Kundenmeinungen
Genial, 7. September 2007
Ich bin Drewermann Fan. Dieses Buch ist eines seiner besten. Wenn Kirche so wäre, wie Drewermann sie wünscht, dann wäre die Welt besser.
Der kleine Prinz - eine Bibel für Frustrierte?, 11. Mai 2007
Eugen Drewermann legt den kleinen Prinzen (und mit ihm natürlich den Autor Exupery) auf die Couch und analysiert ihn tiefenpsychologisch. Wie gewöhnlich bei solchen Fällen taucht alles Mögliche "Unerfreuliche", "Verdrängte" ans Tageslicht. Laut Drewermann leidet Exupery unter einem gewaltigen Ödipus-Komplex, sein gestörtes Verhältnis zur Mutter ist die Ursache aller Probleme.
Was bedeutet z.B. der Planet des kleinen Prinzen? Die Mutterbrust! In solch Freudscher Manier nimmt Drewermann die beiden auseinander. Das ist durchaus beeindruckend mit intellektuellen Schärfe ausgeführt.
Diese "Schärfe" droht leider immer wieder zu verschwimmen, wenn Drewermann in seine unerträglich überhöhte Sprache abgleitet wie "In diese Ewige und Unzerstörbare, das in den Augen der Geliebten aufscheint wie die Sterne des Himmels auf dem klaren Spiegel eines ruhigen Sees, gilt es hinabzutauchen bis zum tiefsten Grund."
Drewermann wird in seinen Büchern gerne "poetisch". Nur: Wenn ich gute!! Poesie lesen will, nehme ich Eichendorff zur Hand, in einem Sachbuch möchte ich von solch esoterischen Gesülze lieber verschont bleiben.
Biographen beschreiben Exuperys Kindheit als glücklich und idyllisch. Nichts da, Drewermann weiß es besser, Ängste habe der kleine Exupery ausgestanden und "überbehütet" sei er gewesen. Freilich hat Drewermann dies überhaupt nicht recherchiert, dafür hatte er wohl keine Zeit.
Das Verhältnis Exuperys zu seiner Ehefrau (welches Drewermanns These des Mutter-Komplexes belegen könnte) kommt nur ganz am Rande vor (das meiste davon in den Anmerkungen am Ende des kleinen Buches). Hier ein genaues (Quellen-)Studium zu betreiben fehlte Drewermann wohl ebenso die Zeit.
Nicht ohne Witz: ein anderer Autor, Adolf Heimler, versuchte sich ebenfalls an psychologischen Erklärungen zum kleinen Prinzen - und kam zu ganz anderen Schlussfolgerungen. Diese kritisiert Drewermann im Anhang scharf.
Mit Freudscher Psychologie steht der Autor auf "Du und Du". Mit dem anderen großen Psychologen C.G. Jung steht er aber auf "Kriegsfuß". Er führt zwar den kleinen Prinzen als Archetyp des "göttlichen Kindes" im Sinne Jungs an, ansonsten scheint Jungs Psychologie ein wahrer Graus für Drewermann zu sein: Anima, Animus, Schatten, Selbst - alles jungsche Begriffe und mögliche Erklärungsmuster, die der Autor tunlichst vermeidet. (Auch mit C..G. Jungs Gottesbild hat sich meines Wissens Drewermann nie ernsthaft auseinander gesetzt).
Ein typisches Drewermann-Buch: mit all seinen Stärken und Schwächen.
Der "kleine Prinz" wird erwachsen, 16. August 2006
Mit diesem bereits 1984 herausgegebenen Buch wagt sich der Psychotherapeut und Theologe Eugen Drewermann an das wohl bekannteste Werk von St. Exupéry, "Der kleine Prinz", indem er eine tiefenpsychologische Deutung dieses modernen Märchens schreibt.
Und die hat es in sich! Obwohl die Sprache Drewermanns stellenweise gewisse intellektuelle Ansprüche an den Leser stellt, gelingt es dem Autor aber Spannung aufzubauen, so dass sich das Buch dennoch ziemlich gut liest, indem es nach und nach aufzeigt, was uns "Der kleine Prinz" aus tiefenpsychologischer Sicht alles über St. Exupéry verrät.
Nach der Lektüre dieser Deutung sieht man sowohl das Kultwerk "Der kleine Prinz" als auch den Kultautoren St. Exupéry aus einer anderen, aber durchaus einleuchtenden Perspektive, da Drewermann anhand von vielen Beispielen aus anderen Werken, meist von St. Exupéry selbst, eindrucksvoll belegt, dass der französische Schriftsteller eine höchst ambivalente Persönlichkeit war:
"Ohne diesen ständigen Widerspruch, gerade das am meisten zu leugnen, was er selbst am meisten ersehnte, und das am meisten zu ersehnen, wovor er selbst zunächst am weitesten zu fliehen suchte, versteht man nichts im Leben und Denken Exupérys ..."
Drewermanns Sicht der Dinge wird wohl den wenigsten Lesern von "Der kleine Prinz" bewusst geworden sein. Ich selbst habe das Märchen bereits ein paarmal gelesen, werde es sicher auch nochmals lesen, selbst wenn ich es dann mit anderen Augen sehen werde. Es stört mich nicht, dass "Der kleine Prinz" jetzt für mich "erwachsen" geworden ist, erwachsen werden gehört zum Leben.
Keine Rezension!Achtung!, 2. Juli 2006
Ich habe das Buch des Herrn Drewermann nicht gelesen, darf es somit auch nicht schlecht reden oder gut reden.
Und noch schlimmer: ich werde dieses Buch auch nicht lesen.
Der kleine Prinz, wie er sich bei mir vorgestellt hat, mal leicht durch die Gespräche mit vielen großen Menschen aus den Augen verloren, aber nie vergessen- dieser kleine Prinz würde mich nicht mehr verstehen und meine Gedanken jener Erlebnisse in der Wüste würden ihrer Magie beraubt!
Ich habe dieses Buch mit Anrecht meiner eigenen Imagination erlesen- mein Kopf, mein Herz waren, Entschulden Sie, so frei, zu träumen und zu schwärmen und nun soll ich bewußt einen so schweren Sachverstand an diese beflügelten Träume heften?
Die Restnaivität, die ich mir verwahrt habe, wird es mir auch nicht erlauben!
Nach einem wundervollen anrührenden Film möchte im Kino auch nicht den Regisseur sehen, wie er stolz die Tricktechnik erläutert, die mich vorher so begeistert hat
Schade!
Drewermann, Der Kleine Prinz u.a., 19. Juni 2006
Die Lektüre v. "Der Kleine Prinz" des Saint-Exupéry hat in meiner Jugend eine traurige Stimmung bei mir hinterlassen, Drewermann hat vor gut 20 Jahren mir erklärt warum und seitdem lese ich ihn: den Magister der phil.-theol. Anthropologie
("Die Strukturen..."), den Seel-Sorger, der mich durch den Seelen-Innenraum führte ("Tiefenpsychologie und Exegese"), den Verkünder ("Bilder von Erlösung", "Bilder der Erfüllung" und jetzt "Bilder einer neuen Welt"), den Dichter, der mir die Welt der Märchen eröffnet hat.
Ich bin ein christlicher Agnostiker und wie der Dichter-Seher Dante in der Bibelillustration des gottlosen Dalí stehe ich da, nun von allen guten und bösen Geistern frei, bereit durch die gottlosen Seelen-Verwüstungen zu wandern. Drewermann hilft und hat mir dabei geholfen. António (am 19.06.2006)
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