Kundenmeinungen
Nix neues, 4. Februar 2008
Irgendwie steht in diesem Buch nix neues drinnen als das was man so in Medien verfolgen kann. Trotzdem ist es relativ gut geschrieben das Buch.
Mehr eine gelungene Biographie als ein Anti-Scientology-Buch, 31. Januar 2008
Eigentlich empfinde ich Tom Cruise als einen recht langweiligen Schauspieler, der in den meisten seiner Filme immer sich selbst spielt. Sich selbst spielen, das heißt bei Cruise, dass er einen jungen, egozentrischen, egoistischen Mann spielt, eher etwas einfach gestrickt, mit wenig Bildung und der Bereitschaft, für seine Ziele im Zweifel doch über Leichen zu gehen. So gefährdet er andere Piloten in "Top Gun", will seinen behinderten Bruder betrügen in "Rain Man", zehrt von der Lebensenergie anderer in "Interview mit einem Vampir". Und lügt, dass sich die Balken biegen in "Jerry Maguire". Die Wendung zum Guten gibt es entweder nicht, oder sie erscheint mir künstlich, wenig glaubhaft gespielt (Beispiel: "Die Firma").
Der Witz an der Biographie von Andrew Morton über den Schauspieler ist, dass dieser dessen Leben durch Interviews wirklich gut recherchiert hat, und dann zu dem Schluss kommt, dass Cruise als Mensch auch so ist, wie oben geschildert. Morton erklärt die Existenz von Cruise aus menschlicher Schwäche heraus. Als Kind war er immer der Kleinste in der Klasse, hatte eine durch den Vater zerstörte Familie und musste um sein Glück kämpfen, teilweise mit guten, teilweise aber auch mit bösen Mitteln. Ergebnis ist dann auch im Erwachsenenalter eine Kontrollneurose verbunden mit dem verzweifelten Kampf um Anerkennung.
Zwei Filme mit Cruise finde ich persönlich genial, vor allem die Entstehung des Besten wird im Buch im Detail geschildert. In "Eyes Wide Shut" muss Tom Cruise einen schwachen Menschen spielen. Zwar fallen ihm die Frauen reihenweise zu Füßen, aber er weiß dennoch nicht, was er mit ihnen wirklich anfangen soll. Hilflos muss er mit ansehen, wie sich seine Ehefrau vom ihm entfernt, wie sie eine sexuelle Obsession zu einem Unbekannten entwickelt. Wunderbar stellt er den Mann dar, der sich daraufhin in die Nacht der Stadt begibt, um seine angeschlagene Existenz wieder auf die Beine zu stellen. Die Suche bleibt natürlich erfolglos. In der Biographie wird gut beschrieben, wie es Kubrick als Regisseur gelang, den Schauspieler diese Wendung glaubhaft darstellen zu lassen. Er hat ihn seine eigene Unzulänglichkeit im realen Leben empfinden lassen. Und auch im zweiten Film sind es die Defizite, die Figur spannend machen. So muss er in "Vanilla Sky" durch seine Abhängigkeit von einer Frau und der Reduzierung seines Ichs auf ein schönes Gesicht schwer leiden. Und auch in dieser Handlung kann man doch ein Stück Wirklichkeit entdecken, oder?
Morton schreibt hier die Biographie eines Mannes, der ungewöhnlich erfolgreich ist, aber dennoch ein unvollständiger, schwacher Mensch bleibt. Das ist gut und professionell erzählt. Im Text sind auch genug Referenzen enthalten, um die Schlüsse des Autors anhand der Aussagen von Wegbegleitern des Schauspielers gut nachvollziehen zu können. Ich finde, es ist schon eine außergewöhnliche Leistung, diese Biographie so zu schreiben, vor allem da der Hollywoodstar selbst versucht, sein Image in der Öffentlichkeit bewusst zu gestalten. Und ganz im Ernst: Vor diesem Hintergrund erscheint mir das im Buch auch geschilderte Engagement des Stars in der Sekte Scientology sogar eher eine Nebensache zu sein.
So heißt das Buch im Original schlicht "Tom Cruise: An Unauthorized Biography". Der Untertitel "Der Star und die Scientology-Verschwörung" ist also allenfalls ein reißerisches Marketingkonzept für den deutschen Markt. Rezensionen, die das Buch auf das Thema Scientology beschränken, kann man nach dem Lesen des Buches nur deutlich widersprechen. Auf den ersten 130 Seiten kommt das Thema praktisch gar nicht vor. Und auch in späteren Abschnitten des Buches gibt es oft spannenderes zu lesen und zu erzählen. Ist es wirklich entscheidend, welche Position Tom Cruise in der Sekte nun einnimmt? Ob er nun Opfer der Sekte ist oder Täter? Er ist auf jeden Fall beides, so oder so.
