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Andreas Franz: Unsichtbare Spuren.

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Unsichtbare Spuren.

von Andreas Franz

Droemer/Knaur

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05/Sep/2008 - 08:59


Beschreibung

1999 in Norddeutschland. Eine junge Anhalterin wird ermordet aufgefunden. Vier Monate später wird Georg Nissen wegen dieser Tat zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Kurz nach der Urteilsverkündung erhängt er sich in seiner Zelle. In einem Abschiedsbrief beteuert er seine Unschuld. Fünf Jahre danach wird erneut die Leiche einer jungen Anhalterin aufgefunden. Mehrere Spuren am Fundort weisen auf denselben Täter hin.

Hauptkommissar Sören Henning, der damals für die Ermittlungen und anschließende Verhaftung von Georg Nissen zuständig war, übernimmt zuerst widerstrebend die Leitung der Soko „Phantom“. Von Schuldgefühlen wegen der möglicherweise falschen Verurteilung Nissens geplagt, hatte er sich in den vergangenen Jahren in den Innendienst zurückgezogen. Von seinen Kollegen unbemerkt trug er die Daten sämtlicher ungelöster Mordfälle der letzten Jahrzehnte zusammen. Seiner Meinung nach gibt es zum aktuellen Mord täterrelevante Übereinstimmungen in mehr als 50 nicht aufgeklärten Fällen der jüngeren Vergangenheit.

Bei Unsichtbare Spuren handelt es sich bereits um den vierzehnten Roman des Frankfurter Autors Andreas Franz. Auch in diesem Werk versucht er dem Leser die menschlichen Abgründe, diesmal in Gestalt eines Serienmörders noch nie gekannten Ausmaßes, näher zu bringen. In der gleichmäßig exakten aber auch feinfühligen Darstellung jeder Handlungsfigur, ob eines der zahllosen Opfer oder aber auch des Täters, liegt sicherlich das Auffällige dieses Romans. Mit der durch Polizeiermittlungen nicht erklärbaren Fähigkeit des Täters, seine Opfer unbemerkt von jeglichen Zeugen auszuwählen und auch zu töten, erzeugt Unsichtbare Spuren einen „Thrill“, der bis zum spektakulären Finale erhalten bleibt.

Die Fans der bisherigen Romane von Andreas Franz werden begeistert sein. Kaum merklich fallen da die leichten Fragwürdigkeiten hinsichtlich polizeilicher Ermittlungsarbeit in die Waagschale. Unsichtbare Spuren wird beim Leser deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Und zwar in Form von dunklen Augenringen, die von einer durchgelesenen Nacht zeugen! --Robert Schmidt





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Einfach genial!, 30. Januar 2008

Die Geschichte eines Serienkillers, gesehen von Seite des Mörders und der Polizei. Ein gutes Täterprofil, welches auf einige echte Serienkiller hindeutet. Sehr gut und verständlich geschrieben. Ich fand keine Minute des Lesens langweilig und dieses Buch hat mich einige Nächte gekostet. Ich hoffe, mehr von Lisa und Sören zu lesen. Bisher hat mich A. Franz nicht entäuscht, ich werde weiter an seiner Feder hängenbleiben... Jedem zu empfehlen der gute Krimis mag


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Nett..., 27. Januar 2008

Also das Buch war echt ganz nett, aber mehr auch nicht... so nebenbei zum Hören wirlich klasse, aber irgendwie hätte es auch spannender sein können.

Füs Autofahren jedoch gut geeignet!!!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  mittelmäßiger Krimi, 22. November 2007

Die Idee, die der Geschichte zu Grunde liegt, ist beängstigend. Ein Serienmörder mordet über viele Jahre unerkannt in der kompletten Bundesrepublik und hinterlässt so gut wie keine Spuren. Die Geschichte startet aber erst in der Jetztzeit. Sie wird aus der Sicht des Mörders und des Ermittlerduos der Polizei erzählt.
Und genau diesen Punkt finde ich auch nicht sehr realistisch; plötzlich ermordet der Serienmörder innerhalb weniger Tage mehrere Personen. Ich finde es auch schade, dass nicht die Ermittlungsarbeit der Hauptcharakteren zur Überführung des Mörders führt; dieser hätte ewig so weitermachen können.
Der Mittelteil der Geschichte ist meiner Meinung nach unnötig in die Länge gezogen. Ein spannender Roman fesselt einen über die gesamte Länge und nicht erst, wie hier, gegen Ende, wenn die Geschichte aufgelöst wird.

