Kundenmeinungen
sehr interessant zu lesen!, 7. Januar 2008
zwar nicht eines seiner besten bücher aber doch interessant. zwischendrin immer wieder übungen die man mitmachen kann.
Ein Kampf mit jeder Seite bis zur Resignation, 31. Dezember 2007
ich war entsetzt als ich anfing mir dieses Werk von Paulo Coelho zu Gemüte zu führen. Zugegeben, alle Romane, die ich bisher von ihm gelesen hatte, muteten etwas seltsam an, der eine mehr, der andere weniger.
Doch irgendwie schaffte es Herr Coelho immer wieder, eine unerklärliche Faszination in mir zu erwecken, die mich dann dazu bewog, ein weiteres Buch zu lesen.
Passend zum neuen Jakobsweg-Trend, wurde das seit längerem bestehende Buch mit aufgefrischtem Titel auf den Markt geworfen.
"Auf dem Jakobsweg" treibt es mit seinen Skurilitäten auf die Spitze, ich habe etwa in der Mitte der Lektüre entnervt aufgegeben.
Keine Spur von Fesselung meinerseits, stattdessen mehrere fast qualvolle Versuche dem vielfach gepriesenen Buch eine neue Chance zu geben, bis ich es ernüchtert sein lies.
Der Inhalt ist äußerst grotesk, von Anfang an wird man in mysteriöse "Praktiken" einer -nennen wir es mal- Glaubensgemeinschaft der R.A.M. involviert, der Bezug zum Jakobsweg bleibt schleierhaft.
Der Inhalt ist autobiographisch, oder wird zumindest so dargestellt.
Ich sehe wie auch andere hier, in dem Buch durchaus Gefahrenpotenzial, da okkulte Rituale verherrlicht werden, die auch hübsch als Exerzitien präsentiert werden. Obskure Dämonen und Boten treiben ihr Unwesen, was einen zuweilen schmunzeln lässt. Doch auf Dauer überwiegt das blanke Unverständnis über etwas derart Weltfremdes und Sonderbares.
Ich wüsste nicht unter welchen Vorraussetzungen ich dieses Buch irgendwem empfehlen könnte, doch es scheint eben auch Menschen zu geben, denen es gefällt.
Letzlich muss also jeder für sich selbst entscheiden, ob er für dieses durchaus bedenkliche Buch mit seinem eigenartigem Inhalt eine unverzichtbare Portion Offenheit übrig hat.
Eine interessante Herausforderung, 30. Dezember 2007
Nicht zuletzt durch das ebenfalls gelungene Buch von Hape Kerkeling ist der Jakobsweg in den letzten Jahren immer populärer geworden. Ich denke, es hängt auch damit zusammen, daß Menschen die Sehnsucht nach Ruhe und Natur dorthin zieht, um mal eine Weile ohne Handys, Internet und Multi-Tasking zu leben. Selbstredend ist es ein kluger Schachzug, das Buch in dem Zuge lange nach der Erstveröffentlichung so umzubenennen, daß der "Jakobsweg" im Titel vorkommt, damit mehr Leser zu dieser Lektüre greifen.
Beim Lesen fielen mir zwei Dinge auf:
zum Einen wurde ich an die Carlos Castaneda-Bücher erinnert, die sich um Don Juan drehen (diese werden in Coelhos' Jakobsweg-Buch auch benannt). Denn es gab häufig Kritik, da die Gerüchte umher gingen, dieses Don Juan habe niemals existiert. Tatsächlich werden dadurch aber die Bücher von Castaneda nicht schlechter. In dem Fall von Coelho ist es auch nicht so wichtig, ob die spirituelle Reise des Autors auf dem Jakobsweg oder sonstwo stattfindet, denn das Werk handelt mitnichten von einer Reise-Beschreibung, sondern von einer spirituellen Erfahrung, die auch auf vielen anderen (Wander-)Wegen dieser Erde hätte stattfinden können. Das Buch ist aus einer sehr esoterischen bzw. spirituellen Weltsicht geschrieben, und ich denke, damit werden viele Leute Mühe haben, bzw. sie werden enttäuscht sein, weil sie einen weiteren "Reisebericht" zum Jakobsweg erwartet haben. Es ist auch nicht unbedingt einfach, sich auf die (auf den ersten Blick) relativ abgedrehten Geschehnisse einzulassen, die von Dämonen, Heiligen und schicksalhaften Aufgaben handeln. Ich habe das Buch mehr wie eine Fabel empfunden, dennoch habe ich viel daraus gelernt und stand zu jeder Zeit in Reflexion mit meinen Gefühlen und meinen Gedanken, und das ist etwas, was ein Buch für mich sehr lesenswert macht, auch, wenn ich möglicherweise nicht jeden einzelnen Aspekt des Inhalts verstehe oder gut finde. Ich habe ziemlich lange an dem Buch gelesen, da ich nie mehr als ein Kapitel pro Tag "geschafft" habe. In der Tat ist das Buch nicht so schnell wegzulesen wie ein gewöhnlicher Roman (und auch nicht so schnell wie andere Bücher von Coelho) aber ich finde, es hat sich gelohnt, und ich werde sicherlich bald wieder zu dem Werk greifen, um es ein zweites Mal zu lesen.
Übrigens: in mir hat das Buch eher den Wunsch verstärkt, in der Natur wandern zu gehen... :o)
Enttäuschend, 27. Dezember 2007
Das dieses Buch keine üblicher Reisebericht ist, merkt man sicherlich schon nach den ersten Seiten. Leider ist der Titel in dem Fall etwas irreführend.
Auch ein persönlicher Reisebericht (den Weg zu sich selbst finden..) kann reizvoll und spannend zu lesen sein. Das Buch hat mich aber in dieser Hinsicht enttäuscht. Einige der Exerzitien können als Anregung dienen. Andere und auch die Begegnungen mit dem Schutzengel, Dämon usw. sind dann doch sehr abstrus.
Streckenweise ist das Buch auch etwas langatmig.
Esoterische Bundesjugendspiele, 6. Dezember 2007
Dieses Buch ist sehr spannend - aber aus einem ganz anderen Grunde als beabsichtigt: Unter dem Deckmantel des geistig-seelischen Wachstums tobt sich hier ein "spiritueller Führer" aus, der selbst die grundlegendsten Dinge eines Einweihungsweges noch nicht kapiert hat.
Der Leser kann Schritt für Schritt miterleben, wie die unrealistische und überhöhte Erwartungshaltung des Autors das entsprechende Gegenbild eines selbsternannten Gurus erschafft. Wahres seelisches Wachstum kann durch solche - z.T. lebensgefährlichen "Übungen" - nicht erreicht werden: Das sind esoterische Taschenspieler-Tricks aus der Encounter-Kiste der 68-er, nach dem Motto "Nur wenn Blut fließt, bist Du auf dem richtigen Weg!"
Ich empfehle dieses Buch ausdrücklich all denen, die sich fragen, wie es immer wieder möglich ist, dass Gurus es schaffen, Menschen total zu unterwerfen - bis hin zur Selbstzerstörung: Indem die "Opfer" ein Gehorsams-Gelübde ablegen und völlig verquaste Vorstellung darüber haben, wie ein spiritueller Weg aussieht. Niemand wird glauben, dass wahrhaft erleuchtete Menschen wie Jesus, Buddha u.a. ihren Jüngern solche Übungen auferlegt hätten.
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