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Christoph Marzi: Lycidas

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Lycidas

von Christoph Marzi

Heyne

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03/Dez/2008 - 09:37


Beschreibung

Ein wahres Feuerwerk an Ideen brennt Christoph Marzi in seinem Romandebüt Lycidas ab. Wie das Titelbild schon sehr stimmungsvoll suggeriert, geht es in dem Buch um London und seine Geheimnisse. Diese sind viel unglaublicher als man das vor der Lektüre dieses Buches dachte. Auch der jungen Emily Laing, die unter erbärmlichen Verhältnissen im Waisenhaus des Mr. Dombey aufwächst, offenbaren sich nach und nach die Ungeheuerlichkeiten, die unter dem uns bekannten London verborgen sind. Emily's Abenteuer beginnen damit, dass ihr eine sprechende, adlige Ratte begegnet. Als ein Werwolf ein anderes Kind aus dem Waisenhaus entführt, muss sie sich auf die Suche nach der Entführten machen. Ein Alchemist nimmt sie unter seine Fittiche. Auch ein Elf und ihre beste Freundin schließen sich der Suche an. Erst allmählich lernt Emily das Geheimnis ihrer Herkunft und der Uralten Metropole kennen und muss feststellen, dass es um mehr geht als nur um ein entführtes Kind.

Christoph Marzis Ideenreichtum ist überbordend. Er füllt seine Stadt unter der Stadt mit Wundern und Mythen aus aller Welt an. Luzifer, Seraphim und ägyptische Götter geben sich dort ebenso ein Stelldichein wie Elfen, Ratten, Spinnenmenschen, Werwölfe und Golems. Wer hätte gedacht, dass man mit einer geheimen Londoner Undergroundlinie geradewegs in Dantes Hölle fahren kann? Oder dass die Engel am Oxford Circus leben?

Durch diese bunte Welt führt Marzi seinen Leser mit einiger Sprachgewalt. Dabei klingt häufig sein Vorbild Charles Dickens an, dem er auch einen Gutteil der Namen für seine Figuren entnommen hat. Weitere Einflüsse -- wie zum Beispiel China Miéville -- sind nicht zu übersehen und machen aus dem Text ein Mosaik unterschiedlicher Stile und Erzählweisen, die schon auch mal für Verwirrung sorgen können. Alles in allem eine sehr eigenwillige Fantasy Geschichte, die abseits der herkömmlichen Pfade so manchen Reiz zu bieten hat. --Solveig Zweigle





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Begeistert, 1. November 2008

Fantasy wie sie sein soll! Eine Welt neben unserer Welt. Christoph Marzi hat mit seiner Sprachgewandheit eine Welt erschaffen neben oder unter unserer Welt. Ein Buch, dass man mit Hirn und Verstand lesen muss, um der Geschichte zu folgen, es liest sich nicht einfach so herunter wie viele andere Fantasy Bücher! Auch als Erwachsener kann man hier versinken. Emily ist ein sympathisches Kind, das aus einem Waisenhaus flieht, um ein anderes enführtes Kind zu retten. Das Buch ist manchmal düster, aber auch voller Freundschaft. Die Geschichten um Genesis, Golem und Religionen sind gut recherchiert, manchmal sehr lang ausgearbeitet, aber vielleicht macht gerade das das Buch aus, es nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern auch mit "weltlichen" Geschichten gespickt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dieses Buch ...!, 21. Oktober 2008

