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Bernhard Schlink: Der Vorleser. (Diogenes Taschenbuch, 22953)

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Der Vorleser. (Diogenes Taschenbuch, 22953)

von Bernhard Schlink

Diogenes Verlag

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10/Okt/2008 - 21:46




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Eine Frage der Schuld!?, 15. September 2008

Ist der Vorleser ein gutes Buch, weil es aus einem anderen Blickwinkel geschrieben wurde, als andere Literatur nach`45?Ich denke schon. Es befasst sich mit der Protagonistin Hanna, die während ihrer Jahre es nicht geschafft hat lesen zu lernen und dadurch, laut Buch, am Tod von mehreren Juden angeklagt und verurteilt wird. Zuvor verbirgt sie ihren Analphabetismus aus Charme und sucht sich, bewußt oder unbewußt sei mal dahin gestellt, Jungen und Mädchen in jungen Jahren, um ihrem literarischen Durst nachgeben zu können. Hier kommt der Protagonist Michael ins Spiel, welchen sie weit nach der NS-Zeit kennen lernt. Außer "der Vorleser"-Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich auch eine andere, körperliche Beziehung, die schon bald zu Intim für Hanna wird und sie sich dann von ihm trennt, oder besser gesagt flieht. Jahre später sehen sie sich wieder, nicht in einer heimlichen Wohnung oder im Schwimmbad, sondern in einem Gerichtssaal. Hanna wird verurteilt, obwohl sie vielleicht aufgrund ihres Analphabetismus für "Unzurechnungsfähig" erklärt werden könnte. Es beginnt eine Beziehung, ohne personellen Kontakt. Michael schickt Hanna Kassetten mit bekannter Literatur, aber ohne jemals selbst Kontakt zu ihr zu haben. Nach einiger Zeit lernt Hanna selbst lesen und findet sich nicht gar mehr so hilflos, doch nun schuldbewußt. Sie erfährt mehr über das Zeitalter in dem sie gelebt hat und das Regime für das sie gearbeitet hat. Kurz vor ihrer Entlassung endet das Leben Hannas......Es ist ein brisantes Thema das von dem Autor hier angesprochen wird, was das Buch wiederum interessant macht. Es ist die Frage ob ein Mensch mit eingeschränkten Fähikeiten Schuldfähig sein kann und ob man selbst schuldig ist, wenn man selbst einen Menschen liebt, der sich mit so großer Schuld beladen hat!Ob dem so ist und wie man die Lage einschätzt bleibt jedem selbst überlassen. Anhand der Art und Weise wie es geschrieben ist, kann ich einfach nur sagen, dass es jetzt schon ein Klassiker ist und dies ein Werk des Jahrhunderts werden könnte, sollte!!!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Bedrückend, aufwühlend - aber unbedingt lesenswert, 15. August 2008

Erzählt ist das leidenschaftliche aber zugleich schwierige sexuelle Verhältnis eines 15jährigen Jungen zu einer 31jährigen Frau. Das abrupte Ende der Beziehung, welches viele Fragen und Phantasien offenlässt. Das spätere Wiedertreffen vor Gericht bei den KZ-Prozessen: mit ihr als Angeklagte - und ihn als Zuhörer. Die sich verändernde Wahrnehmung der Vergangenheit, und der Umgang damit. Die Frage der Schuldzuweisung und -bewältigung im 2. Weltkrieg. Die Sprache ist klar, und die Erzählung sehr spannend geschrieben. Es geht im Wesentlichen ...um die Hilflosigkeit bei Schwächen wie Analphabetismus, und dem Überspielen dessen mit Verhalten von Härte und Distanz zu anderen...um Scham, der fehlenden Offenheit den anderen Gegenüber und dem falschem Deuten des Verhaltens des anderen durch fehlende Kommunikation ...um Schuld, um Unvermögen, vor der Vergangenheit fliehen zu können und um den Umgang mit dieser - und um verpassten Chancen.Eine mitreissende Geschichte, die anhaltend nachdenklich stimmt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Eben eine typische Schullektüre, 28. Juli 2008

Dieses Buch ist nur für Leute geeignet, die es in seine einzelnen Bestandteile interpretieren und erschließen wollen. Für den Leser, der eine spannende, abwechslungsreiche und vielleicht auch informative Lektüre bevorzugt ist dieses Buch denkbar unpassend. Einzelne Passagen werden oft unnötig in die Länge gezogen und was den Leser vielleicht am stärksten irritiert: Die chronologische Abfolge der Ereignisse wird im Buch nicht adäquat dargestellt, der Erzähler macht immer wieder Zeitsprünge. Zudem ist die Geschichte der Beziehung des 15-jährigen Michael mit der 36-jährigen Hanna mit zu vielen Zufällen verbunden und ist sehr an den Haaren herbeigezogen. Die weitere Entwicklung der Geschichte ist teilweise im Vergleich zum Anfang sehr schnell und steril erzählt.Wahrscheinlich fehlt mir der intellektuelle Zugang für diese Geschichte und ich gehe nicht ausreichend interpretierend und erschließend an den Inhalt heran. Wem das genau so geht, sollte die Finger von dem Buch lassen.i.A. F. Schmidt


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Gewollt und nicht gekonnt, 18. Juli 2008

