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Sibylle Herbert: Diagnose: unbezahlbar. Aus der Praxis der Zweiklassenmedizin

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Diagnose: unbezahlbar. Aus der Praxis der Zweiklassenmedizin

von Sibylle Herbert

Kiepenheuer & Witsch

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20/Nov/2008 - 16:25




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  So ist es !!!!, 26. November 2007

Ich bin auch einer der mehr als 100 000 deutschen Kassenärzte und praktiziere in Berlin. Auch ich stecke in dem beschriebenen System. Die hier geschilderten Probleme kann ich nur voll und ganz bestätigen. Wer sich interessiert, wie in Deutschland die ambulante Medizin tickt, sollte dieses Buch lesen. Zwar ist die Materie hochkompliziert und selbst Betroffene sehen oft nicht durch. Sibylle Herbert gelingt es aber, diese einfach und auch für den Nicht-Experten verständlich zu beschreiben. Man erfährt, wie Kassenärzte bezahlt werden, warum es eine Mehr-Klassenmedizin gibt, warum das System nicht bezahlbar ist, mit welchen Problemen der Kassenarzt um die Ecke zu kämpfen hat. Man erfährt die Gründe, warum Otto-Normalverbraucher nicht mehr jedes Medikament verschrieben bekommt und warum die beliebten Massagen nicht mehr erhältlich sind. Auch die betroffenen und oft gescholtenen Krankenkassen kommen zu Wort. Drei Anmerkungen: in dem sonst tollen Buch befindet sich ein winziger Fehler: Betäubungsmittel-Rezepte sind zumindest in Berlin nicht budgetiert (S.67). Über die in dem Buch genannte Zahl von 32 pro Sprechstundentag von Dr. Kruse behandelte Patienten (S. 11) kann ich nur müde lächeln; bei mir sind es locker bis zu 150 ! Patienten an einem Sprechstundentag. Von Kollegen kann ich ähnliche Zahlen berichten. Ein bischen gehen auch in dem Buch die Folgen der stringenten Honorar - Budgetierung für die betroffenen Kassenärzte unter: vor einer Reihe von Jahren wurden jedem Kassenarzt ein Budget zugebilligt. Er darf eine bestimmte Menge an Leistungen gegenüber seiner Kassenärztlichen Vereinigung erbringen, die zu einem gleitenden Honorar-Volumen bezahlt wird. In manchen Fachrichtungen und in manchen Berliner Bezirken kam es aber im Laufe der Zeit zu erheblichen Verschiebungen in der Arztdichte, d.h. zahlreiche Arztsitze sind in vermeintlich lukrativere Bezirke verlegt worden, unter Zurücklassung der meisten Patienten. Diese haben natürlich versucht, bei den verbliebenen Ärzten unterzukommen. Die Budgets sind aber gleich geblieben. Nun hat der Arzt die Möglichkeit, ohne Bezahlung die Behandlung durchzuführen oder kranke Menschen abzuweisen oder seine Praxis zu schließen. Wer macht das schon? Mittlerweile werden in manchen Berliner Bezirken bis zu 40% der erbrachten ärztlichen Leistungen nicht ! oder mit einem Mini-Alibi-Honorar ( eine Konsultation bei einem Arzt mit vielleicht Untersuchung, kurzes Gespräch, Ausschreiben der Arbeitsunfähigkeit und einer Spritze = 15 Cent brutto, wirklich, nicht gelogen ) bezahlt. Bei vollem Haftungsrisiko wohlgemerkt. Unvorstellbar ? Nein, das ist die Realität in Berlin 2007.Auf jeden Fall ein gutes und lesenswertes Buch.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Diagnose unbezahlbar., 16. September 2007

Diese Buch beschreibt sehr realistisch den Alltag von uns Hausärzten und ihren GKV Patienten unter den Bedingungen der Rationierung von Gesundheitsleistungen.Sehr lesenswert,spannend wie ein Krimi.Es sollte Pflichtlektüre für jeden Politiker, vorallem vonselbsternannten Gesundheitsexperten wie Herrn Lauterbach, sein.Aber auch jeder Patient sollte es lesen .Genau wie hier beschrieben geht es auch in meinem Praxisalltag zu.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  die Wahrheit offen gelegt !, 9. Juli 2007

