Beschreibung
Wie kommt es, dass uns ein Gähnen anstecken kann, dass sich unsere Stimmung bessert, wenn uns jemand anlächelt, und dass wir manchmal auch über große Entfernungen wissen, wie es einem uns nahe stehenden Menschen geht? Intuition und sechster Sinn: Das sind nur zwei der Phänomene, die durch die Entdeckung der Spiegelneurone erklärt werden können. Diese besonderen Nervenzellen haben es in sich, denn sie bilden die neurobiologische Basis für unser intuitives Verständnis dessen, was andere Menschen fühlen - und was sie vorhaben. Und sie beeinflussen uns massiv, sowohl psychisch als auch körperlich. In zahlreichen Studien konnte mittlerweile nachgewiesen werden, wie diese Spiegelneurone arbeiten. Und die Ergebnisse sind sensationell. So hat sich herausgestellt, dass bei der Beobachtung einer Handlung eines anderen Menschen bei uns genau dasselbe neurobiologische Programm aktiviert wird, das auch tätig wird, wenn wir diese Handlung selbst ausführen! Und nicht nur das: Schon das Beobachten von Teilen einer Handlungssequenz, oft ein einfaches Geräusch, genügt, damit wir wissen, wie es weitergeht. Da die Handlungssequenzen, die wir gespeichert haben, auf unserer individuellen Erfahrung basieren, sind unsere Voraussagen nicht immer richtig - aber meist treffen sie eben doch zu. Und da wir auf diese Weise nicht nur Handlungen nachvollziehen können, sondern auch Empfindungen, ermöglichen unsere Spiegelnervenzellen auch Intuition und Mitgefühl. Joachim Bauer erklärt diese bahnbrechenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse verständlich und ausführlich. Und er zeigt auf, was sie für unser Leben bedeuten. So kann er nicht nur deutlich machen, was geschieht, wenn wir uns verlieben (und auch, wenn Liebe stirbt). Die Entdeckung der Spiegelneurone hat auch weitreichende Konsequenzen für das Verständnis kindlichen Lernens, für das Verstehen von Autismus (als Störung der Spiegelsysteme), für den Zusammenhang von Sprache und Handlungen und für die Probleme, die Kinder in unseren Schulen haben. Als Menschen sind wir angewiesen auf Spiegelungen, und zwar körperlich und psychisch. Die dramatischen Auswirkungen von Mobbing und anderen Formen sozialer Isolation machen das deutlich, und auch die Möglichkeiten der Psychotherapie erweitern sich angesichts der Erkenntnisse über Spiegelneurone. Ein wichtiges Buch, das unser Verständnis über unser Menschsein erweitert und zudem ein neues Verständnis einiger zentraler Probleme unserer Zeit ermöglicht. -- Gabi Neumayer
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Kundenmeinungen
Brilliant geschrieben - Ein Buch zum Geniessen. Danke!, 6. Dezember 2007
Es gibt nur wenige verständlich geschriebene Bücher für Leute wie mich (Buchhändlerin), die zwar Interesse am Gehirn und am Funktionieren der Seele haben, die aber nicht selbst in der Forschung tätig sind. Die Bücher von Joachim Bauer sind eine seltene Ausnahme, so auch dieses Buch hier. "Warum ich fühle was du fühlst" ist ein Sachbuch über die Spiegel-Nervenzellen. Das Buch, das für jedermann jenseits der Mittleren Reife sehr gut verstaendlich ist, ist ein Lesegenuss. Und was es beschreibt, ist eine wissenschaftliche Sensation. Für mich steht fest was ich an Weihnachten verschenken werde. Danke für dieses Buch!
Sehr interessant, leider verschiesst der Autor sein Pulver zu schnell, 26. November 2007
Das Buch beginnt sehr interessant. Leider wiederholt sich der Autor in den unterschiedlichen Kapiteln. Nach der Hälfte hat er sein Pulver verschossen und es kommen nicht mehr so viele Neuigkeiten. Eher hatte ich den Eindruck, er überlegte sich, welche typischen aAwendungsgebiete zusätzlich mit Spiegelneuronen zu tun haben und fühlte sich angehalten, jedes Kapitel der Vollständigkeit halber mit aufzunehmen. Ab und zu blieb er dann doch sehr an der Oberfläche. Meine Meinung: Ganz oder gar nicht oder dann noch kürzer. Lieber wäre mir gewesen, er hätte noch ein Thema in der 2.Hälfte genau unter die Lupe genommen, vielleicht auch mit weiterführenden Beispielen, statt jedesmal wieder mit ähnlichen Zusammenhängen zu beginnen - um dann, bevor es interessant werden könnte, auch schon wieder das Thema zu beenden.
Da das Gesamtthema Speigelneurone, Einfühlungsvermögen und Intuition sehr spannend und erhellend war, dennoch 4 Sterne.
Immer wieder neue Aha-Effekte, 15. Juli 2007
Dieses Buch von Prof. Dr. med Joachim Bauer hat bei mir auf jeder Seite immer wieder neue Aha-Effekte ausgelöst. Es beschäftigt sich mit Resonanzphänomenen wie der intuitiven Übertragung von Gefühlen und Gesten. So öffnen Eltern beim Füttern ihres Baby's zum Beispiel intuitiv den Mund und erzeugen so das Öffnen des Mundes beim Baby oder man muß plötzlich gähnen, wenn ein anderer Mensch gähnt (ein Zwang der sogar bei Schimpansen vorhanden ist). Hierfür sind Spiegelneurone verantwortlich, die im Schläfenlappen (Temporalcortex) sitzen. Ihre Entdeckung gelang durch Versuche mit Affen und wurde dann weiter am Menschen im Kernspintomographen getestet.
