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Bernhard Bueb: Lob der Disziplin: Eine Streitschrift

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Lob der Disziplin: Eine Streitschrift

von Bernhard Bueb

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03/Dez/2008 - 09:52


Beschreibung

Disziplin, so hat die Erfahrung den langjährigen Schulleiter des Internats Salem, Bernhard Bueb, gelehrt, ist das Tor zum Glück. Sie, so seine These, bildet das Rückgrat einer jeden guten, das heißt: gelingenden Erziehung. Erst durch sie und mit ihr der Fähigkeit, Autorität (und Autoritäten) anzuerkennen, auf die unmittelbare Befriedigung eines jeden Bedürfnisses zu verzichten und Verantwortung zu übernehmen, werden junge Menschen in die Lage versetzt, ein tatsächlich selbstbestimmtes Leben zu führen -- was ja unbestritten eines der vorrangigen Ziele von Erziehung darstellt.

Seiner Streitschrift, die dem überkommenen Laisser-faire-Leitbild der 68-erPädagogen das Scheitern attestiert, hat der Autor einen Fontane-Vers vorangestellt, der den Kern seines Erziehungskonzepts auf den Punkt bringt: „Freiheit freilich. Aber zum Schlimmen. / Führt der Masse sich selbst Bestimmen. / Und das Klügste, das Beste, Bequemste / Das auch freien Seelen weitaus Genehmste / Heißt doch schließlich, ich hab's nicht Hehl: / Festes Gesetz und fester Befehl!“

Manches Elternohr wird bei solchen Worten erröten. Und dies aus guten Gründen. Das weiß natürlich auch Bernhard Bueb, der auch um die Ursache für solcherlei Unbehagen nur zu genau weiß: Zutiefst erschüttert wurde die pädagogische Kultur in Deutschland durch den Nationalsozialismus, der im Anschluss an den Kadavergehorsam der kaiserlichen Kadettenanstalten Begriffe wie Disziplin und Autorität in der pädagogischen Praxis vollends pervertierte. Die 68-er-Pädagogik war der Pendelschlag in die Richtung des anderen Extrems, der scheinbar völligen Beliebigkeit. Gegen diese Beliebigkeit zieht Bueb bei aller Irritation, die seine provokant klingenden Thesen bei vielen Lesern hervorrufen wird, mit guten Gründen zu Felde. Wir wünschen dem Autor jedenfalls, dass sein Lob der Disziplin eine heftige Debatte auslöst. Schließlich ist das der Sinn einer jeden „Streitschrift“. Aus unserer Sicht jedenfalls: Unbedingt lesenswert! -- Hasso Greb





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Als Bueb noch ein Bübchen war ..., 20. November 2008

da war die Welt für ihn noch in Ordnung. Er besuchte ein katholisches Internat und schwärmt noch heute von seiner eigenen Schulzeit. Er redet mit Begeisterung von der 40-tägigen Fastenzeit nach dem Aschermittwoch, von der Enthaltsamkeit, den guten Taten und die innere Läuterung, was immer das sein mag. Das alles, so Bueb, sollte man heute wieder einführen (mir graust es davor - ich bin selbst katholisch erzogen worden). Bueb sagt klar und deutlich, was er meint: Eine christliche Erziehung mit dem "Mut zur Strenge". Er fordert Unterordnung und absoluten Gehorsam. Das sei durch die Liebe zu den Kindern legitimiert. Bueb fordert die Erzieher auf, endlich mit den Diskussionen aufzuhören:"Von den Erwachsenen wird im beruflichen Alltag erwartet, dass sie sich unterordnen, ob sie es einsehen oder nicht. In welchem Betrieb würde es einem Arbeitnehmer einfallen, eine Anordnung mit dem Meister oder Abteilungsleiter zu diskutieren?" Bueb steht mit dem Rücken zur Realität. Unternehmen brauchen schon lange keine Ja-Sager mehr, sondern selbstbewusste Leute, die ihre Arbeit selbständig machen, Verantwortung übernehmen, eigene Ideen haben und dem Chef widersprechen, wenn es notwendig ist. Bueb ist ein Mann von gestern, dem die "Ordnung" über alles geht. Bei Bertolt Brecht heißt es in den Flüchtlingsgesprächen: "Der ordentlichste Mensch, den ich im Leben kennengelernt hab', war einer namens Schiefinger im Lager Dachau, ein SS-Mann ... Wenn er uns mit der Lederpeitsch geprügelt hat, ist er so gewissenhaft vorgegangen, dass die Striemen, die er verursacht hat, ein Muster ergeben haben, das jeder Untersuchung mit'm Millimetermaß hätt standhalten können. Der Ordnungssinn ist so in ihm dringesteckt, dass er lieber nicht geprügelt hätt, als unordentlich."Im Nachwort schreibt Bueb: "In der Pädagogik gibt es keine neuen Erkenntnisse." Jedenfalls nicht für Bueb.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Obsolet und populistisch, 9. November 2008

