Kundenmeinungen
Empfehlung für Einsteiger und Familien, 9. März 2008
Obwohl ich mich selbst viel mit Brettspielen beschäftige, möchte ich mich in dieser Rezension vor allem an Menschen richten, die bisher noch wenig oder gar keinen Kontakt zu modernen Brettspielen hatten (Wer viel spielt, kennt dieses Spiel vermutlich sowieso). Insbesondere möchte ich auf die Tauglichkeit des Spiels für Familien eingehen.
Eine erste Überraschung erwartet den Spiele-Neuling gleich nach dem Öffnen der quadratischen Spielschachtel. Nanu, kein Spielbrett? Die Siedler von Catan wird auf einem variablen Spielplan gespielt. Dieser wird aus sechseckigen Pappscheiben und Zahlenchips vor Spielbeginn zusammengestellt, was zur Folge hat, dass sich jede Partie anders spielt. Das Ergebnis ist eine Insel mit buntem Mix aus Kornfeldern, Weiden, Wäldern, Gebirgen, Hügelland und einer Wüste.
Das Spiel beginnt mit einer Gründungsphase, in der jeder Spieler seine ersten Siedlungen auf der Insel plaziert. Diese Siedlungen sollen die Rohstoffe einbringen, welche für die Entwicklung ihrer Zivilisation benötigt werden. So kann einem beispielsweise ein Kornfeld Getreide einbringen, falls man über eine angrenzende Siedlung verfügt. Welche der Landschaftsfelder Erträge abwerfen wird zu Beginn jedes Spielzuges mit einem Würfelwurf bestimmt. Wer an der Reihe ist kann mit den Rohstoffen die er besitzt neue Bauwerke errichten. Es können neue Siedlungen errichtet werden, die wiederum Erträge einfahren, dann können Straßen gebaut werden, die die Siedlungen verbinden, oder Siedlungen werden zu Städten aufgewertet. Neben dem Erschließen neuer Ertragsquellen werden die Bauten mit Siegpunkten honoriert. Kann ein Spieler mit den ihm zur Verfügung stehenden Rohstoffen nicht das gewünschte Bauwerk errichten, so kann er versuchen die benötigten Bauteile durch Tauschandel von seinen Mitspielern zu bekommen. Das Spiel endet sobald ein Spieler über eine Kolonie verfügt, die 10 Siegpunkte wert ist.
Die genauen Spielabläufe sind in der sehr guten Spielanleitung (die Spielanleitung erhielt gar eine Auszeichnung) ausführlich und leicht verständlich erklärt. Man kann im Prinzip sofort einsteigen, da eine spezielle Spielhilfe durch die erste Partie führt und spielerisch die Regeln erklärt. Sollten doch einmal Unklarheiten auftreten, so wird man sicher in dem beiligenden kleinen Heftchen fündig. Dieses hat einen alphabetischen Index und gute Erläuterungen und Beispielbilder. Ein einsteigerfreundlicheres Spiel fällt mir nicht ein.
Die gute Zugänglichkeit macht das Spiel zu einer guten Wahl für Einsteiger und junge Spieler. Die Spielzeit ist mit einer Stunde gerade für Wenigspieler optimal. Die Packung gibt als Altersangabe 10 Jahre und mehr an, aber gerade in einer Familienrunde können sogar noch jüngere Spieler mitspielen. Spielerisch erlernbar sind die Vorzüge von Expansion und Handel. Diese Kinderfreundlichkeit sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Erwachsene voll auf ihre Kosten kommen. Das Spiel bietet genügend Tiefe, dass jede Altersklasse Spaß am Spiel hat.
Dieses Spiel ist einer der ersten Vertreter einer neuen Spielegeneration, es gewann die Auszeichnung "Spiel des Jahres 1995" und ist zurecht ein Verkaufsschlager. Uneingeschränt empfehlenswert für Familien und Neueinsteiger!
