Kundenmeinungen
Enttäuscht..., 19. Juni 2008
Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht von dem Buch, das in den Kritiken so hoch gelobt wurde. Vielleicht waren es die Hauptfiguren, die für mich bis zum Ende des Buches nur schemenhaft hängenbleiben wollen. Vielleicht war es aber auch einfach die Art zu erzählen. Oder die Erwartungen an das Buch waren zu hoch. Die Geschichte selbst könnte eigentlich sehr spannend sein, doch ist die Handlung insgesamt vorhersehbar. Bereits nach etwas einem Viertel des Buches weiß man, wie die Geschichte ausgehen wird. Der Autorin gelingt es nicht, einen Spannungsbogen aufzubauen. Auch sprachlich finde ich die Erzählung nicht unbedingt gelungen, der teilweise etwas "flapsige" Humor wirkt an manchen Stellen einfach nur gewollt. Daher für mich leider nur 2 Sterne.
Schade um die Zeit, 28. April 2008
Etwas ratlos habe ich das Buch zu Ende gelesen, mich von Seite zu Seite allerdings immer lauter gefragt: was soll mir das sagen? Wo bitte beginnt die literarische Ebene? Weder sprachlich noch inhaltlich wird je das Mittelmaß verlassen. Dabei hätte es eine schöne, tragische Liebesgeschichte sein können, aber dazu fehlt einfach die Abstraktion vom Gewöhnlichen. Mir ist absolut unverständlich, wie dieses Buch derart hoch in der literarischen Bewertung rangieren kann. Schade um die Zeit, die das Lesen kostet.
Großartige Lektüre mit kleinen Macken, 8. April 2008
Ein sehr guter Roman, sprachlich wunderbar, und besonders apart ist der Imperfekt! Ich habe die anrührende Geschichte gerne gelesen. Der nüchterne Ton scheint den Leser auf ähnlicher Distanz zu halten, wie sie zwischen den beiden Protagonisten nie ganz gewichen ist. Die Autorin zeigt viel von ihrem Talent zum einprägsamen, treffenden sprachlichen Bild. Dies jedoch bildet auch einen der Wermutstropfen bei der Lektüre: Ausgerechnet die titelgebende Bemerkung, ein bestimmter Sachverhalt lasse selbst "Schafe böse werden" zählt nicht zu den gelungensten Einfällen. Ebenso gerät es für meinen Geschmack plump, wie Soja in Harrys Tagebuch die Gemeinheiten über das Betreuerteam liest, sich kurz fragt, wie er darauf kommt, um sie gleich danach selbst alle durchzuhecheln. Darüber hinweg tröstet aber auf jeden Fall der Umstand, dass in diesem Buch gar keine "Schafe" vorkommen - eine starke anfangs oft verspielte, dann immer ernstere Protagonistin, ein schwerer Abschied in leichtem Ton. Dieses Buch möchte ich nicht missen.