Was mich unwahrscheinlch ärgert ist, dass hier ein Buch zu einem Bestseller wird, dessen Autor am aktuellen Stand der Wissenschaft vorbeiargumentiert. Wie kann es sein, dass implizit immer noch der autoritäre Erziehungsstil dem Laissez-faire entgegengestellt wird. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass beide Erziehungsstile negative Auswirkungen haben - sowohl auf kinder und Jugendliche, als auch auf Erwachsene. Der autoritative Stil hingegen konnte sich immer noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen und er wird häufig mit dem autoritären verwechselt. Bei diesem Stil geht es um eine Erziehung oder auch Gruppen-Leitung, die mit viel Lenkung, aber eben auch mit viel Wärme arbeitet. Es werden hohe Erwartungen gestellt, aber eben immer mit einer bewussten "Teilnehmerorientierung" und starker Responsivität.Ich bin sicher, dass diese Erkenntnisse nicht an Herrn Bueb vorbeigegangen sind - doch lässt sich mit weniger Polemik genauso viel Geld verdienen, bzw. der gleiche Grad an Aufmerksamkeit erzielen?


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Die Zeit ist noch nicht reif..., 30. Oktober 2008

Der Autor (Bueb) versucht mit seinem Buch "Lob der Disziplin", erfolgreichen alten Erziehungswerten wieder jenen Stellenwert zu geben, der mit der "Wohlfühl-Padagogik" der Post-68er-Generationen vollkommen pervertiert wurde. Unglücklicherweise soll sein gefordertes (und durchaus richtiges) Umdenken ausgerechnet an der Stelle ansetzen, welche die geforderten Werte dringend vorgelebt bräuchte. Stattdessen werden die Zöglinge von Menschen "ansozialisiert", denen Autorität, Disziplin, Selbstbescheidung oder Verzicht zu Lehn- und nicht selten zu Fremdwörtern geworden sind. Disziplinlose und autoritätsfeindliche Leit- und mediale Vorbilder prägen weithin das Bild einer relativistischen und positivistischen Spaß- und Konsumkultur. In einem solchen Klima kann kein Verständnis wachsen für den Wert von Disziplin und Autorität, geschweige denn von Verzicht und Selbstbescheidung. Aus diesem Grund lässt sich die humanistische Pädagogik der klassischen Erziehung auch nicht in ein Biotop setzen, dass den Grundwerten, welche diese Erziehung tragen und letztlich legitimieren sollen, diametral entgegen spricht. Die Gesellschaft muss zuerst reif werden für die alten und unglücklicherweise kaum mehr lesbaren Werte. Gleichzeitig, und auch das ist ein Ergebnis dieser Ursachenforschung, muss ein Korrektiv eingebaut werden, welches diese Werte vor einem erneuten Missbrauch (Disziplin um der Disziplin willen, was in Kadavergehorsam mündet) schützt. Leider sind dazu weder die gesellschaftlichen noch die politischen Instanzen heute in der Lage, weswegen die Warnungen dieses Buches wie viele davor erneut ungehört verhallen werden. Nicht Disziplin und Autorität sind gefragt, sondern Mitspracherechte und kriterienlose Toleranz.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ein Lob aus dem Lager der Erziehenden, 23. Oktober 2008

