Kundenmeinungen
Runderneuert?, 15. April 2008
Da ich meine Ausgabe wieder mal verschenkt habe, werde ich nun diese Ausgabe erwerben. Ein paar Begrifflichkeiten fehlten in der alten Ausgabe ja noch.Wie benennt Ihr die Plastikstäbe, die an der Supermarktskasse zur Abgrenzung der Einkäufe auf das Förderband gelegt werden sollen?Warum gibt es keine deutsche Entsprechung zum englischen "Woking": Das suchende Umsehen in Küche oder Keller, da es einem vollständig entfallen ist, was man dort eigentlich holen wollte.Was zum Teufel ist ein "Holzgünz" ?Rayerschied, derDer widerliche Geschmack, der nach dem -> Rayern im Munde verbleibt und sich auch durch viel trinken oder essen von Kuchen nicht vertreiben lässt.
Wörter, die uns gerade noch gefehlt haben, 4. Dezember 2007
Unglaublich, mit wie vielen Sachverhalten und Gegenständen die Welt aufwartet, für die einem bis dato die Worte fehlten... Aber Douglas Adams schafft diesem Mangel Abhilfe! Nach gründlichem Studium seines "Tieferen Sinnes des Labenz" muss man nunmehr auch vor komplizierten Vorkommnissen nicht mehr kapitulieren. Und das Beste dabei ist: Nicht nur nicht kapitulieren braucht man nicht mehr, sondern man darf dabei auch noch feixen -- es sei denn, man laufe unwissentlich mit einem Frauensattling durch die Gegend, weil ein freundlicher Zeitgenosse sein "Passau!" kundtat... Da kann man dann nur noch hoffen, nicht auch noch das Opfer eines fiesen Rednitzhembach geworden zu sein... (Auflösungen im hier warm empfohlenen Buch)Es ist nämlich so: All die Wörter, die einem bisher gerade noch gefehlt haben, gibt's schon seit Jahrhunderten, aber dummerweise verbargen die sich an einem Ort, wo man sie nie vermutet hätte: In Ortsnamen nämlich. Orts- und Flurnamen bezeichnen nämlich nicht nur Geographisches... So ist beispielsweise das Reit im Winkl eine "zum Leidwesen von Orthopäden nicht mehr praktizierte Stellung aus dem Kamasutra", beim Bludenz handelt es sich um "das, was von einem Tier übrigbleibt, wenn schließlich auch die Weißwursthersteller mit ihm fertig sind", und das Taxöldern wabert einem beim Einsteigen ins Taxi entgegen, das gerade andere Fahrgäste verlassen haben... Und so weiter. Man kann stundenlang nach Gusto in diesem ganz besonderen Wörterbuch herumstreunen, ohne mit Lachen fertig zu werden. Schließlich begegnet einem so manches, das man bisher wortlos erleiden musste: die Bademütze, die einem ein missmutiger Bademeister aufzunötigen sich erdreistet; die Grübelei, warum nur man gerade die Küche betrat...Freilich handelt es sich hier strenggenommen nicht um eine Übersetzung aus dem englischen Originals "The Deeper Meaning of Liff" (das ist aber erfreulicherweise im Anhang komplett abgedruckt), sondern um eine kongeniale Übertragung einer genialen Idee, wie sie vermutlich nur ein Brite haben kann. Den Lesegenuss schmälert das nicht, im Gegenteil! Anregendere Lektüre ist schwer vorstellbar, und außerdem kann man sich auch den Spaß machen, arglose Zeitgenossen beim Grübeln zu beobachten, was um alles in der Welt nur ein Winzeln oder das Todtglüsingen sein mag. (Winzeln bezeichnet natürlich den "unerträgliche[n] Tonfall jener ewig grinsenden Vollidioten, die Spielshows mit Kindern moderieren", und beim Todtglüsingen handelt sich's um den "Gesichtsausdruck, dessen Beherrschung Schauspieler unter Beweis stellen müssen, bevor sie den Macbeth spielen dürfen" -- was denn sonst?!).Und was wohl bezeichnet das titelgebende "Labenz"? -- Genau! Den "allgemein bekannte[n] Gegenstand oder eine vertraute Erfahrung, für den oder die bisher noch keine Bezeichnung existiert". Genauer gedat: "existierte". Denn jetzt werden die Labenze sehr, sehr selten.