Ach wäre es doch ein guter Roman geworden!, 6. April 2008
Die Geschichte, so unspektakulär sie auch ist, hätte das Zeug zu einem richtig gutem Roman. Dieser wurde leider nicht geschrieben, weil sich Katja Lange-Müller aus mir unerfindlichen Gründen dafür entschieden hat, den Roman im weinerlichen Ach-Harry-Stil zu schreiben. Dabei eignet sich die deutsche Sprache wenig dazu, in der Du-Form von Vergangenem zu erzählen: Du saßest, du nuscheltest, klopftest du, ihr aßet, verließest du - Wortungetüme die bei jedem Satz aufhorchen lassen.Wenn es nur das wäre, geschenkt. Aber es ist schlimmer: Das Selbstgespräch mit dem Verflossenen lässt die Leserin auf eine ärgerliche und unnötige Weise außen vor. Selbst dramatisierende Vorgriffe auf die Zukunft sind langweilig zu lesen, weil der, an den sich die Rede richtet, sowieso schon alles weiß: was passierte, warum es passierte und wieso sie es bald erzählen wird. Bei dieser (nebenbei: oft viel zu kompliziert geschriebenen) Zwiesprache bleibt die Leserin Zaungast und hat nur die Wahl sich mit der in die Jahre gekommenen Ach Harry jammernden Protagonistin zu identifizieren oder ähnlich wie bei einem Zwiegespräch, von dem sie nur die Hälfte versteht, auf Distanz zu bleiben. Ärgerlich ist überdies, dass viel Uninteressantes erzählt wird, aber Interessantes außen vor bleibt, so über Sojas Flucht vor Harry, den sie letztendlich im Stich lässt. Indem Katja Lange-Müller eine Protagonistin sprechen lässt, der das Gefühl für sich selbst (aber leider nicht das Selbstmitleid) abhanden gekommen ist, entzieht sich die Erzählerin geschickt dem Wunsch der Leserin, mehr über diese Soja zu erfahren. Inkonsequenz kann man Katja Lange-Müller dabei kaum vorwerfen, eher das Gegenteil: Die scheinbar so robuste Soja mit all ihren emotionalen Narben wird im Laufe des Romans dieselbe bleiben, nur noch ein paar mehr hinzu bekommen. Es passt zu ihr, dass sie sich ausgerechnet in einen Junkie verliebt, der ihr nicht viel zu bieten hat. Dass ihr Leben mit ihm so im Alltagsstress eines Süchtigen gefangen bleibt, dass für Gefühle keine Zeit bleibt. Manchmal ist die Hilflosigkeit anrührend, mit der die Protagonistin die Liebe ihres Lebens trifft, vögelt und verliert. Häufiger ist es anstrengend und langweilig mit zu verfolgen, wie die Ich-Erzählerin ihre Gefühle sprachlich nicht auszudrücken vermag und sich ersatzweise in Nebensächlichkeiten, Rechtfertigungen, Sentimentalitäten, Allgemeinplätzen und Jargon verliert. Durch beherztes Streichen von Geschwätzigkeiten und überflüssigen Einschüben wäre Sojas Sprachlosigkeit nicht weniger eindrücklich, aber weniger langweilig geworden. Gewonnen hätte dabei der Roman als Millieustudie Westberlins vor dem Mauerfall, die gelungen ist. So sind der Drogentherapeut-Sozialarbeiter und seine Methoden ganz wunderbar getroffen, auch Harrys Kumpel und seine Betreuer werden so lebensnah geschildert, als hätte man in den 80er Jahren neben ihnen auf dem Sofa gegessen. Nicht zuletzt die ostdeutsche Vergangenheit, der Blumenjob, überhaupt das Leben der Protagonistin liest sich interessant, erhellend, sogar stellenweise erheiternd. Dass aus ihr nichts wurde, kommt allerdings wenig glaubhaft daher.Ich habe viele Rezensionen zum Buch gelesen und bin erstaunt, wie dieses Buch zur Liebesgeschichte stilisiert wird, die die Welt noch nicht gesehen hat. Dabei macht Katja Lange-Müller ja gar keinen Hehl daraus, dass die Protagonistin gar nicht in der Lage ist, Liebe an sich heranzulassen und Harry, der kranke Junkie, hat nun wirklich andere Sorgen. In dieser Geschichte geht es ums Verliebtsein, um Aufopferung und Im-Stich-Lassen, um Sucht, um Angst und um Erstarrtsein. Wenn die Welt das für Liebe hält, na dann gute Nacht.
Verklemmte Ergüsse, 15. März 2008
An diesem Buch ist nichts, aber auch gar nichts interessant und lesenswert, weder die Sprache, noch das Geschehen. Wer will schon gern altjüngferliche, realitätsferne Ergüsse einer verklemmten Spätpubertierenden lesen? Wieso hat keiner den Mut, schlechte Bücher, auch wenn sie von der Literaturkritik hochgelobt werden (unverständlicherweise) als schlecht zu bezeichnen?
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