Kundenmeinungen
Sehr gute Geschichte, 22. September 2008
Ich habe das Buch in vier Tagen verschlungen. Sehr gute und spannende Geschichte mit interessanten Figuren und einer überraschenden Parallelwelt in London. Wer auf Fantasy steht, sollte "Niemalsland" unbedingt lesen.
Eine seiner besten Novellen, 16. Mai 2008
Der Hauptprotagonist Richard, ein Paradeexemplar eines Londoner Großstadtbürgers, dessen Seele schon längst für alles jenseits des Profanen abgestorben ist, wird als unfreiwilliger Held auf die andere Seite gezogen: Unten-London, dessen Atmosphäre sehr stark an die Hörbuch-Reihe um Emily Lang erinnert, ist ein phantastisches - aber auch gefährliches Reich von Gauklern, Dämonen und zwielichtigen Engeln. Wer sich noch an die Haupfigur aus Anansi Boys (gemein ist hier die "gute" Seite) erinnern kann, so oder so ähnlich agiert und denkt auch Richard. Richard, skeptisch, Bürokrieger und absolut unfähig in einer nicht urbanen Umgebung zu Überleben bereut schon bald seine Heldentat vor dem Museumseingang: Eigentlich "wollte" er mit seiner zickigen und karrieregeilen Verlobten eine Vernissage besuchen - doch plötzlich entdeckt er ein verletztes und blutüberströmtes Mädchen auf der Straße. Er rettet das Mädchen namens Door und versorgt es zu Hause - da sie ihn bittet sie keinenfalls in ein Krankenhaus einzuliefern.Danach ist nichts mehr wie es einmal war. Gejagt von zwei erstklassigen Auftragsmördern und sadistisch-angehauchten Foltermeistern mit hunderten von Jahren an "Berufserfahrung", geschmückt mit einer typisch britisch-aristokratischen Ausdrucksweise (die eiskalten Dialoge sind einfach nur köstlich!) muss er mit Door in das magische Unter-London flüchten. Und dort beginnt der "Spass" erst wirklich. Und das Schlimmste ist: Einen Weg zurück gibt es auch nicht! Er existiert im normalen (Ober-)London einfach nicht mehr. Seine Wohnung wird aufgelöst, seine (Ex-)Freundin erkennt ihn nicht wieder und sein Arbeitsplatz ist auch Geschichte. Ähnlich wie bei seinem Werk "Der Sternenwandler" spielen auch hier die Märkte eine besondere Bedeutung. Zunächst völlig perplex und orientierungslos anrangiert sich Richard immer mehr mit dieser sonderbaren Umwelt so daas er schlißelich Door und ihren Helfern mit der Zeit doch eine kleine Hilfe wird.Um Door, dem sympathischen Menschenmädchen gruppiert sich auch die gesamte Rahmenhandlung. Sie stammt aus einer ganz besonderen Familie die Schlösser auch dort öffnen kann - wo gar keine Türen existieren. Diverse Gestalten wollen sich diesen Umstand zu Nutze machen und Door dafür missbrauchen. Ihre gesamte Familie wurde schon getötet. Viele Wahlmöglichkeiten bleiben ihr also nicht, und so sieht sie sich gezwungen auf die Hilfe von Verbündeteten zurückzugreifen. Doch noch ahnt sie nicht, dass nicht alle mit offenen Karten spielen und die beiden Profikiller mit erschreckender Präzension immer näher rücken. Kann ihr Leben vielleicht durch die legendäre Hunter - die beste Leibwächterin und "Großwild"-Jägerin in Unter-London beschützt werden? Als dann auch noch ein mysteriöser Engel auftaucht wird die Angelegenheit immer komplizierter...Viele skurrile und eigenständige Charaktere bevölkern das kleine Mini-Universum von Gaimann. Spannend ist die Geschichte zwar nicht wirklich, dafür plastisch, abwechslungsreich und durchaus überraschend erzählt. Die Nachgeschichte / der Epilog - also der Teil nach dem Ende der eigentlichen Haupthandlung ist für meine Verhältnisse etwas zu lange ausgefallen. Dafür hätte man ruhig den "Endkampf" noch etwas "aufmotzen" können.Wer auf unterschwellige Ironie, Fabelwesen und Mythologie steht - der ist bei Gaimann an der richtigen Adresse. Seine Charakter sich vieldimensional gestrickt und lassen sich - vielleicht mit Ausnahme der beiden Auftragsmörder - nicht in das gängige und kitschige Gut-Böse-Schema einreihen. Gut so!Abschließend bleibt festzustellen: Gaiman liest sich am besten als Roman. Seinen Novellen fehlt etwas die tiefere Entfaltung seiner Helden. Nichtsdestotrotz: Wesentlich besser als die Novelle "Coraline". Referenz bleiben jedoch unangefochten "American Gods" und "Anansi Boys". Dem Autor liegen epische Geschichte einfach mehr.