Spiegelneurone ermöglichen es, intuitive Vorstellungen über die Gefühle und Absichten eines anderen Menschens zu gewinnen, also einer Fähigkeit, die als "Theory of Mind" (TOM) bezeichnet wird. So spüren z.B. Eltern bei ihrem Kind, dass es flunkert oder man nimmt unausgesprochene Störungen in einer Partnerschaft oder am Arbeitsplatz wahr. Den Spiegelneuronen genügt dabei nur eine kurze Momentaufnahme, um sofort eine intuitive Ahnung von der nachfolgenden Handlung zu bekommen. Wie diese Handlung in unserem Kopf weiter gesponnen wird, hängt davon ab, welche Erfahrungen wir in der gleichen Situation gemacht haben. Zudem sind Alltagssituationen auch immer mehrdeutig, somit müssen sich intuitive Wahrnehmung und rationale Analyse gegenseitig ergänzen.
Spiegelneurone und somit die intuitive Wahrnehmnung und das Vermögen, Feinheiten wahrzunehmen (genauso, wie die Fähigkeit zu lernen) nimmt in einer Umgebung von Stress und Angst ab. Dies ist eine Erklärung dafür, warum intuitive Reaktionen bei Panik meist irrational ausfallen. Damit Spiegelneurone aktiviert werden, muß man auch nicht selber immer aktiv werden. Diese Spiegelneurone werden auch aktiviert, wenn man in Situationen nur zuschaut. Handlungen werden dabei als Modelle abgespeichert und können später eine Handlungsbereitschaft erzeugen. Dies tritt z.B. bei Computerspielen (besonders "Ego-Shooter-Spiele") auf. Situationen, die besonders grausam sind und die man vorher noch nie erlebt hat, werden dabei besonders intensiv abgespeichert.
Spiegelungsphänomene treten beim Neugeborenen auf, werden mit der Bezugsperson eingeübt und entwickeln sich immer weiter; aber nur dann, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die diese Phänomene stimuliert. Nervenzellen, die nicht benutzt werden, gehen verloren. Fehlende Spiegelungsphänomene führen häufig dazu, dass Menschen von anderen als weniger sympatisch, wenig emotional und mitfühlend beurteilt werden.
Dann beschäftigt sich das Buch noch mit "Repräsentationen", also den Resonanzmustern, die nahestehende Personen aufgrund der Spiegelneurone in uns wach rufen und mit deren Hilfe wir ein inneres Bild von einem anderen Menschen entstehen lassen. Auch wie wir dann zwischen uns selbst und dem anderen unterscheiden können, erklärt das Buch. Auch auf die Spiegelungsphänomene in der Liebe, laut Autor "eine besonders heftige, zauberhafte Form von neurobiologischer und psychologischer Resonanz" geht dieses Buch ein. Auch was Mobbing und der Voodoo-Kult gemeinsam haben, wird erläutert. Sogar telepathische Fähigkeiten wurden mit Hilfe der Spiegelneurone einleuchtend erklärt. In den letzten Kapiteln geht es um Spiegelneurone in der Medizin (wie wirken diese, wenn ich Kontakt mit meinem Arzt habe) und in der Psychotherpie, sowie um den freien Willen.
Ich bin total begeistert von dem Buch, weil es mir viele neue Antworten gegeben hat. Es ist auch für Laien verständlich geschrieben und ich möchte jedem dieses Buch ans Herz legen, weil es wirklich sehr informativ ist.
Der Kreis schließt sich, 31. Mai 2007
mit der Entdeckung der Spiegelneuronen, die in diesem Buch ausführlich und fundiert behandelt werden, sowohl medizinisch als auch methodisch und in ihrer Bedeutung.
Dinge die wir intuitiv schon lange gespürt haben,
wie Sensibilität, ganzheitliche Betrachtung und Heilung (TCM),
Selbstheilung und psychosomatische Erkrankung, Kommunikationsprobleme, die fortlaufende Veränderung unserer Sprache und Kultur
bis hin zur Memetik, dem Lernen und schließlich der Frage nach dem Sein,
passen unter diesen Gesichtspunkten und Erklärungen plötzlich widerstandslos zusammen.
Der Autor geht immer wieder von elementaren Erkenntnissen und Beobachtungen aus, zeigt die medizinischen und biologischen Details auf und betrachtet Stück für Stück die menschliche und gesellschaftliche Bedeutung.
Gekonnt und faszinierend. Musste es sofort in meine Literaturliste aufnehmen und im aktuellen Newsletter über Wissensmanagement und graphische Kommunikation verwenden.
Spannend und informativ: Ein Lesegenuss!, 16. Mai 2007
Sokrates, der Philosoph der alten Griechen, war der Erste, der vor über 2000 Jahren erkannte, dass die Begegnung zweier Menschen ein Spiegelungsakt ist. Doch erst mit der Entdeckung der Spiegelnervenzellen ist es möglich, die neurobiologischen Grundlagen dessen zu verstehen, was bei der Begegnung zweier Menschen passiert.
Bis vor kurzem war das Wort "Spiegelnervenzellen" hierzulande ein Fremdwort, selbst bei Fachleuten der Neuro-Szene. Dies hat sich geändert, nachdem der Mediziner Joachim Bauer dieses lesenswerte Buch vorgelegt hat. Wer hier erst einmal reingelesen hat, legt das Buch nicht mehr aus der Hand. Joachim Bauer versteht es, anspruchsvolle Sachverhalte verständlich darzulegen (was ihm den Neid so manches Kollegen zugezogen hat). Ein exzellentes Buch, Marke empfehelenswert!
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