Kundenmeinungen
...wenn man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, 19. November 2007
Ich möchte dem vorhergehenden Rezensisten in einigen Punkten vehement wiedersprechen, da dort meiner Meinung nach ein gelungenes Werk irrtümlich falsch eingeschätzt wird.
Auch im RE sind Definitionen notwendige Grundlagen, damit Projektbeteilige auf ein bestenfalls bereits vorhandenes Minimum an gemeinsamem Verständnis zugreifen können. In der Informatik als interdisziplinäres Fachgebiet und insbesondere der Reibungsfläche Software-Engineering muss natürlich - nicht zuletzt um wirtschaftlich zu bleiben - auf solche Grundlagen referenziert werden. Warum also Anforderungen am künstlichem Horizont der persönlichen Meinung erheben, wenn die Welt der IEEE so klare Grundpfeiler bietet?
Die IEEE bildet seit nunmehr fast 50 Jahren diese Grundlage für die Elektrotechnik und die Informatik - sie sich anzueignen und weiter zu entwickeln ist ihr Zweck, ihre Zuhilfenahme nach meiner Ansicht daher methodisch schlüssig.
Anforderungen an ein beliebiges System werden oft ausschließlich verbal kommuniziert und unterliegen sprachlichen Effekten. Diese Effekte systematisch zu erkennen und bei Bedarf beheben zu können, ist eine immer wiederkehrende Aufgabe des guten Requirement-Engineers. Da hilft kein DOORS, da hilft kein Caliber RM.
Sich dabei wissenschaftlicher Errungenschaften aus Nachbardisziplinen zu bedienen, um diese modifiziert für die eigenen Ziele einzusetzen, ist schlicht ein notwendiges Mittel zum Zweck.
Im Alltag ist mir (leider) noch kein Analytiker begegnet, der sprachlich korrekt hunderte von Anforderungen formulieren kann. Dieses Buch gibt einen breit gestreuten Einblick ins Requirements Engineering und Requirements Management, mit vertikaler Tiefe bei meiner Meinung relevanten Themen. Für Analytiker, die ihren Alltag mit der Erhebung und Verwaltung natürlichsprachlicher Anforderungen bestreiten, von Fachleuten die ihr Wissen auch in einem Gesamtgefüge an Erkenntnis positioniert sehen können!
Über die Verwendung von Smilies in Fachliteratur lässt sich unbedingt diskutieren, jedoch sollte man den Icons aus eigener und aus Respekt vor fremder Professionalität nicht das Recht einräumen, zu einem Teilmotiv für negative Kritik an guter Fachliteratur zu mutieren - das wäre sehr traurig :-(.
Meiner Meinung nach ist und bleibt das besprochene Buch ein gelungenes Kompendium fachlich relevanter und praktikabler Methoden.
Nur begrenzt zu empfehlen, 15. November 2007
Den Einstieg in dieses Buch bildet eine kurze Selbstdarstellung der Autoren sowie eine motivierende Einleitung in die Thematik Anforderungen und Anforderungsmanagement. Dabei wird bereits die Widersprüchlichkeit des Buchtitels erkannt.
Die begrifflichen Grundlagen für das Buch sind im folgenden Teil festgeschrieben. Dafür werden teilweise Standards von Organisationen wie IEEE herangezogen. Nach den recht wissenschaftlich fundierten Grundlagen erfolgt die Definition der Merkmale hinsichtlich qualitativ hochwertige Anforderungen und Lastenhefte. Diese Aussagen werden ebenfalls auf Normen bzw. Standards begründet. Einen Abriss, des gelungenen ersten Teils, stellt die Beschreibung eines zu schaffenden Informationssystems (IS) dar. An diesem System sollen "buchbegleitend" die vermittelten theoretischen Inhalte beispielhaft dargestellt werden.
Ab spätestens dem zweiten Teil (eigentlich schon ab dem dritten Kapitel) werden in großen Sprüngen alle wissenschaftlichen Gebiete vom Projektmanagement, der Softwareentwicklung (Softwareengineering), Geschäftsprozessoptimierung, Linguistik, etc. überflogen. Dabei kommen eigentlich interessante Inhalte der jeweiligen Gebiete jedoch viel zu kurz. Um einen wirklichen Wissenszuwachs zu erreichen werden Inhalte zu schwammig formuliert. Weiterführende Quellenangaben an prägnante Stellen sind zudem eher selten, was es schwer macht Aussagen zu prüfen.