Das Siedeln im neuen Gewand..., 10. Februar 2008
...ruft leider ein sehr geteiltes Echo hervor. Zu sehr gehen die Meinungen über Holz oder Kunststoff auseinander. Eigentlich ist das nur eine ästhetische Frage und ziemlich nebensächlich, aber für manchereinen schon fast spiritueller Wahn! Ich könnte das ja noch verstehen, wenn die neuen plastischen Figuren minderwertig wären und ständig die Gefahr bestünde, daß irgendwo etwas abbricht. Dem ist aber nicht so. Die Figuren sind sehr schön modelliert und absolut spieltauglich. Und das nicht nur für Gelegenheitssiedler.
Wer also "Holzfanatiker" ist, der holt sich sein Catan bei eBay. Erweiterungstechnisch wird man ja sogar noch bedient, da diese alle noch nachproduziert werden, wenn auch nur in kleinen Auflagen. Wer nicht so auf "Baumsterben" steht, der greift hier zu. Denn eins bleibt: der einzigartige Spielspaß mit oder ohne Erweiterung, mit 3 und 4 oder sogar bis zu 6 Spielern. Und jedes Spiel verläuft anders.
Zum Ästhetischen:
Ich selbst besitze die erste Neuauflage mit modellierten Figuren von 2003, die mit dieser hier inhaltlich identisch ist. Und mir gefallen die neuen Figuren viel besser als die alten. War die alte Version noch sehr symbolisch von den Figuren her, so "lebt" Catan jetzt wirklich und hat ein Gesicht. Der Räuber ist nicht mehr länger ein einfacher "schwarzer Holzkopf", sondern eine kleine Räuberbande aus drei Banditen mit Knüppeln und was man so für Überfälle braucht. Fiese kleine Gesellen, denen man das auch ansieht. Die mag man nicht wirklich gern in der Nähe seiner Siedlung oder Stadt haben. Auch Landschaftsfelder und Rohstoffkarten wurden überarbeitet und verleihen dem Spiel etwas mehr Flair als das anno 1995 noch war. Und endlich gibt es einen Rahmen bereits zum Basisspiel, der die "Plattentektonik" weitestgehend verhindert. Wie häufig waren doch früher Straßen, Siedlungen und Städte von "Erdspalten" verschlungen worden. Das überläßt man jetzt der Vulkanlandschaft die es in der ein oder anderen Spielerweiterung gibt. Wie sich das gehört. ;)
Zum Spielerischen:
Sieger ist, wer gewinnt; sprich 10 Siegpunkte erbeutet. Wie man da hinkommt, ist in jedem Spiel anders und stark von den verfügbaren Rohstoffen abhängig. So ist das Spiel einerseits etwas für 'Baumeister', die ausschließlich Siedlungen, sehr lange Straßen und Städte aus dem Boden stampfen, aber auch 'Generäle' kommen nicht zu kurz und holen sich Siegpunkte direkt oder indirekt über die Entwicklungskarten im Spiel. Dabei beginnt jeder mit zwei Siedlungen, die bereits 2 Siegpunkte ausmachen. Vor allem der Siedlungsphase zu Beginn kommt eine große strategische Bedeutung zu. Kann doch hier bereits der Weg auf die Sieger- oder Verliererstraße führen. Abhängig vom Würfelglück oder -pech bleibt man aber immer und so ist nicht alles wirklich planbar. Wer aber die nötigen Rohstoffe nicht durch das Würfelergebnis bekommt, der versucht sich im Tauschgeschäft mit Spielern und/oder der Bank und kommt so doch noch an das, was er zum Bauen oder Entwickeln braucht.
Das alles spielt sich nach einiger Zeit sehr flott, kommunikativ und manchmal richtig fies. Wenn mal wieder ein Gegenspieler seine Siedlung vor einem selbst auf einen bestimmten Platz bekommt und man Straßen "in den Sand" gesetzt hat, ist Ärger schonmal programmiert. Und nicht nur so schafft man sich Feinde. Auch der Einsatz von Rittern, die Rohstoffe stehlen, birgt gewisses Konfliktpotential.
Insgesamt bietet das Spiel vor allem mit den Erweiterungen unzählige Spielmöglichkeiten, die von unbehelligtem Siedeln auf riesigen Inseln bis zum Kampf um knappe Rohstoffe reichen können. Da kann sich jeder als Spielfeld basteln, wonach ihm grade ist. Nach Anleitung oder eigenen Vorstellungen. Es ist praktisch nichts unmöglich.
