Kundenmeinungen
wunderbar chaotisch, 3. September 2007
Ich habe mich bei den ersten seiten fast weggeschmissen vor lachen dabei muss ich bei büchern normalerweise nie laut loslachen sondern höchstens schmunzeln. Das ganze Buch schmeisst alle Normen in einem Satz über den Haufen, sodass im Ergebnis unglaublich ineinander verkeilte Nebensätze in einem Satz die unglaublichsten und unzusammenhängendsten Gedankensprünge hervorbringen, die man sich vorstellen kann. Der Inhalt ist einfach nur der geballte Schwachsinn hoch 10. Aber genau das ist das tolle und erfrischende. Wie mans von Helge gewohnt ist, befreit sich das Buch von Zusammenhang und Anspruch und das ist in diesem Fall höchst erheiternd ;-). Völlig banale Brutalität (Kommissar Schneider bringt einen Ober um, weil im Restaurant die Toiletten dreckig sind) und Sexgeschichten (Kommissar Schneider poppt eine Polizeikollegin 10 stunden lang. am nächsten Tag reicht er eine Beschwerde wegen behinderung am Arbeitsplatz ein) sind das Sahnehäubchen.Ich habe das Buch öfters mit Freunden gegenseitig vorgelesen ;-) - Sowas darf man niemandem vorenthalten.Fazit: Kaufen!PS: Erster Satz: Über dem Herd ist eine Lampe angebracht, damit man das Essen besser sieht...
sehr skurril, 27. Juni 2007
Ich habe erst das erste Buch gelesen und muss schon eine Rezension schreiben - das sagt eigentlich alles."Zieh Dich aus Du alte Hippe" (Kommaregeln werden nicht nur einmal vergewaltigt) lautet der Titel des ersten Buches und wirkt auf mich sehr irreführend, denn ich halte den Titel für einen Hinweis auf recht schlechten und banalen Inhalt und Stil. Wer in den Rezensionen lediglich ein oder zwei Sterne vergibt, der kennt wohl Helge Schneider nicht; sicher kann man so bewerten, aber wer erwartet schon einen durchgestylten, schlüssigen, runden Kriminalroman, der vielleicht auch noch nach bewährten Spannungs-Schemata geschrieben ist? DAS ist natürlich bei Schneider NIE der Fall - und deshalb lese ZUMINDEST ICH genau solche Sachen. Es erweitert den Horizont, weg vom engstirnigen Denken, bringt Lacher ins Leben, durchbricht (manchmal mit der Brechstange) Logik-Automatismen der eingefahrenen Denkschemata. Mag das erste Buch durchaus Schwächen haben und nicht auf jeder Seite ein oder zwei Lacher parat stellen, sondern vielleicht kleinstreckenweise langweilig wirken, so hätte ich wirklich etwas versäumt, wenn ich es nicht gelesen hätte; teilweise Lacher am Fließband, Absurditäten en masse und hier und da aber auch ein schelmisches Aufblitzen einer Schneiderschen Genialität, was Gedankensprünge, Ebenenwechsel, Wortspiele und vor allem auch wirklich eindrucksvolle Bilder betrifft - oft auch eine Mischung von allem, z.B. in der Beschreibung der Stadt "Koquinox": "Glutrot hängt der Abendhimmel über dem Firmament [...]. Glitzernde Aluminiumkessel spielen Verstecken vor einer gespenstisch anheimelnden Atmosphäre. Ruß tropft vom Himmel, es riecht nach bitteren Mandeln [...]" - Entschuldigung, das ist Kunst. Und zwar von einer Art, wie es sie so bisher nicht gibt (s. z.B. Knackpunkte wie "ÜBER dem Firmament", "VOR einer Atmosphäre" ...) Besonders beeindruckt hat mich, dass Schneider wohl - so schreibt er in einem Nachwort - nicht (nur;-) von Schund inspiriert ist, sondern von wirklich allgemein anerkannter höchster (Musik-)Kunst; ich hatte mich beim Lesen