Kundenmeinungen
Sehr leichte Kost, 1. Februar 2008
Ich habe dieses Buch auf Grund der vielen guten Rezensionen hier gelesen und muss leider sagen, dass ich sehr enttäuscht bin. Ich konnte keinen Spannungsbogen in der Geschichte feststellen, die Charactere sind oberflächlich gehalten und die historischen Anteile an der Geschichte sind eher dürftig.
Wer historische Romane mit Hintergrund mag (wie R. Gablé, K. Follet, W. Serno, T. Kinkel), wird von diesem Roman eher enttäuscht sein.
Hervorragender Roman aus dem Hochmittelalter, 30. Januar 2008
Die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und gibt dem Leser einen außergewöhnlichen Einblick in die Verhältnisse und Lebensformen des Hochmittelalters. Die Autorin ermöglicht dem Leser, durch detailgenaue Schilderungen, am Leben der Menschen Mitte des 12. Jahrhunderts teilzunehmen. Langeweile kam bei diesem Buch nicht auf, so dass ich die 640 Seiten in 3 Tagen (leider) schon durch hatte. Sehr zu empfehlen.
Die Abenteuer der Wanderhebamme, 28. Januar 2008
Eine junge Hebamme muß unter dramatischen Umständen ihr Heimatdorf verlassen, und zieht mit einem Siedlertreck einer besseren Zukunft entgegen. Unterwegs muß sie viele Gefahren bestehen, ist in ein paar politische Ereignisse ihrer Zeit am Rande mit verwickelt, und findet schließlich nach zahllosen Abenteuern ihre große Liebe.
Wem diese Zusammenfassung so änhlich wie der Roman von Iny Lorentz vorkommt, der irrt sich nicht: Beide Bücher haben mich stark aneinander erinnert. Sie haben gemeinsam, dass sehr spannend, mit vergleichsweise wenigen historischen Details und auch in literarisch einfachem Stil erzählt wird. Die ganze Wortwahl und die Metaphern sind wenig überraschend: "die Augen sind der Spiegel der Seele", erinnert sich Marthe, die ihrem Ritter Christian in die Augen blickt.
Aber, und das ist der große Pluspunkt der Geschichte, und wohl auch der Grund für die enormen Verkaufszahlen: es ist durchweg spannend geschrieben und leicht zu lesen. Wohl wird man zwar inmitten der über 600 Seiten feststellen, dass dem Mädchen Marthe ein wenig zuviel dramatische Ereignisse für ein einziges Menschenleben zustoßen. Doch das ist in dem Genre ja so üblich, und wird von den Lesern meist geduldet.
Der Hauptcharakter wirkte auf mich grundlegend sympathisch, aber was mir doch ein wenig sauer aufgestieß, war dass die überdurchschnittlich begabte und pfiffige Marthe auch noch hellsehen kann. Dadurch wirkte Marthe auf mich doch ein wenig zu "dea ex machina". Ihre Hellsicht funktioniert aber scheinbar auch nicht immer, sonst würden ihr ein paar grausame Ereignisse in dem Buch nicht zustoßen. Gestört hat mich auch, dass Marthe eigentlich jeder Bursche in dem Treck haben wollte, obwohl es noch einigermaßen überzeugend damit begründet wurde, dass sie die einzige Ledige ist. Ich war auch nicht besonders glücklich darüber, "noch eine Kräuterhexen-Schwarte", wie der Stern es ausdrückte, zu lesen. In meinem Regal stehen bestimmt schon 15 Bücher, deren Hauptcharaktere Hebammen sind. Aber ich wußte ja schon vor dem Kauf, worauf ich mich da einlasse.
Ein interessanter historischer Faux Pas ist außerdem bei der Covergestaltung passiert: die abgebildete Dame stammt ursprünglich aus dem Paradehof des Zarenpalastes von Peterhof, der Maler ist Pietro Rotari. Man sieht also, knapp gesagt, eine russische Dame adeliger Herkunft (wie unter anderem die Perlenohrringe und das Buch verraten) aus dem 18. Jahrhundert. Dies als Titel eines Romans über eine deutsche Hebamme aus dem 12. Jahrhundert zu verwenden, hat mich doch ein wenig schmunzeln lassen.
Insgesamt ist das Werk leichte Unterhaltungsliteratur, die einfach und spannend zu lesen ist, allerdings auch keine tieferen Spuren in der Seele hinterlässt. Wer "Die Wanderhure" von Iny Lorentz mochte, dem wird dieses Buch sicher auch gefallen.
Viele Vergewaltigungen, 21. Januar 2008
Wie schon von einer Vorschreiberin erwähnt: Es ist sehr merkwürdig, dass die beiden Hauptfiguren die Folterungen so leicht wegstecken.
Und dass eine mehrfach vergewaltigte Frau (wie Marthe) sofort nach Offenbarung seiner Liebe mit ihrem geliebten Christian erregenden und gewollten Sex hat, ist ziemlich unwahrscheinlich!
Insgesamt spannend zu lesen und es hat definitiv den "Ich kann es nicht weglegen-Effekt" - ich habe es in einer Nacht durchgelesen!
Historische Allerweltskost, 21. Januar 2008
Das Buch ist spannend geschrieben und hat den gewissen "Nicht wegleg"-Effekt. Von dem her ein Lob an die Autorin.
Inhaltlich bietet "Die Spur der Hebamme" nichts weiteres als eine Variation des allzuoft verwendeten Themas der jungen, für ihr Zeitalter erstaunlich emanzipierten Frau, die von ihrem edlen Ritter ohne Furcht und Tadel gerettet wird. Beide erleben Irrungen und Wirrungen bevorzugt gewalttätiger Art und gewinnen am Ende, ohne dabei anscheinend größere psychische Schäden durch die ganzen Vergewaltigungen und Folterungen zu haben.
Das Zeitalter ist durchschnittlich gut recherchiert, für die Zielgruppe angemessen. Interessant ist jedenfalls die Teile über das Bergrecht und die Umsiedelung in den Osten. Anstatt die üblichen Ritterturnier- und Burglebenklischees zu beschreiben, hätte ich mir gewünscht, dass dieser Teil der Geschichte stärker betont wird.
Auch wenn sich die Rezension schlecht anhört: es ist ein spannender Schmöker ohne großen Tiefgang, wenn er auch die tiefausgetretenen Pfade des Genres leider nicht verlässt und wenige Überraschungen bietet.
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