Kundenmeinungen
Beste amüsante Unterhaltung, 13. Dezember 2007
Was macht ein Top-Thrillerautor, wenn er es leid ist, sich immer an seinen ersten spektakulären Werken messen zu lassen. Entweder er gibt auf, oder er nimmt eine längere Auszeit, oder aber er wechselt einfach das Genre. Letzteres macht John Grisham, der immer noch mit seinen Erstlingswerken "Die Firma", "Die Jury" oder "Der Klient" in einem Atemzug genannt wird. Mit dem inhaltlich erschütternden, schriftstellerisch eher mißlungenen biographischen Roman "Der Gefangene" hat er nach langer Zeit (z.B. der Weihnachtsroman "Das Fest") wieder einen solchen Versuch gelandet und sich von den sehr niederschmetternden Kritiken nicht von seinem Weg abbringen lassen. Und das ist gut so, denn sein neuster Roman "Touch Down" ist ein absolut kurzweiliger, charmanter und sehr humorvoller Roman und eine Hommage an Italien sowie den europäischen Amateur-Football-Sport geworden.
Der Ersatz-Quarterback Rick Dockery versemmelt mit gleich drei Fehlwürfen hintereinander seinem Team Cleveland Browns die Meisterschaft und den Einzug ins berühmte Superbowl. Vom Club gefeuert, von sämtlichen amerikanischen Clubs geächtet, mit einer Vaterschaftsklage konfrontiert nimmt er das einzig vorliegende Angebot an: Die Parma Panthers suchen für die neue Saison einen Quarterback und gieren danach, einen Profi aus der amerikanischen Football-League zu bekommen. Allerdings liegt Parma in Italien und das Team, das mehr recht als schlecht in der italienischen ersten Football-Liga spielt besteht weitestgehend aus Vollblut-Amateuren. Von Rick erwarten sie nichts anderes, als den Einzug in italienische Superbowl und den Gewinn der Meisterschaft mit ihm als Lenker und Hirn.
Was Rick alles in Italien erlebt, wie er die dortige Kultur, das Essen, die Menschen und vor allem die Begeisterung seiner Amateurkollegen kennen und schätzen lernt ist von John Grisham einfach nur liebenswert, unterhaltsam und absolut lesenswert in Szene gesetzt. "Touch Down" ist sicherlich kein anspruchsvolles Meisterwerk, die Handlung kommt ohne große Höhepunkte und Spannungsbögen aus und das Ende ist lange vorhersehbar. Und trotzdem macht es schlichtweg Spaß, die skurrilen Figuren und die Erlebnisse Ricks beschrieben zu bekommen. Allein die sehr detaillierte Beschreibung der landestypischen Speisen und Essenskultur ist schon den Buchpreis wert.
Und - keine Angst! - auch Football-unerfahrenen Lesern wird geholfen. Zum einen liegt dem Buch ein kleines Lesezeichen mit den wichtigsten Spielerdefintionen bei, zum anderen erklärt ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches alle Fachbegriffe des faszinierenden Sportes.
Nein, es ist kein anspruchsvolles Buch von Grisham, aber es ist ein richtig gutes Buch, das den Autor zum zweiten male (nach "Das Fest") von seiner humorvollen Seite zeigt - nicht seine schlechteste!
Wer allerdings den bekannten John Grisham sucht und ihn gerne an seinen Blockbustern messen will, der überlege sich gleich dreimal, ob er sich auf die Geschichte rund um einen Amerikaner in italienischen Foootballkreisen einlassen will. Er wird sonst möglicherweise enttäuscht und langweilt sich.
Wie im wirklichen Leben..., 10. Dezember 2007
Falls Sie jemand sind der in Europa American Football spielt, Coach ist, oder im Management tätig ist, werden Sie dieses Buch lieben. Es gibt ganz einfach eins zu eins die Art und Weise wider wie es ist, einen "Import" im Team zu haben; es spielt dabei wahrscheinlich keine Rolle in welchem europäischen Land man sich befindet.
Es ist einfach schön in diesem wirklich gut recherchiertem Buch viele Szenen schon selber erlebt zu haben - auch wenn das Ende vorhersehbar ist. Ganz nett auch noch die "einheimische Ballerina" im Team - die hat auch jedes Team, exakt so, wie im Buch!
Toll und ganz und gar nicht langweilig..., 9. Dezember 2007
John Grisham entdeckt das alte Europa!
Ganz und gar nicht langweilig, sondern höchst warmherzig, amüsant und liebenswert kommt das neue Buch (Originaltitel "Playing for Pizza") daher. Ein Heimatloser muss sein Land verlassen, sucht zwangsweise Asyl in Europa, spricht die Sprache nicht, kennt die Währung nicht, ist völlig fremd dort - und wird mit offenen Armen empfangen! Na, klingelt was?
Die Schlüsselszene für mich: Als Dockery früh morgens von zwei Polizisten wach geklingelt und abgeholt wird, schiebt er seine Beunruhigung zur Seite mit dem Gedanken, dass dies schließlich das alte Europa ist und nicht irgendein Dritte-Welt-Land, in dem man nur aufgrund irgendeines Verdachts verschleppt und gefoltert wird!! Da blieb mir zumindest der Lacher im Halse stecken.
Grisham hält seinem Land in Sachen Toleranz, Kultur und Offenheit den Spiegel vor. Dass er hierzu ausgerechnet den uramerikanischsten Sport und Protagonisten aller Zeiten nimmt, den American Football Quarterback, unterstreicht diese Absicht nur! Dieses Buch ist, nicht nur
wegen der gelungenen Kapitel über italienisches Essen, absolut toll zu lesen, quasi wie ein Mini-Urlaub in Italien! Und wenn man, wie ich, beim
Lesen auf den Gedanken kommt, nächstes Jahr fahr ich mal nach Parma, dann kann es soooo übel nicht sein.
Klar, Thriller-Fans werden hier nicht bedient. Aber Grisham hat immer schon zwischendurch was anderes gemacht. Das hält frisch und macht ihn weiterhin glaubwürdig. Selbst wer im American Football nur rudimentäre Kenntnisse aus alten US-Filmen und Serien hat, kommt trotzdem super mit der Story klar! Also, "Maria, ihm schmeckts nicht" trifft "Sie nannten ihn Mücke", und das ist keinesfalls negativ gemeint!
Laaaaaaaaangweilig, 7. Dezember 2007
Ich weiß nicht warum J Grisham weiter Bücher schreibt wenn er offensichtlich keine Lust dazu hat. Touchdown ist ein extrem langweiliges Buch, ohne jede Wendung oder Überraschung. Vorhersehbar bis zum natürlich glücklichen Schluß... Scheinbar schreibt J Grisham nur noch Bücher um Geld zu verdienen. Seine Beschreibungen über das ital. Leben und Essen sind für Europäer eigentlich auch nicht zu ertragen, genau so wie die langatmigen Beschreibungen der Footballspiele... Empfehlung: Finger weg !
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