streckenweise an ein Gemälde und an ein zugehöriges musikalisches Werk erinnert gefühlt - und genau daraus hat Schneider Inspiration bezogen, gibt er an. Er hat es also verstanden, völlige Absurdität und teils Banalität und Sinnlosigkeit mit Humor, Witz und höchsten ästhetischen Ansprüchen zu verbinden - allein dafür hat er einen Orden der Außergewöhnlichkeit verdient. Ebenfalls absurde Gewalt, phantasievolle Neologismen, seltsame Handlungs- und Gefühlswelten der Figuren und ein narrenhaftes Spiel mit gängigen Krimi-Erzählstrukturen sind hier zu erleben. Ein buntes Wirrwarr aus Improvisiertem, das aber durch seine Spontaneität und fehlende Kalkulation seinen wahren Wert erhält. Auch Stellen, an denen man denkt, Schneider habe das wohl nur geschrieben, um irgendwie weiterschreiben zu können, wirken beim zweiten Hinsehen wirklich genial - vielleicht auch schon beim ersten. Es sind also wirklich ein paar Köstlichkeiten enthalten, die ich aber hier vorenthalten möchte, weil sie von Natur aus rar sein müssen - Gutes ist selten, DAS genau macht es aber so gut.
schmunzel!, 20. April 2007
Sitzt man mit diesem Buch im Zug, werden sich die Leute denken: "Sag mal - was liest die denn da!" Denn die Gesichtsausdrücke beim Lesen schwanken zwischen Schmunzeln, angewiedertem Blick, ungläubigem Stirnrunzeln über halbe Lachanfälle bis hin zum Kindchenschema-Blick. Sämtliche Schnulz-Kriminalromane zusammengenommen in einem kindlichen Schreibstil veralbern dieselben und bilden eine absurd komische Essenz. Aua!... und doch - wenn man mal eine Abwechslung braucht: perfekt!
Der Kommissar Schneider ist - nicht gut!, 13. Februar 2006
Helge Schneider auf der Bühne - ein Hochgenuß! Schräger Humor, Improvisationskunst vom Feinsten, erstklassige Musik (Schneider sollte als Jazzer nicht unterschätzt werden!)... Als Romanautor jedoch ist Schneider eine Zumutung. Solche wild fabulierten Geschichten haben mein Bruder und ich als Kinder geschrieben (freilich ohne die Schmuddel- und Ekeleffekte, die Helge sehr zu lieben scheint). Schneiders Romane sind überhaupt nicht lustig, gar nicht unterhaltend, sie sind schlicht und ergreifend infantiler Schrott. Was ist nur aus dem einstmals seriösen Kiepenheuer-und-Witsch-Verlag geworden... Er druckt der schnellen Kohle wegen meistenteils minderwertige Kabarettprogramme oder "literarische" Schnellschüsse von allen möglichen Fernsehheinis ab. Dagegen ist jeder Groschenheftroman hohe Literatur.
Sehr makaber, 13. November 2005
Dieses ist ein äußerst makabres Buch, vom Anfang bis zum Ende vollgestopft mit schwarzem Humor. Kommissar Schneider ist ein brutaler Kerl, der alle in seiner Umgebung verprügelt (bis sie sogar teilweise „Matsch“ sind) und seine Frau Ursula „Schlampe“ nennt.Die Morde, die er aufzuklären hat, rücken vollständig in den Hintergrund. Es handelt sich auf keinen Fall um Krimis der herkömmlichen Art, und haben kaum etwas mit der Lösung eines Falles zu tun. Man hat den Eindruck, als befände man sich direkt in einer extremen Ulk-Komödie. Keine einzige Zeile ist ernsthaft zu verstehen, der Text ergibt teilweise überhaupt keinen Sinn.Das Werk hat sicherlich seinen Reiz für Liebhaber von derart schwarzem Humor, aber wirklich auch nur für diese Leser! Für alle Anderen ist es sicher zuviel an Ulk und ungeeignet.
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