Welcher Kassenpatient versteht schon den Inhalt des Wirtschaftlichkeitsgebotes : "wirtschaftlich , ausreichend und zweckmässig" darf die Behandlung sein - mehr nicht ! Der Staat bestimmt eben genau dadurch , dass nur das Nötigste bezahlt werden darf - und das ist nicht viel! Wer die politische Entwicklung mit offenen Augen verfolgt , der kann sich durchaus vorstellen , dass das ohnehin schon magere Leistungsniveau der gesetzlichen Kassen weiter abgesenkt werden muss ! Den Anfang hat man hier mit den Festzuschüssen im Zahnbereich gemacht , der Gesundheitsfonds ist wegen der bekannten Unterdeckung schon jetzt zum Scheitern verurteilt - dann ist es nur noch ein kleiner Schritt , die Festzuschüsse auf ambulante und stationäre Behandlung auszudehnen !!! Oder wozu dient der Plan , sogenannte Gesundheitszentren einzuführen ??? In der ehemaligen DDR nannte man solche Zentren Poliklinik ...Um dies zu verstehen und praktische Beispiele nachzuvollziehen , eignet sich das Buch hervorragend . Und wer Frau Herbert hier lediglich Populismus vorzuwerfen vermag , der vergisst schlicht , dass die Autorin selbst Opfer dieses kranken System war und ist hierbei u.a. aus dem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen kann . Wer heute noch die Augen vor der bitteren Realität verschliesst , der glaubt sicher auch noch an Blüm's Märchen : "Die Renten sind sicher" ...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Schwester Sibylles zweiter Streich, 15. März 2007

"Wer früher stirbt ist länger tot." Mehr als dieser zynische Spruch fällt mir zu diesem Buch nicht ein.Frau Herbert zeigt wieder einmal, wie schon in "Überleben Glückssache" gnadenlos auf, in wessen Klauen man gerät, wenn man es mit dem deutschen Gesundheitswesen zu tun bekommt und die Geldbörse vergleichsweise magersüchtig ist.Bedauernswert auch Ärztinnen wie Frau Dr. Kruse. Mein eigener Hausarzt dürfte ähnliche Horrorstories zu erzählen haben und die Sache sehen wie sie. Medizinaltechniker in der Heilerzunft und Wirtschaftstheoretiker auf Seiten der Krankenkassen dürften sich in diesem Biotop erheblich wohler fühlen, als die Leute, denen es in erster Linie darum geht, Leidenden Linderung und Heilung zu verschaffen. Auch die Assistentinnen beschweren sich mittlerweile, sie seien Arzthelferinnen und keine Bürokauffrauen, soweit die eigene Erfahrung des Rezensenten.Deshalb: Weiter so, Schwester Sibylle! Möge Ihr drittes Buch nicht lange auf sich warten lassen und ein weiterer "Stachel im Fleisch" derer werden, die die von Ihnen geschilderten Zustände in unserem Gesundheitswesen zu verantworten haben.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Unsachlich und ohne Tiefgang, 5. März 2007

Es handelt sich um ein populistisches Buch, das sich darauf beschränkt, in einem immer wiederkehrenden Reigen Beispiele für die Grundthese beizubringen. Hierbei wird kein Wert auf Differenziertheit und kein Wert auf eine saubere begriffliche Verwendung gelegt. Es wird in allen möglichen Kontexen von Rationierung gesprochen ohne nachzudenken, wie der Begriff überhaupt sinnvoll verwendet werden kann. Es werden Thesen aufgestellt ohne auch nur einen Beleg dafür beizubringen. Das Einzige, was das Buch bietet, ist eine Aneinanderreihung von Krankengeschichten, die jedoch so ausgesucht sind, dass sie nicht der Erhellung der Wirklichkeit dienen, sondern lediglich dazu benutzt werden, um die eigene Meinung zu unterstreichen. Dass es aber auch eine andere Seite der Medaille gibt, wird schlichtweg außen vor gelassen. Solche Bücher sind keine Förderung eines vernünftigen öffentlichen Diskurses über ein so gesellschaftsrelevantes Thema, das viel mehr Facetten hat als dieses unwissenschaftliche Buch suggeriert. Ein Bürger, der informiert sein will, ist mit diesem Buch nicht gut bedient. Ein Bürger, der sich bestätigt wissen will in seiner Auffassung, dass die gesamte Medizin ungerecht sei, wird hier viele vermeintliche Belege finden. Die Wahrheit jedoch ist komplexer als dieses einfach gestrickte Buch glaubhaft machen möchte.




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