Negativ zu bemängeln ist die schlechte Lesbarkeit des Werkes welche sich aus der Art der Formulierung sowie Gliederung der Inhalte ergibt. Aus der Ungenauigkeit der Inhalte ergibt sich zudem eine teilweise verzerrte oder falsche Darstellung von Sachverhalten. Da werden z.B. UML Diagramme verwendet die keine sind (S.191), ganze Kapitel (6) auf "sprachlichen Effekten und Defekten" verwendet. So wird behauptet Anforderungen müssten im Aktiv formuliert werden und der Leser wird mit "Prozessworten" und "Funktionsverbgefügen" konfrontiert. Die Verwendung von Smileys in den Fußnoten unterstreicht meine Einstellung zu dem Buch auf besonders negative Weise.
Wer sich einen Überblick über das Gebiet Anforderungsmanagement verschaffen möchte dem sei das Buch empfohlen. Wem allerdings das Schreiben von Pflichten-, Lastenhefte bekannt ist, wer Tools wie DOORS oder Caliber RM nutzt und einen sprachlich exakten Schreibstil pflegt kann auf das Buch unbedingt verzichten.
Umfassende und praktische Betrachtung des Themas, 18. Oktober 2007
Das Buch ist von insgeamt 11 Autoren der SOPHIST-Group geschrieben, die als Beratungsunternehmen im Bereich Systems- und Software-Engineering tätig sind.
Das Buch ist sehr gut strukturiert und bietet einen umfassenden Überblick über das Thema Requirements Engineering. Nicht nur technische Aspekte werden betrachtet sondern auch linguistische (z.B. sprachliche Effekte: Tilgung, Generalisierungen, Verzerrungen) und psychologische (Anforderungsermittlung: wie entlocke ich meinen Stakeholdern Ihre Anforderungen?).
Inhalt: 5 Sterne. Das Buch ist jedoch kein richtiges Hardcover, deshalb 1 Stern Abzug.
Technisch und didaktisch vollkommen!, 5. Juli 2007
Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen. Das Buch ist auch für Anfänger verständlich geschrieben und dennoch höchst umfassend und detailliert. Kein hochtrabendes Drama-Deutsch und kein Fachchinesisch was man von vielen Bücher dieser Art kennt. Und gerade sind solche Einsteiger + Referenz Bücher schwer zu strukturieren. Durchgehend, Thema für Thema, bietet das Buch Aufklärung, zeigt die gängigsten Fehler auf und bietet einschlägige Tipps für die Praxis. Es erläutert wirklich alle Aspekte des RE, wie man von einer Idee, durch Anforderungsqualität, SoftSkills, Änderungsmanagement, Tools etc. die systematische Lücken, sprachliche Generalisierungen und Verzerrungen erkennt, beseitigt und letztendlich zum Ziel gelangt. Einfach toll!
Grandios !!, 7. Juni 2007
Das tolle an dem Buch ist, dass es ( endlich einmal) neben dem Thema selbst auch konkrete Handlungsanweisungen und sprachliche Mittel erklärt - z.B. woran erkennt man, dass eine Anforderung verwendbar ist (z.B. "Oberfläche muss schön aussehen" ist kein Requirement) oder wie klassifiziere ich Requirements und Änderungswünsche ? Leider sind Software-Requirements in Lastenheften oft unqualifizierte, unstrukturierte Sammelsurien an Ideen und Wünschen, die dem Entwickler nur bedingt helfen. Das Buch erklärt, wie man als Projektleiter oder Entwickler zunächst die Beteiligten (Stakeholder) einbindet, dann sich gemeinsam die Requirements erarbeitet und schlussendlich in Source umsetzt. Als IT-ler möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass viele Softwareprojekte viel besser laufen würden, wenn die Leute bei den Anforderungsbeschreibungen nur einen Teil von dem wüssten, was in dem Buch steht.
Fazit: Dieses Buch ist ein Werkzeug, um von Anfang an ein Projekt so anzugehen, dass es ein Erfolg wird. Ein Spitzenbuch auf Augenhöhe mit "testgetriebene Entwicklung (Westphal)" und "Analyse und Design mit UML (OOSE)" !!! Bestnote !
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