Zur Qualität:
Das Spiel ist qualitativ sehr hochwertig und hält auch dem harten Spieleinsatz gut stand. Die Verpackung ist für das Basisspiel gut unterteilt und alles läßt sich prima verstauen. Grund für Kritik gibt es hier aber: wer sich das Spielmaterial für den 5. und 6. Mitspieler zulegt, der bekommt hier ein Platzproblem und muß Kompromisse machen. Nicht weil der Platz generell nicht ausreicht, sondern weil die Fächer-Einteilungen nicht dafür vorbereitet sind. Das ist sehr schade. Der Platz für weitere Fächer wäre nämlich vorhanden und würde keine Kompromisse verlangen. So muß man eben mit der Tatsache leben, daß man die Figuren zweier Farben zusammen in ein Fach legen und dann vor den Spielen wieder trennen muß. Die Hoffnung bleibt, daß man da bei KOSMOS vielleicht irgendwann noch nachbessert. Eine weitere Verbesserung des Spiels wäre sicher die Fertigung massiver Kunststofffiguren. Das machte die Herstellung zwar etwas teurer, würde aber den ein oder anderen Kritiker zum Thema Kunststoff sicher verstummen lassen.
******SUPERSPIEL*****, 24. Januar 2008
Ich habe das Spiel im Sommer 2004 vor unserem Familienurlaub gekauft. Normalerweise bin ich nicht so der Spielertyp, aber die Siedler haben mich total süchtig gemacht. Jeden Nachmittag spielten wir zusammen mit unserem Sohn (damals 9 1/2 Jahre), der auch sofort total begeistert war. In der Zwischenzeit spielt unsere Tochter, 9 Jahre auch schon voller Elan mit. Zusätzlich habe ich vor kurzem die Erweiterung für den 5 und 6 Spieler gekauft. Nach all den Jahren ist es immer noch unser Familienspiel schlechthin.
Super Spiel für die ganze Familie, 9. Januar 2008
Wir haben dieses Spiel zu Weihnachten bekommen und sind alle total begeistert. Entgegen der Altersempfehlung hat auch unser 7 jähriger Sohn sehr viel Spaß mit dem Spiel. Er hat es sehr schnell verstanden und kann gar nicht mehr genug bekommen. Zur Zeit spielen wir eigentlich jeden Abend. Es ist schön ein Spiel zu haben, dass die ganze Familie begeistert.
War grade dabei eine Erweiterung zu bestellen. Wollte aber erstmal mein Lob loswerden. Uneingeschränkt 5 Sterne!
Die Siedler von Catan - inzwischen ein echter Klassiker!, 2. Januar 2008
Ich habe "die Siedler von Catan" seitdem es Spiel des Jahres wurde und zum Glück die "schöne" alte Ausgabe mit den Holzfiguren. Worum es bei dem Spiel geht, weiß wahrscheinlich inzwischen jeder. Ich kann es jedem empfehlen, weil es sehr vielseitig ist. Der Glücksfaktor Würfel entscheidet über die Verteilung der Rohstoffkarten. Wie diese einzusetzen sind, entscheidet und plant jeder Spieler für sich, muss sich aber dann um fehlende Karten zu bekommen mit seinen Mitspielern austauschen und feilschen. Mir gefällt besonders, dass jedes Spiel sich anders entwickelt, weil man für jede Partie einen komplett neuen Spielplan aufbaut. Von den Zusatzpacks kann ich die Ergänzung für 5-6 Spieler empfehlen, die Insel wird dann einfach um einen Ring vergrößert, so dass mehr Platz entsteht um weitere Mitspieler aufzunehmen.
Mit den anderen Zusatzpacks wird das Spiel langatmiger und komplizierter, uns hat es keinen Spaß gemacht, wir spielen lieber 2 kurze "Basis"-Runden, als eine lange mit Zusätzen, aber das ist ja Geschmackssache.
Das Basisspiel ist jedenfalls sehr zu empfehlen!
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