Ein Stern mehr, wenn ich in Norddeutschland leben würde. So gibts noch gerade 3 Sterne.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Unsichtbare Spuren., 16. November 2007

Ich habe das große Glück in Schleswig zu leben und kenne mich mit den Orten die beschrieben werden sehr gut aus von daher ganz interessant, der Anfang war auch recht spannend aber ab Mitte des Buches wird es immer schwachsinniger völlig aus der Luft gegriffen Serienmörder der am Ende 98 Menschen ermordet hat ,die Polizisten sind ein Witz denn deren Ermitttlungen sind einfach nur lächerlich.Ich habe jedenfalls noch nie so ein schwachsinn gelesen.Ich kann nur abraten,es ist rausgeschmissenes Geld.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  KEIN HÄKELKRIMI !, 12. November 2007

Ungeklärte Mordfälle beschäftigen seit gut 14 Jahren die Polizei. Scheinbar wahllos und zufällig wählt sich ein Mörder seine Opfer aus. Vor allem weil niemand sich die Mühe nahm, nach eindeutigen Parallelen zu suchen, blieben die Fälle ungelöst. Bis Kommissar Sören Henning auf den Plan tritt.
Der Leser bewegt sich auf zwei Ebenen: Einerseits begleitet er den Täter auf seinen mörderischen Ausflügen, anderseits erlebt er, wie die Polizei versucht, eine Verbindung zwischen den Mordopfern herzustellen, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Dieser passt allerdings weder in ein bekanntes Profil noch hat er etwas mit dem typischen Serienkiller gemein, was die Ermittlungen erheblich erschwert.
Die düstere Spannung packt einen am Hals, wenn der Autor die Mordzüge in schnörkellosem, fast stakkatoähnlichem Erzählstil, zugleich aber von höchster Prägnanz und von beklemmender Intensität schildert. Die Handlungen folgen sich Schlag auf Schlag, hüllen den Leser in eine unheimliche, alles einfrierende Atmosphäre und ziehen ihn nach und nach in den Bann des Bösen. Er wird so zum Teil der Geschichte, wenn er über das Leid der Opfer und deren Angehörigen, der Ohnmacht und Fehlentscheide der Polizei sowie der Psyche des Täters liest.
Als Hauptakteure und Kontrahenten stehen sich Mörder und Kommissar gegenüber. Beide sind Sklaven ihres eigenen Schicksals und liefern sich ein unerbittliches Katz-und-Maus-Spiel. Äusserst feinfühlig und differenziert sind dabei ihre Persönlichkeiten beschrieben. Hauptsächlich von Butcher, dem Mörder, zeichnet der Autor ein Charakterportrait von finster-faszinierender Sogkraft: ein zerrissener, frustrierter Einzelgänger, der die Welt um sich herum hasst und in einem Zuhause wohnt, das ihn seit seiner Kindheit erdrückt. Er mordet vielleicht nur, damit ihn endlich jemand verstehe. Töten wirkt für ihn wie ein kurzfristiges Ventil einer Sucht, die er eigentlich hasst. Er kommt sich vor wie ein Junkie, der, um überleben zu können, mehr und mehr Drogen braucht, ohne zu wissen, warum überhaupt. Abgesehen von einigen seltenen glücklichen Momenten in seinem Leben, steht er die meiste Zeit nahe am Mittelpunkt der Heillosigkeit.
Dieser Roman ist alles andere als ein Nullachtfünfzehnkrimiallerlei mit Rinnsteindialogen. Liebesszenen kommen ohne ausgeschmückte Sexhandlungen aus. Der Autor weiss, dass die reifen Leser seiner Romane zwischen den Zeilen lesen können. Er hat eine Geschichte geschrieben, in die man augenblicklich reinkommt. Einige Situationen sind zwar etwas an den Haaren herbeigezogen, was der Handlung jedoch nur noch mehr Würze verleiht. Andreas Franz demonstriert sachkundig und äusserst differenziert, wie Hass und Liebe sich bei affektiver Instabilität umarmen und wie schwer ein negativer Regelkreis zu durchbrechen ist; aber auch, wie wenig es oft braucht, um emotionale und psychische Störungen, die hier meisterhaft dargestellt sind, zu neutralisieren. Der Roman beinhaltet weder eine Fixierung auf den Täter noch auf die Opfer oder die Polizei. Ähnlich wie Friedrich Dürrenmatt in seinen Krimis, tritt Franz weniger als Ideologe denn als Diagnostiker auf, um sein Publikum zu Irritation und kritischer Reflexion zu bewegen. So kommt es, dass sich abgrundtiefe Abscheu über die Morde und und tiefe Empathie für den äusserst bemitleidenswerten traumatisierten Menschen, der zum Mörder gemacht wurde, die Hand reichen. Unsere Gesellschaft verurteilt körperliche Grausamkeiten, während sie gegenüber seelischen Torturen meistens blind ist. Das Böse hat immer einen Grund.

Fazit: Die ungeheuren Kontraste auf hohem inhaltlichen Niveau machen dieses Buch grob und anrührend zugleich. Dieser Roman ist nicht nur ein ungeschminkter Ausdruck kriminalistischer Arbeit und bestialischer Mordzüge, sondern zugleich eine Geschichte voller psychologischer Hintergründe und eindringlicher Menschlichkeit. Der hochintelligente und gebildete Butcher ist Mörder und Poet in einem. Franz' Stil reicht, musikalisch ausgedrückt, von den zartesten Klängen bis zum erschütterndsten Inferno. Und dies mit einer Spannung untermalt, die nie nachlässt.







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