"Lycidas" von Christoph Marzi war ein Blindgriff, ich habe mir das Buch einfach zum Geburtstag gewünscht. Einfach so, ich hatte eigentlich nur positive Meinungen über den Autor gehört. Und ich werde es niemals bereuen!Bevor ich wieder mit meinem obligatorischen "Darum geht es" anfange, möchte ich noch auf etwas ganz Besonderes hinweisen ... Kennen Sie das Gefühl, wenn man ein Buch noch nicht gelesen hat, höchstens ein paar Mal flüchtig darin geblättert, und die aufgeschnappten Wortfetzen eben dieses ganz bestimmte Gefühl erzeugen? Meistens geht es verloren, wenn man das Buch dann liest.Das ist bei "Lycidas" nicht so. Es ist das erste Buch, das ich gelesen habe, das mich von Anfang bis Ende nicht enttäuscht hat!So, aber jetzt.Darum geht es: Emily Laing hat von jeher kein leichtes Leben in ihrem Waisenhaus in London, Rotherhithe. Durch die strenge Behandlung zu früh erwachsen geworden, durch die fehlenden Hinweise auf ihre Herkunft, durch die mysteriösen Gestalten, die die Waisen in Schrecken versetzen, auch ihre beste Freundin Aurora Fitzrovia. Aber dann beobachtet sie, wie ein Werwolf ein kleineres der Kinder entführt, das, wie sie kurz zuvor von einer Ratte erfahren hat, ihre Schwester ist, folgt sie ihm kurzerhand und stolpert in eine Welt, die seltsam, faszinierend und schrecklich zugleich ist.Dennoch findet sich hier ein neues Leben für Emily Laing, gemeinsam mit Aurora, ihrem neuen Mentor Mortimer Wittgenstein und Maurice Micklewhite, einem Elfen, der in der Bibliothek arbeitet. Gemeinsam begeben sie sich auf die Spur des mysteriösen Lycidas, der London und die Uralte Metropole scheinbar aus dem Gleichgewicht bringt. Den Rest lesen Sie aber wirklich selbst.Ich muss zugeben, ich habe weder Neil Gaiman noch China Mieville noch all die anderen gelesen, von denen Marzi angeblich geklaut hat, ich halte ihn dennoch für herausragend. Zum einen ist da sein Erzählstil, der wirklich nichts an Spannung oder Sprachgewandtheit zu wünschen übrig lässt, der das Buch pulsieren und fast atmen lässt. Und obwohl weder die Charaktere noch die Orte besonders ausgefeilt beschrieben werden, weiß man doch genau, wie sie SIND nicht nur, wie man sie sich vorstellt.Zum anderen besitzt das Buch Spannung, Abwechslungsreichtum, sehr viel realistische Fantasie, einmalig wunderbare Charaktere und so weiter ... ich glaube kaum, dass ein Autor so viel stehlen kann.Ich habe das Buch an sämtliche Freunde und Bekannte weiter empfohlen und zurzeit steht es auf der Liste meiner Lieblingsbücher ganz oben. Lassen Sie es sich nicht entgehen!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Großartige Fantasy, 1. Oktober 2008

Mit Lycidas legt Christoph Marzi ein fulminantes Debut hin. Sein Werk kann auf ganzer Linie, sowohl in Bezug auf den Plot als auch die Charaktere und (in diesem Genre ja keineswegs eine Selbstverständlichkeit) die sprachliche Umsetzung überzeugen.In einer Vielzahl intertextueller Zitate lässt der Autor seine Verbundenheit mit Autoren wie Neil Gaiman und Charles Dickens immer wieder durchblicken und verwebt deren Welten mit mythologischen Bruchstücken zu einer fabelhaften neuen Geschichte um das Waisenmädchen Emily Lang und ihren Mentor Wittgenstein.In einem außergewöhnlichen Wechsel der Erzählerperspektive taucht der Leser nicht durch die Augen des unwissenden Mädchens in die 'Stadt unter der Stadt' ein, sondern erlebt das Geschehen zum großen Teil aus der Sicht von Wittgenstein, dem Einzelgänger und Alchimisten, der nicht an Zufälle glaubt.Der trockene Humor des Textes trägt dabei genauso zum Lesevergnügen bei wie eine Reihe liebevoll gezeichneter Nebenfiguren, denen auch in den Folgebänden noch Raum zur Entwicklung gegeben wird. Auch die Versatzstücke aus Mythologie und Aberglaube, die der Autor gekonnt für seine Zwecke umdeutet, sowie die deutlichen Zitate anderer literarischer Werke verleihen 'Lycidas' zusätzliche Dimensionen und Tiefe.Alles in allem: Fantasy auf ungewohnt hohem literarischen Niveau.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Die Uralte Metropole ..., 12. September 2008

