Kundenmeinungen
langweilig geschreiben - wie Fackeln im Sturm (offline), 25. Juni 2008
Ich habe mich von den positiven Einschätzungen hier und Empfehlungen aus dem Freundeskreis leiten lassen und meinte ich brauch dieses Buch. OK es hat mich geschichtlich und rhetorisch aufgefrischt, doch das wars auch dann schon. 1600 Seiten liest man nun mal nicht auf die Schnelle und da beginnt das Dilemma. Die Handlung orientiert sich an den Reichen und Schönen von Russland - GZSZ und Dallas lassen grüßen. Am besten finden sich jedoch Anhänger von Fackeln im Sturm hier wieder - nur ohne Patrick Swayze eben. Also wer auf so etwas steht der hat hier viele Stunden Unterhaltung. Alle anderen sollten sich interessanteren Büchern widmen.
Tolstois Mammutwerk..., 9. März 2008
...ist sicherlich ein großes, bedeutendes und umfangreiches Werk. Ein großes Werk der Weltliteratur und das nicht nur aufgrund seiner über 2000 Seiten. Ein Buch voller Klugheit, Wahrheit und Philosophie, ein historischer und gesellschaftlicher Spiegel der Zeit der napoleonischen Kriege und die Geschichte dreier adliger Familien in Russland in den Kriegswirren zur Zeit Alexander I.Das Buch lebt - wie alle Bücher Tolstois - von seiner schönen Sprache und einer bewegten Geschichte, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, als dass sie von den großen Themen Liebe, Leidenschaft und Tod handelt."Krieg und Frieden" ist ein Buch, dass einem viel gibt, dem Leser aber auch viel abverlangt. Es liefert einen detaillierten historischen Einblick der Zeit, stellt aber zugleich größere Anforderungen an die Geduld des Lesers, der sich vielfach durch ganze Kapitel theoretischer Abhandlungen und Deutungen kämpfen muss. Insbesondere das letzte Drittel des Buches gleicht einer Anhäufung historisch-philosophischer Betrachtungen, die Tolstoi ein drittes und viertes Mal, oftmals mit den gleichen Worten, gebetsmühlenartig wiederholt. Zum Ende des Buches hin ist man froh über jedes Kapitel, in dem Tolstoi zur Geschichte der handelnden, liebenden und leidenden Hauptfiguren des Romans zurückkehrt. Ein wahrhaft großes Werk Tolstois, für mich aber nicht sein größtes. Sein bedeutendstes und reifstes Werk ist und bleibt für mich "Anna Karenina", ein gleichfalls umfangreicher Roman, aber von noch größerer emotionaler Spannkraft, zeitloserer Thematik, einer reichen, schönen Sprache und einer Fülle von wunderbaren poetischen Bildern. Der Epilog in "Krieg und Frieden" mit seinen Schlussblick auf Familie und Ehen der verbliebenen und sich zusammen gefundenen Protagonisten bereitet schon das spätere Thema "Anna Kareninas" vor und weist auf die Vollendung Tolstois Meisterschaft....
Es nimmt kein Ende..., 5. Dezember 2007
Das Buch ist zugegeben grandios geschrieben. Anderes wird man von Tolstoi auch nicht erwarten. Aber so schön es mich anfangs auch zu unterhalten vermochte, so schwer fiel es mir, den Wälzer zu Ende zu lesen. Denn im Grunde folgt die ganze Geschichte (zumindest bis zum Mittelteil - weiter bin ich nicht gekommen) einem einfachen hin und her zwischen Krieg und Frieden. Das mag angesichts des Titels nicht verwundern. Wenn ich aber nach der vierten äußerst detailiert geschilderten Schlachtbeschreibung schon zum fünften Mal von einem der opulenten Empfänge der oberen Zehntausend lesen muss, dann komme ich mir doch irgendwie angeödet vor. Zumal ich all die russischen Namen, deren Bestand auch noch ständig erweitert wird, schon nach kürzester Zeit nicht mehr auseinanderhalten konnte... Sie sehen schon, das alles ist sehr subjektiv. Aber ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, dem es beim Lesen dieses Klassikers so erging. Und ich erlaube mir einfach mal hier auch ein durchaus etabliertes Jahrhundertwerk zu kritisisieren. Darauf einen Wodka!
Achtung, 'Bearbeitung'!, 3. September 2007
Ich habe die Ausgabe 'Krieg und Frieden von Leo N. Tolstoi' vom 'Neuer Kaiser Verlag' bestellt. Achtung, dies ist lt. Impressum eine 'zeitgemäße Bearbeitung', m.a.W. ein Buch das nur sehr wenig mit dem Original zu tun hat. Ich schicke es umgehend und ungelesen an amazon zurück.
Wundervoll, 23. August 2007
Dieses Buch liest man nicht zu Ende und wendet sich mit "frischen" Gedanken einer anderen Lektüre zu. Es hinterlässt merkliche Spuren, die für das Gefühl sorgen können, Facetten des eigenen Lebens deutlicher erscheinen zu lassen. Für mich sind sowohl Gedankengänge der Romanfiguren als auch der geschichtliche Ablauf keinesfalls abstrakt, sondern in die heutige Zeit größtenteils übertragbar. Besonders gefällt mir an Tolstoi, wie er es immer wieder versteht, tief in die Seelen der Figuren blicken zu lassen, die zeigen, wie jedes Individuum mit einer gewissen Trägheit, einem gesellschaftlichem, gruppendynamischen Rahmen zu folgen scheint. (Tief ergreifend sei hier die Schilderung einer Hinrichtungsprozedur russ. Kosaken zu nennen - Kein frz. Individuum will töten, doch es passiert aus oben benannten Gründen)Erzählerisch ist für mich sein Folgeroman "Anna Karenina" deutlich ausgefeilter, jedoch hat "Krieg und Frieden" einen anderen, aufklärerischen Anspruch, so dass beide sicherlich als Meisterwerke nebeneinander ihre Daseinsberechtigung haben.
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