Kundenmeinungen
unglaublich, 4. Februar 2008
ich finde es unglaublich was aus so einem schulexperiment werden kann. das buch ist sehr einfach geschrieben und auch etwas für leute die etwas langsamer verstehen. ich habe es erst auf deutsch und dann auf englisch gelesen, beim zweiten mal war immer noch sehr interessant. ich empfehle das buch auf jeden fall weiter!
Die Welle, 29. Januar 2008
Autor : Morton Rhue
ISBN: 978-3-473-58008-8
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Wie entsteht Faschismus?
Warum lassen sich Menschen drangsalieren?
Warum wehren sie sich nicht gegen, ihnen zugefügtes Unrecht?
Schon nach den ersten Seiten wurde ich grausam aufgeklärt.
Ben Ross ist Lehrer an der Gordon High School irgendwo in Amerika.
Seine innovativen Lehrmethoden sind es, die den Unterricht für seine Schüler interessant machen. Während eines Filmes über die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges entbrennt in der Klasse eine Diskussion darüber, wie es möglich sei, dass Menschen ihresgleichen verraten und abschlachten, Andere im Nachhinein sogar behaupten von alledem nichts gewusst zu haben. Auf die Frage, warum sich der Großteil der Menschen in Deutschland von einer vergleichsweise kleinen Menge befehligen ließen, kann aber auch Ben keine konkrete Antwort geben. Als einige Schüler die Behauptung aufstellen, so etwas könne in der heutigen, aufgeklärten Zeit nicht mehr passieren, entschließt sich Ben zu einem ungewöhnlichen Experiment.
Er ruft eine , am Anfang eher fiktive Organisation mit Namen "Die Welle" ins Leben und involviert seine Klasse in ihr.
Was anfangs als Lektion für die Schüler gedacht ist entwickelt jedoch plötzlich eine Eigendynamik, die selbst Ben bis dahin nicht für möglich gehalten hat und deren unterschwelliger Faszination er sich nicht einmal selber entziehen kann.
Unterdrückung und Gewalt sind plötzlich an der Tagesordnung.
Als schließlich der Direktor der Schule, seine Frau und einige Schüler ihn drängen, das Experiment zu beenden, hat es schon beängstigende Dimensionen über das Klassenzimmer hinaus erreicht.
Eingangs stand die Frage des Entstehens des Faschismus.
Er entsteht in den Köpfen. Die Gefahr ist immer und überall präsent. Was anfangs gut ist kann sich sehr schnell über Euphorie bis hin zu blindem Fanatismus wandeln, der letztlich keinen Raum mehr für die Meinung Andersdenkender lässt. Nichtverstehen und Intoleranz gegenüber der Ansichten unserer Mitmenschen können die Wut erzeugen, die uns letztendlich blind macht, nicht mehr klar denken lässt.
Faschismus ist in irgendeiner Form in jedem Menschen und wir müssen schon sehr genau aufpassen, ihm nicht den Raum zur Entfaltung zu geben.
Lesen Sie dieses Meisterwerk eines Buches und verstehen Sie, warum sich Millionen und Abermillionen Menschen nicht wehrten, nicht wehren konnten.
Das grausame Gefühl, das ich beim Lesen empfand, entstand durch die Geschehnisse in der Handlung der Geschichte, in der Erkenntnis, man könnte unbewusst und auch ungewollt so manipuliert werden, wie es einst Hitler tat ...
Wenn es Pflicht gäbe, dann wäre dieses Buch eine!, 26. Januar 2008
Eines der wenigen Bücher, die mir in der Schule und darüber hinaus etwas gebracht haben. Klare, verständliche Sprache, angenehme Kürze, die es trotzdem erlaubt ein so brisantes Thema wie den Faschismus auf den Punkt zu bringen.
Kein literarisches Meisterwerk, dennoch eine packende Lektüre, 30. Dezember 2007
Ich habe das Buch jetzt noch einmal gelesen, nachdem ich die Vorschau zu der Verfilmung mit Jürgen Vogel gesehen habe. Es ist ziemlich einfach geschrieben, fast wie ein Kinderbuch; dramaturgisches Raffinement und sprachmächtige Formulierungen wird der Leser darin nicht finden. Andererseits kann man es dem Autor nicht verübeln, dass er eine Form gesucht hat, auch einfacheren Gemütern diese Geschichte zu vermitteln, die auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Und die Geschichte selbst hat nicht nur das Zeug zu einem Thriller, sie ist auch erschreckend realistisch. Diese Authentizität ist es, die aus dem Buch trotz der erwähnten Schwächen eine sogar für den Thriller-Routinier noch packende Lektüre macht.
Dass Schüler, denen das Buch mit erhobenem Zeigefinger als Pflichtlektüre aufgenötigt wird, eine Aversion dagegen entwickeln, kann ich allerdings auch verstehen. Den Deutsch- und Englischlehrern ist es noch immer gelungen, ihren Schülern die Freude an der Literatur auszutreiben. Vielleicht brauchte es auch an deutschen Schulen ein paar mehr Lehrer wie Ben Ross...
"Klassiker", den zumeist Pennäler unfreiwillig über sich ergehen lassen müssen, 26. Dezember 2007
Ich weiß nicht, ob die hehre Kernbotschaft wirklich die ist, das Faschismus überall entstehen kann; der Mensch für totalitäre Ideologie grundsätzlich anfällig ist. Als wesentlich bedenklicher würde ich nämlich eher eine Implikation, die am Ende des Buches zum Tragen kommt, einstufen: Es würde darauf ankommen, nun die eigene Geschichte nicht zu verleugnen, da diese Leugnung sonst auf einer Stufe stünde, mit der Form des deutschen Umgangs mit der eigenen Vergangenheit zur Zeit des Nationalsozialismus und hier insbesondere der Shoa in den ersten Jahren der Nachkriegszeit. Morton Rhue geht diesbezüglich davon aus, dass die Deutschen sehr wohl zu großen Teilen vom Holocaust wußten und stellt damit eine vernichtende Anklage auf, in dem die damaligen Generation mehr oder weniger kollektiv der Lüge bezichtigt wird. Da obige These mit keinem seriösen Forschungsstand haltbar ist und entsprechend eine Form infamer Verleumdung darstellt, muss man den pädagogischen Wert dieses Buches wohl eher in ein anderes Licht stellen.
Ein Paradoxon, dass ein Merkmal von Faschismen, nämlich ja unter anderem auch sich Sündenböcke zu suchen, in einem Buch vorkommt, dass vor der Entstehung dieser ausdrücklich zu warnen versucht. Um diese Diffamierung zu erkennen, braucht es allerdings etwa Textverständnis, zudem sollte der geneigte Leser das tun, was viele Rezessenten hier in Appelform anbringen um derlei Totalitarismen zukünfig zu verhindern:
Eigenständig denken.
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