Einfach nur sehr gut, 9. Mai 2008
Ich las von Neil erst Ein gutes Omen, da ich Terry Pratchetts Werke liebe. Danach kam American Gods, dann Anansi Boys. Sternwanderer folgte, dann Niemalsland. Was kann ich sagen... Gaimans Bücher sind phantastisch, gruselig und spannend. Ich komme bei diesen Büchern immer sehr langsam voran, da ich sehr intensiv lese, um nichts zu verpassen und auch, um zu Rätseln, wie die Zusammenhänge sind. Alles in Allem NUR zu empfehlen. Coraline und die Messerkönigin hab ich mir jetzt noch besorgt, denn... DIESER NEIL GAIMAN IST EXTREM GUT!!! In diesem Falle sind die Lobpreisungen meiner Meinung nach absolut gerechtfertigt. LESEN! KAUFBEFEHL!
Der alternative Reiseführer für London!, 3. Mai 2008
Da ich diese Stadt demnächst, nach über 20 Jahren, wieder mal besuchen werde, musste ich mir "Niemalsland" besorgen und mich über mögliche Einstiegsorte ins "Unterland" von London kundig machen :-) Diverse U-Bahnstationen und deren Namen kriegen mit diesem Buch plötzlich eine ganz andere Bedeutung... Gaiman entwirft eine faszinierende unterirdische Fantasywelt, wie man sie viel zu selten zu Gesicht bekommt: Eine Welt der U-Bahn-Schächte, Abgründe, Löcher und Dächer, die von eigenartigen, unheimlichen, abstossenden, heroischen, bösen, skurrilen Engeln, Helden, Vampiren, Rittern, Mönchen, Monstern und anderen Nachtgestalten bewohnt werden und die archaisch und modern zugleich erscheint. Man erlebt diese Welt hauptsächlich mit dem Protagonisten, der aus der normalen Welt kommt und sich mit wirklich grusligen Gegern auseinanderzusetzen hat, von denen zwei ganz spezielle Erwähnung verdienen: Mr. Croup und Mr. Vandemar zählen zu den gelungensten Bösewichtspaaren in literarischen Werken und verpassen einem mehr als einmal eine Gänsehaut. Leider ist das Buch zu kurz, um den vielen, auftauchenden Charakteren den ihnen zustehenden Platz zu geben. Die Charakterzeichnungen leiden darunter, dass diese Welt und ihre Protagonisten in knapp 350 Seiten gequetscht werden. Gibt es Bücher, welche künstlich aufgeblasen werden und die gerne um hunderte Seiten gekürzt werden dürften, ist das Gegenteil bei "Niemalsland" der Fall: Das Buch hätte gut und gerne den doppelten Umfang haben dürfen und hätte darunter wohl nicht gelitten. Dafür gibt's den einen Stern Abzug. Aber sonst gibt's nur Lob von meiner Seite für dieses kleine, schnelle Fantasy-Abenteuer, welches Horror, Phantasie und Humor auf gar treffliche Weise zu vereinen weiss und mich erneut für ein paar vergnügliche Stunden in eine "Anderswelt" entführt hat, welche ich, als es zu Ende war, am liebsten gemeinsam mit der Hauptfigur wieder betreten hätte....
Grandios, 20. Januar 2008
Ein absolutes Muss für Fantasy-Fans!Die realistische Beschreibung von Handlungsorten und Personen und ein wunderbarer Humor machen das Buch zu einem Lesevergnügen. Bis zuletzt bleibt die Spannung gewahrt und der Leser fiebert mit den im Laufe des Buches liebgewonnenen Hauptfiguren mit.Fabelwesen und "normale" Menschen vermischen sich zu einem atemberaubenden, leicht zu lesenden Buch, dass bis zur letzten Seite fesselt!
|