Seit langer Zeit habe ich mich nicht so sehr über ein Buch geärgert wie über Bernhard Schlinks "Der Vorleser" . Als ich mir den Roman zugelegt habe, galt dieser bereits als internationaler Bestseller und dementsprechend waren meine Erwartungen hoch. Leider wurde mir schon nach wenigen Seiten klar, dass mein Geschmack in Sachen Literatur offensichtlich nicht massenkompatibel ist. Schlinks platter Stil, seine abgehackten Sätze, unverbunden aneinandergereiht, der völlige Mangel an Emotionalität und sprachlicher Gewandtheit haben bei mir den Eindruck erweckt, dass der Autor sich beim Schreiben seiner Geschichte nicht bewußt gemacht hat, dass ein Roman sich nicht herunterleiern läßt wie eine Juravorlesung. Zumal sich seine Ideenlosigkeit, die im Sprachlichen beginnt, bei der Wahl und Skizzierung seiner Protagonisten fortsetzt: Insbesondere in dem profillosen Michael Berg, Musterschüler und sonst nichts, vermag ich nicht mehr als den Durchschnitts-Jurastudenten mit akademischen Ambitionen mangels sonstiger Kompetenzen zu erkennen, und über die Frage, ob Bernhard Schlink sich hier vielleicht in erster Linie selbst beschreibt, reicht die Beziehung, die der Leser zu dieser Hauptfigur entwickelt, auch nicht hinaus. Wobei anzumerken ist, dass die Selbstbeschriebung als erzählisches Mittel generell durchaus literarische Würze besitzen kann, wenn denn der Autor ein interessanter Charakter ist - auf der anderen Seite bleibt ein langweiliger Jurastudent aber eben auch im Roman ein langweiliger Jurastudent. Alles in allem konnte ich mich schließlich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bernhard Schlink uns mit diesem Roman kräftig aufs Korn nimmt: Seinen Mangel an literarischem Können verkauft er als nüchternen Stil, seine Einfallslosigkeit als bewußtes Erzählmittel - seine Figuren, sein Erzählstil wirken dabei jedoch sehr durchsichtig, beim Lesen muss sich der Leser mühsam über seine Sätze hinwegholpern und es verbleibt ein nachhaltiger Eindruck, dass hier mehr gewollt wurde als Können vorhanden war.Die eigentliche Geschichte und Thematik des Romans werden dementsprechend in Mitleidenschaft gezogen. Dabei ist die Handlung um die Analphabetin Hanna Schmitz und ihre Verantwortlichkeit für den grausamen Tot etlicher KZ-Häftlinge im NS-Regime nicht schlecht erdacht. Aber eine gute Handlung macht eben leider noch keinen guten Roman.Fazit: Bernhard Schlink sollte beim Verfassen von Jura-Lehrbüchern bleiben. Zu mehr reicht es leider nicht.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Packend, 17. Juli 2008

Der Plot ist von zufälligen Begebenheiten geprägt, auf die die Protagonisten nicht wirklich Einfluss nehmen konnten. Eher eine zufällige Begegnung des Ich-Erzählers in jugendlichen Tagen führt zur Bekanntschaft mit Hanna, fast doppelt so alt wie er, und schließlich zu einer auch sexuellen Beziehung. Eine gewisse Hörigkeit des jungen Mannes ist die Folge. Sie entwickeln bestimmte Rituale, zu denen es auch gehört, dass er ihr vorliest.Als sie eines Tages spurlos verschwindet bedarf es einer langen Zeit, bis der jugendliche Liebhaber darüber hinwegkommt. Erst Jahre später trifft er sie wieder. Er studiert mittlerweile Jura und verfolgt, als Mitglied einer Studiengruppe die Nürnberger Prozesse. Und eine der Angeklagten ist Hanna. Die deutlich gealterte Hanna seiner Jugend. Angeklagt, gemeinsam mit anderen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges KZ-Häftlinge in einer Kirche während einer Bombardierung eingesperrt gelassen zu haben, obgleich sie niederbrannte. Ein Bericht, der kurz nach dem Geschehen verfasst worden war, steht im Mittelpunkt des Verfahrens. Jeder leugnet, nur Hanna gibt zu, dass sie ihn verfasst hätte.Der Ich-Erzähler fühlt, dass er etwas tun muss, denn er weiß, Hanna kann weder Lesen noch Schreiben. Doch was kann er wirklich bewirken, ohne Hanna bloß zu stellen, ohne aller Welt das Geheimnis ihres Lebens zu offenbaren, zumal sie genau das nicht wünscht und lieber eine Höchststrafe in Kauf nimmt.Er holt sich Rat bei seinem Vater, er führt ein Gespräch mit dem Richter. Ist das genug und richtig?Über die Jahre der Haft - er selbst besucht sie nie - bespricht er Bänder und versorgt sie damit in der Haftanstalt. Er wird zu ihrem Vorleser, wie bereits in jungen Jahren.Erst im Rahmen eines Begnadigungsakts kommt es zu einer Begegnung. Und was dann folgt macht ein gutes Teil der Dramatik aus.Bernhard Schlink ist es grandios gelungen, einem durchaus überschaubaren Geschehen seinen prägenden Stempel aufzudrücken und daraus eine spannende, faszinierende Erzählung zu schaffen, die so, wohl kein anderer hätte schreiben können. Immer klar, einfach, überschaubar lässt er uns an einer alltäglichen Geschichte einer Jugendliebe teilhaben, die durch tragische Umstände unvorhersehbare Tiefe erlangt.Dieses Buch sollte man gelesen haben, denn es wird in der heutigen Zeit nicht viele Autoren geben, die die Thematik des Dritten Reichs aufgreifen können, ohne die Einfachheit mancher Strukturen aus dem Auge zu verlieren, die zu unfasslichen Taten führten. Ich selbst habe in jungen Jahren Einblick in Teile von Ermittlungsakten nehmen können, und ich kann bestätigen, dass oft die unglaublichsten Ursachen zu ebensolchen Folgen führten - was aber den Opfern das Leben kostete und ihren Angehörigen kein Trost sein kann. HMcM




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