Auf der anderen Seite werden das Thema Scientology und die Gefährlichkeit der Sekte auch nicht verheimlicht. Die Erklärung, dass die Begeisterung des Schauspielers für die Sekte auf spezifischen, persönlichen Defiziten beruht, erscheint mir plausibel. Ich sage es mal in meinen Worten: Wenig ist echt an dem Menschen Tom Cruise, und genauso wenig ist echt an der "Religionsgemeinschaft" Scientology. Auch das ist hier übrigens gut recherchiert und dargestellt. Es ist übrigens auch aus juristischer Sicht sehr clever geschrieben. Scheinbar eine Einladung für Klagen, sind doch entscheidende Stellen immer gut belegt und werden als Zitate aus meist genannten Quellen geschildert - ggf. wird sogar die Gegendarstellung der Sekte vorweg genommen. Fast scheint es, als würde der Autor gerne verklagt werden, und dann die lange Nase zeigen und seine Beweise präsentieren. Eine gelungene Art, mit dem erfolgsorientierten Wirtschaftsunternehmen umzugehen. Wie auch bei der gut erzählten Biographie ist das einfach gut gemacht vom Autor.
Ich kann das Buch nur empfehlen.
Nichts Neues, 30. Januar 2008
Das Buch ist leider sehr flach und es gibt kaum Informationen über Scientology oder Tom Cruise, die neu sind.
Hintergründe, tiefergehende Informationen zu Scientology kommen zu kurz
Also ich wüßte nicht warum TC oder Scientology dieses Buch stören sollte
Könnte aufschlußreicher sein!!, 29. Januar 2008
Morton macht etwas sehr Geschicktes: er schreibt keine Biographie über den Schauspieler TC - da gibt's ja auch genügend - er widmet sich einem Aspekt aus dem Leben von Cruise: Scientology. Diese Organisation, die sich selbst Religion nennt und de facto doch nichts anderes als eine faschistoide Sekte ist, ist besonders auf der Suche nach Aushängeschildern. Mit denen kann man andere Unbedarfte leichter ködern. Promis gibt's in Hollywood reichlich. Tom Cruise muß, als er Mitte der 80er Jahre dazustieß, also wirklich ein großer Fang gewesen sein, denn er war ja schon damals ein 'big name'. Als solcher wird er von Scientology gehätschelt und gepflegt, für ihn - wie auch für andere VIPs - gelten die harschen Regeln der Sekte offenbar nicht wie für Normalos. Schön für Cruise, sonst wäre er sicher auch längst nicht mehr dabei.
So richtig viel Neues steht nicht in dem Buch - das Meiste kennt man eh schon. Viel aufschlußreicher finde ich, was nicht oder allenfalls zwischen den Zeilen drin steht. In Mortons Buch erscheint Cruise als machtbesessener Kontroll-Freak - und das erstreckt sich von Dreharbeiten bis zu Privatleben. Er erscheint auch als ein Mensch, der alle Beziehungen durchaus unter dem Aspekt der Nützlichkeit eingeht oder auflöst. Spannend auch die Überlegungen etwa zu der Frage, warum ein erfolgreicher Mensch sich dieser Vereinigung von Gestörten anschließt und den von Hubbard verzapften Humbug offenbar für bare Münze nimmt. Denn normalerweise greift Scientology Menschen dann ab, wenn sie gerade eine Krise oder ein Tief durchleben... Spannend finde ich auch die Frage, ob Cruise sich nicht sogar eher schadet mit seinem Engagement - man denke nur an den mega-peinlichen Sofa-Hüof-Auftritt bei Oprah, seinen Rauswurf bei Universal oder die heftigen Diskussionen um seine Übernahme der Rolle Graf Stauffenbergs. Insgesamt scheint mir, hat Cruise seit längerem keine sonderlich gute Presse. Und seine so schön vorgeführte Ehe mit Katie Holmes hilft auch nicht so recht weiter, weil man wirklich nicht weiß, was davon echt und was davon inszeniert ist.
Wer sich für Cruise interessiert, tut gut daran, das Buch ganz schnell und jetzt zu kaufen, bevor es nur noch mit geschwärzten Passagen erhältlich ist. Scientology kann nicht sehr begeistert sein und arbeitet bestimmt an einer EV!
Ein Blick hinter die Fassaden!, 29. Januar 2008
Nach all dem Klatsch und den Gerüchten, die man um Tom Cruise, Katie Holmes und die Einmischung von Scientology in die Ehe der beiden lesen musste, war ich neugierig auf das Buch - und wurde nicht enttäuscht.
Ich kann jedem, der mehr über Scientology und ihre Strategie wissen will, das Buch zu lesen. Schnell kaufen, bevor das Buch von der Sekte per Gerichtsanordnung vom Markt genommen wird!
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