Ich habe soeben die Lektüre von "Lob der Disziplin" beendet. In meiner Unterrichtstätigkeit im Bereich Ausbildung habe ich zunehmend mit all den persönlichen Defiziten von jungen Menschen zu tun, die Bueb beschreibt. Viele Jugendliche haben in vorhergehenden Sozialisierungsinstanzen nicht gelernt ihre eigene Bedürfnisbefriedigung um einer Lern- oder Arbeitsaufgabe willen zu vertagen und sie kämpfen entsprechend um ihre vermeintliche Freiheit. Oft werden Ausflüchte gesucht, warum das Erbringen einer Leistung unzumutbar sei. In der Vermeidung von Anstrengung und Disziplin zementiert der junge Mensch aber sein Verbleiben in Leistungsschwachheit und Unfreiheit. Das ist wohl die zentrale Botschaft dieses Buches. Positiv formuliert: Durch Disziplin und daraus erwachsende Selbstdisziplin kann der Jugendliche sein Leistungspotential überhaupt erst entfalten und dabei auch Glück empfinden, zum Wohle seiner selbst und seiner Umwelt.Neben der Disziplin finden weitere Tugenden Beachtung, wie z. B. Hilfsbereitschaft, allgemeine Umgangsformen, Verantwortungsbewußtsein - Bereiche, in denen ich im Ausbildungsbereich mit immer größeren Defiziten bei 16- bis 21-Jährigen konfrontiert bin.Bueb geht es immer wieder auch um die Rolle und Aufgabe der Erzieher beim Hinführen der Jugendlichen zu diesen Tugenden, vor allem zur Selbstdisziplin und damit letztendlich zur Freiheit. Das diese Aufgabe schwierig ist, ist allen klar, aber ich denke ich darf auch im Namen vieler meiner Kollegen sprechen, wenn ich sage: Bueb hat die Notwendigkeit aber auch Schwierigkeit gelingender Erziehung im frühen 21. Jahrhundert mit stringenter Logik, glaubwürdiger Erfahrung und Einfühlungsvermögen vertreten. Seinem durchaus gut begründeten Ruf nach Ganztagesangeboten im Bildungsbereich kann ich indessen nicht ganz beipflichten - u. a. deswegen, weil ich eine breite gesellschaftliche Konsensfindung über die Lobwürdigkeit der Disziplin und damit eine flächendeckende Umsetzung in Bildungseinrichtungen für ausgeschlossen halte.Insgesamt ein wertvoller Beitrag auf dem Buchmarkt der Beliebigkeiten im Erziehungssektor. Die Lektüre hinterläßt den nachhaltigen Eindruck "gesunden Menschenverstand" gelesen zu haben. Und das ist eine Wohltat.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Das bringt (fast) alles auf den Punkt!, 7. September 2008

Sehr geehrter Herr Bueb, danke für dieses Buch! Danke, daß sie jahrelang ausprobiert haben, was NICHT geht, und es uns heute schreiben! Seitdem ich vor 16 Jahren "Der kleine Tyrann" von Jirina Prekop gelesen hatte, war mir der Irrweg der Antiautoritären Erziehung und deren Spielarten klar. Ich wußte, daß Kinder Halt und Richtlinien wollen, was in der Erziehung "geht" und was "nicht geht", aber dieses Buch hat den Horizont noch einmal erweitert: Um dem Faktor Disziplin!Ich habe das Gefühl, der Kreis der Erkenntnis schließt sich nun (wenigstens für mich):1. Ich konnte ich es bisher nicht so schön auf den Punkt bringen,2. Ich habe ich mich nicht getraut, dazu zu stehen (Autorität und Disziplin ist ja so unpopulär und nicht angesagt ... also "politisch inkorrekt")3. Die Verbindung Freiheit - Disziplin war äußerst erhellend für mich4. Die Bildungsmisere, über die so viel geredet wird, erscheint plötzlich verständlich (für mich ist alles klar, aber ich will mal bei dem dezenten "erscheint" bleiben)5. Der eigene "innere Schweinehund" steht plötzlich im Rampenlicht und wurde noch nie so gut verstanden wie heute. Ich betrachte mein gesamtes Leben aus diesem Blickwinkel und staune nur, wieviel mir auf einmal klar wird!6. Man soll ruhig fordern. Von sich und seinen Kindern oder Schülern. Am Anfang ist da der Schweinehund, dann kommt nach der (von außen aufgezwungenen) Disziplin die Selbstdisziplin und schließlich die Gewöhnung. Dann tut es nicht mehr weh. Schließlich ist das vormals Verhaßte ein Bedürfnis geworden!7. Der Faktor Disziplin enthält auch noch einen spirituellen Aspekt, der u.U. sogar dem Autor so nicht bewußt war.Wie es mit allen großen (bedeutenden) Dingen so zu sein pflegt: Sie sind einfach und banal. Jeder weiß es oder hätte es wissen können. Aber der Eine versteht und der Andere nicht.Diejenigen, die das Buch heruntermachen, dürfen wir getrost zu den Nichtverstehern zählen. Es wird ihnen auch nicht zu helfen sein, außer durch eigene (u.U. leidvolle) Erfahrung.




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