Kundenmeinungen
Spannend, mit kleinen Einschränkungen, 23. September 2008
Den Inhalt haben die Rezensionskollegen ja schon mehrfach dargestellt. Der Journalist Mikael Blomqvist und die "Psychopathin" Lisbeth Salander sind ein interessantes Team. Auch ich fand den ersten Fall der Krimi-Trilogie spannend zu lesen und konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Das ist an sich das beste Qualitätsmerkmal.Etwas penetrant fand ich die vielen Affären aller Art, die im nächsten Fall (Verdammnis) noch viel penetranter werden. Jeder hat oder hatte was mit jedem, was den Beteiligten gegönnt sei, aber ich fand das Thema für einen Krimi überstrapaziert.Problematik und Auflösung sind nichts wirklich Neues in der Krimiwelt, aber man liest ja auch den 100. Mord-Krimi. Man kann sich recht früh den Ausgang denken, eben weil es viele Fälle nach dem gleichen Strickmuster gibt. Mich hat alles sehr an "Ein Ort für die Ewigkeit" von Val McDermid erinnert. Im zweiten Fall offenbart sich noch mehr, dass es bei Larsson weniger um den Fall sondern eher um die Biografie und Persönlichkeit der Ermittler geht, Larsson ist eher was für Romanfreunde als Krimifreunde. FAZIT: Ein schöner langer Krimi, aber an die guten Mankells kommt er nicht ran.
Wahnsinn!, 11. September 2008
Dieser Krimi fängt langsam an und gewinnt dann rasant an Tempo. Stieg Larsson schafft es, Spannung zu erzeugen und in dem Moment, in dem man sich fragt, wie es denn jetzt weitergeht, genau die Antwort auf diese Frage zu liefern (insbesondere im Wechsel zwischen den zwei Handlungssträngen). Kurz gesagt: A page-turner!
Fünf Sterne! - Aber..., 9. September 2008
...auch die Kritiken sind absolut berechtigt (wenn sie in einem sachlichen Ton vorgetragen werden, den ich bei manchen 1-Sterne-Rezensionen sehr vermisse).Ja, das product placement nervt. Ja, die Anglizismen auch. Ja, sie lernen sich erst sehr spät kennen, die beiden ungewöhnlichen Hauptfiguren. Ja, sexuelle Beziehungen zu Dritten, die vom Ehepartner toleriert werden, sind wohl eher männlicher Phantasie als der Wirklichkeit entlehnt. Ja, das Testosteron geht auf den Geist. Und die Familie, um die es geht, ist weit verzweigt und bedarf einiger mentaler Anstrengung - für manche vielleicht zu viel, die sollten dann wirklich lieber bei Tim und Struppi bleiben.Ja, das Buch hat Schwächen. Wenn es die nicht hätte, wäre es ein Meisterwerk. So aber ist es das beste, das aller-, allerbeste, was ich seit langem in atemloser Spannung gelesen habe. Der Inhalt ist schon weitgehend gewürdigt worden, deshalb kann ich eigentlich nur, um vorangegangene, begeisterte Rezensionen nicht zu wiederholen, fragen: Was erwartet man von einem Buch? Dass es einen verschlingt! Irrtümlicherweise dreht man oft verbal den Spieß um und behauptet, man selbst habe es verschlungen. Falsch. Nicht ich habe es nicht mehr losgelassen, sondern der Wälzer hat mich einfach drei Tage okkupiert. Ist mir lange nicht mehr passiert. Und deshalb, uneingeschränkt, fünf Sterne.All diejenigen, die allen Ernstes behaupten wollen, noch nie ein so schlechtes Buch gelesen zu haben und offenbar nicht wissen, wohin mit ihrem Frust, kann ich nur bedauern.
Gut geschrieben aber dennoch etwas enttäuschend, 6. September 2008
Vorweg: Von der Geschichte her gebe ich 3 Sterne. Für das Schreiben eine 4.Ich bin vielleicht etwas kritischer als manch anderer Leser, aber nur Lobeshymnen abzugeben hilft nunmal nicht jedem... so erging es zumindest mir selbst, als ich von den 89 Rezensionen mit 5 Sternen schnell überzeugt war.Hier also eine kritische Zusammenfassung. Letztendlich sind die fast 700 Seiten so aufgeteilt, dass gut 400 Seiten eine Art Einleitung und Erklärung von Personen stattfindet. Das ist über die Hälfte des Buches! Es war für mich sehr langatmig und in diesen 400 Seiten passiert bezüglich der eigentlichen zwei Handlungstränge so gut wie garnichts. Andererseits ist es wohl auch eine Kunst so viel zu schreiben ohne wesentliches Preiszugeben. Dann ging alles für mich etwas zu schnell. Das Rätsel des Buches (Verschwinden von Harriet) wird in nicht mal 200 Seiten aufgeklärt ohne dabei eine ganz grobe Überraschung aufzudecken (so erging es mir zumindest). Leider hat Stieg Larson auch hier die Religion in die Geschichte gezogen um dem Verschwinden etwas mystisch/verschwörerisches zu verleihen, es aber mittendrin wieder fallen gelassen und etwas plump ersetzt (ich möchte nicht sagen durch was, sonst würde ich alles verraten). Für mich war es auf jeden Fall nicht sehr überraschend sondern eher fast schon so "aha, mal wieder der Gärtner".Der Zweite Handlungsstrang (Die Affäre Wennerström) wird auch innerhalb von den letzten 100 Seiten abgehandelt. Auch hier ohne große Überraschung. Insgesamt muss ich sagen das mir die Anpreisung "Hoher Suchtfaktor" wirklich nicht gepasst hat. Es war ein langes Geplänkel bei dem mir als Leser schon manchmal etwas langweilig wurde. In der Zeit konnte man sich alles zurechtlegen, so dass das Ende nicht überraschend war. Schade.Das Buch ist allerdings hervorragend geschrieben und bereitet wirlich Freude. Als ein großes Manko empfand ich jedoch die Füllsätze. Ich glaube nicht das ich übertreibe wenn ich behaupte, dass fast auf jeder zweiten Seite in diesem Buch "Kaffetrinken" als Füllsatz verwendet wird. So ist es öfters der Fall, dass der Hauptdarsteller ca. 10-15 mal am Tag Kaffee trinkt. Das hat mich wirklich fast schon geärgert/amüsiert. Insgesamt gut, aber keine große Spannung erwarten.
Don't believe the hype..., 1. September 2008
Ich kann mich den zum großen Teil euphorischen Rezensionen nicht anschliessen.Das Buch ist zu lang. Deutlich. (Und ich lese gerne dicke Bücher). Die Exposition zieht sich und könnte wesentlich kürzer ausfallen. Auch die Charaktere brauchen nicht so viel Raum, um sie vorzustellen. 300 Seiten weniger wären deutlich mehr gewesen. Sprachlich ist es ok und ich verzeihe dem Autor sogar seine Fixierung auf Apple Produkte.Von einem "Suchtfaktor" kann überhaupt keine Rede sein.Immerhin ist es aber so gut, dass ich wissen wollte, wie es ausgeht.Keine Kaufempfehlung.
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