Gewissen setzt dem Studenten dermaßen zu, daß er sich selber der Justiz stellt und entsprechend bestraft wird. Fertig!), auf über 700 Seiten auszudehnen und es doch noch spannend zu halten. Jedoch wäre der Roman wesentlich schöner zu lesen gewesen, wenn der Umfang nur die Hälfte betragen hätte.Fazit: Schuld und Sühne ist ein Klassiker der Literatur und man sollte zumindest den Inhalt kennen... wer also mein Rezension bzw. den in Klammern geschriebenen Text gelesen hat braucht das Buch nicht mehr unbedingt zu lesen ;)




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