Plemplem für Fortgeschrittene. , 21. Februar 2007
Welcher erfolgreiche Autor hat diese Idee gehabt? Man nehme alle Ortsnamen, die man finden kann und verpasse ihnen neue Bedeutungen im Sinne eines Lexikons oder Duden. Dann weiß man endlich, dass eine zum Leidwesen von Orthopäden nicht mehr praktizierte Stellung aus dem Kamasutra "das Reit im Winkl" ist. Und die Erkenntnis, dass "der Hilter" ein politischer Agitator ist, der bei den Massen nicht ankommt, da er sich ständig verspricht, macht einen ja auch nicht dümmer. So etwas bekommt nur Douglas Adams hin. In seinem Wörterbuch "Der tiefere Sinn des Labenz" jagt eine haarsträubende Erklärung die Nächste und man kommt aus dem Lachen nicht heraus. Welchen Sinn das hat und wozu das gut ist? Ich habe nicht die geringste Ahnung. In jedem Fall ist es kurzweilig zu lesen und unglaublich unterhaltsam. Ein Standardwerk, das in keinem Bücherschrank fehlen sollte.
Jahrelanger Spaß an einem Standardwerk, 1. März 2006
Die Erstausgabe habe ich im letzten Jahrhundert geschenkt bekommen. Seither habe ich das Lexikon buchstäblich dutzendfach verteilt. Mittlerweile haben sich im Freundes- und Bekanntenkreis viele Begrifflichkeiten in den Alltagswortschatz eingebürgert. Die Elektronikfreaks beispielsweise wissen genau, was gemeint ist, wenn ein Exter übrig bleibt, das kleine, beim Zusammenbau übriggebliebene Plastikteilchen, das einem unmissverständlich mitteilt, dass man alles wieder auseinandernehmen und von vorn beginnen darf.Mütter erklären ihren Kindern beim Windelwechseln, dass sie nun den Schmie entfernen (Oberbegriff für dunklen Schmutz auf hellem Untergrund; Gegenteil: Schmölz).Auf Fêten hat das Buch zahllose Lachsalven und wissendes, zustimmendes Nicken erzeugt. Das Lexikon sorgt in jedem Fall für die kommunikative Bereicherung, auch zwischen völlig Unbekannten. Unvergessen wird mir die Begegnung in einer Warteschlange sein, als ich zu meinem Begleiter sagte: "Schau mal, ein Gscheidl", und hinter mir antwortete es: "Und nebendran einer mit Köterende und Frau mit Duttweiler." Wenn man über die gleiche Sorte Humor verfügt: das hat schon was.
das herrlich amüsante Wörterbuch, 2. Juli 2005
Mit „der tiefere Sinn des Labenz" haben Douglas Adams, John Lloyd & Sven Böttcher ein Wörterbuch der erfreulich anderen Art geliefert. Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage nach dem tieferen Sinn des Labenz (oder the deeper meaning of liff) haben die Autoren dieses Buchs ein gewöhnliches Städteverzeichnis ausgewählt, um diese Städtenamen den bisher unbenannten Gegenständen und Gefühlen zuzuordnen, die den meisten Menschen nur allzu bekannt aber unbenannt vorkommen dürften.
Neben der deutschen Übersetzung, die sich vornehmlich mit Städtenamen aus dem deutsch-österreichisch-schweizerischen Raum beschäftigt, ist auch die englische Originalausgabe (the deeper meaning of liff) enthalten. Somit werden 2 Bücher in Einem angeboten, wobei jedoch nicht zu verachten ist, dass es sich bei der deutschen Ausgabe nicht nur um eine gewöhnliche Übersetzung mit englischen Originaltext handelt, sondern um eine deutschsprachige Ergänzung des Originals. Zur Freude für das Auge wurden auch einige humorvolle Illustrationen zur Erklärung mancher Wörter eingefügt, deren Zeichenstil an den älterer authentischer Sachbücher erinnert. Auf den ersten Seiten nach dem schwerer zu beschreibenden Vorwort sind die Karten mit sämtlichen verwendeten Städtenamen und deren Lage eingefügt. Die ohnehin faszinierenden Wörter, Worterklärungen und Wortspiele werden zusätzlich noch durch die amüsanten Vor-, Zwischen und Nachworte ergänzt. Für die praktische Übersicht wurde in der Buchmitte ein funktionelles Register. Teilweise legen auch Verweise auf Werke vor, in denen einige der abstrakt anmutenden Wörter schon verwendet wurden, ob das dieses Wörterbuch in seiner Funktion bestätigt oder nicht sei natürlich dahingestellt. Fazit:Fans von Douglas Adams, britischen Humors, unkonventioneller Bücher, amüsant sinnloser Wortschatzergänzungen kommen hier vollends auf ihre Kosten. Stunden voller geistreicher Amüsiertheit inklusive.
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