Emily Laing wächst in einem Londoner Waisenhaus auf, wo sie wie die anderen Kinder vom Besitzer und seinem Mitarbeiter schlecht behandelt wird und nur eine Nummer ist, weil sich niemand die Mühe macht, sich die Namen der Kinder zu merken. Immerhin hat sie in Aurora Fitzrovia eine Freundin gefunden, wie es keine bessere gibt.Trotzdem beschließt sie eines Abends die Flucht, weil sie es einfach nicht mehr aushält - und in jener Nacht verschwindet auch die kleine Mara Mushroom, die erst vor wenigen Wochen ins Waisenhaus gekommen ist. Die Zweijährige wird von einer seltsamen Gestalt entführt, und auch Emily macht bald die Bekanntschaft des grummeligen Alchemisten Wittgenstein und des Elfen Maurice Micklewhite.Das ist erst der Anfang zahlreicher Neuentdeckungen, die Emily in London macht, das sie zu kennen glaubte, denn von ihren neuen Bekannten lernt sie, dass es eine Stadt unter der Stadt gibt, in verlassenen U-Bahn-Schächten, Tunnelröhren und uralten Gängen liegt die "Uralte Metropole", in der es von seltsamen Gestalten wimmelt, manche nur skurril, andere schaurig, wieder andere richtig böse.Auf der Spur der entführten Mara, deren Familie entscheidend an der Geschichte der Uralten Metropole beteiligt war, und beim Versuch, dem geheimnisumwitterten Lycidas auf die Schliche zu kommen, der unter der Erde Jagd auf Kinderseelen macht, muss sich Emily mit ihren Begleitern nicht nur zahlreichen Gefahren, sondern auch ihren ureigensten Ängsten stellen...Wenn man gemein sein wollte, könnte man Christoph Marzi vorwerfen, diverse Mythen, Legenden und literarische Vorlagen in einen Topf geschmissen und einmal kräftig umgerührt zu haben - aber die Verquickung von ägyptischer und germanischer Mythologie, christlicher Tradition, Sagenfiguren, Gruselelementen und der Geschichte der Stadt London gelingt ganz wunderbar. Die herrlich verschrobenen Charakterköpfe im Mittelpunkt der Handlung tun ihr übriges, insbesondere die Wortgefechte zwischen dem von Kindern häufig genervten Wittgenstein und der hartnäckigen Emily sind köstlich zu lesen.Stilistisch hätte man noch ein wenig feilen können, denn die über weite Strecken viktorianisch anmutende Sprachebene wird gelegentlich von Slangausdrücken und dem einen oder anderen zu häufig verwendeten Stilmittel durchbrochen. Dem Spaß an dem Buch haben diese kleinen Mängelchen allerdings nicht geschadet. Wer Mythen und Legenden und etwas gruselige spannende Phantastik mag und vielleicht auch noch ein Faible für London hat, ist hiermit bestens bedient.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Netter Fantasy-Roman, 11. September 2008

Mein Urteil zu diesem Buch fällt sehr gemischt aus. Nach den ersten paar Seiten denkt man, ein Kinderbuch vor sich zu haben. Vielleicht liegt es daran, daß Kinder die Hauptpersonen sind. Vielleicht, weil sprechende Tiere vorkommen. Vielleicht liegt es aber auch an dem Dickens-Stil.Man merkt aber recht schnell, daß das Buch für Kinder viel zu komplex, gruselig und blutig ist.Im großen und ganzen gefällt mir das Buch recht gut. Aber weniger wäre mehr gewesen. Mir werden zu viele Handlungen und Personen aus anderen Büchern zusammen gemischt, obwohl die Mischung durchaus etwas originelles und eigenständiges geworden ist. Aber die geballte Kraft von Horus, einem Golem, Jack the Ripper und Lilith ist einfach zu viel des Guten.Die Idee der uralten Metropole unterhalb Londons gefällt mir allerdings sehr gut und diese Metropole wird auch sehr lebendig dargestellt. Diese Idee wurde geklaut, das paßt aber zum Buch, da hier ja eigentlich alles geklaut ist und zu etwas neuem zusammen gefügt wurde. Daher finde ich das Vorgehen des Autors nur konsequent.Mehrfach wurden hier die ständigen Wiederholungen kritisiert und das muß ich leider bestätigen. Ich sag nur "Dieses Kind" und "Fragen Sie nicht"...Die Wiederholung des zentralen Themas, des Konflikts der Häuser Mushroom und Manderley, ist allerdings gelungen, da immer wieder neue Aspekte und Details beleuchtet werden und man immer tiefere Einblicke in die Familienhistorie bekommt. Meine Frau war begeistert von der Trilogie. Ich werde wohl auch die anderen Teile lesen, meine Erwartungen sind allerdings nicht ganz so hoch




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