Kundenmeinungen
Sklave der Düfte, 29. Januar 2008
Patrick Süskinds "Das Parfum" ist ein eigentlich ein klassischer Entwicklungsroman und beschreibt das Leben des total unsympathischen Helden von Geburt bis Tod im Frankreich vor der Revolution. Sein Leben gliedert sich in verschieden Phasen: verstossenes Kind, harte Jugend, Lehrjahre, beruflicher Erfolg, Askese, Sensationsobjekt, Weiterbildung, berufliche Meisterschaft. Dabei bildet der Tod ein wiederkehrendes Motiv. Diese Abschnitte des Lebens finden sich ähnlich bei Hermann Hesses "Siddhartha". Man sollte den Roman nicht als reinen Krimi oder Thriller lesen. Das ist auch das Hauptproblem des Filmes, der diesen Aspekt zu stark in der Vordergrund stellt.
Die Sprache ist sehr altmodisch, etwas langatmig und mit teilweise altertümlichem Wortschatz. Süskind hat die Sprache an die Zeit der Handlung angepasst und es ist bewundernswert, wie er das über den ganzen Roman durchhält. Auch die Sprachmelodie erinnert mich teilweise an Hesse, auch wenn Süskind nie die Meisterschaft von Hesse erreicht. Schon der Name des Protagonisten ist klug gewählt: Grenouille, also Frosch. Als "Frogs" bezeichnen die Engländer abschätzig die Franzosen.
Die Geschichte ist sehr skurril, aber das macht gerade den Reiz des Buches aus. Die abstossenden Grausamkeiten kommen aber nur ganz dezent daher, ganz im Gegensatz zum Film, der die Morde in voyeuristischer Weise zelebriert. Überzeugend ist vor allem, wie Süskind die Welt der Düfte auf sinnliche Weise beschreibt und diese mit den Obssesionen Grenouilles koppelt. Er ist auf der Suche nach dem ultimativen Duft, ist aber zugleich ein von den Düften Getriebener. Dabei definiert er seine eigenen, morbiden Moralvorstellungen, was ihn zum totalen Aussenseiter macht. "Das Parfum" ist einfach ein sehr gut geschriebener, unterhaltsamer und intelligenter Roman.
Das Parfum - Enttäuschend, 23. Januar 2008
Ich habe das Buch geschenkt bekommen, habe es gelesen und nachdem alle Welt es hochgelobt hat, muss ich sagen, dass ich doch sehr enttäuscht bin. In weiten Teilen ist es sehr langatmig geschrieben und das Ende, als man dem Mörder Grenouille nach 25 Morden auf die Schliche kommt, ist - als der Vater seines letzten Opfers ihn auch noch adoptieren will - einfach unmöglich. Noch unmöglicher ist, dass er in Paris von seinen Verehren aufgefressen wird. Nein, ich kann in den allgemeinen Lobgesang, was für ein tolles Buch das ist, nicht mit einstimmen.
Auf Seite 35 war Schluß !, 22. Januar 2008
Also ich habe mir wirklich Mühe gegeben dieses hochgelobte Buch zu lesen, aber all die französischen Namen der Menschen, Städte, Flüsse waren für mich sehr schwer zu lesen und zu merken. Auf Seite 35 habe ich dann aufgehört zu lesen. Ich fand es bis dahin zu langweilig geschrieben, manche Sachen gingen zu sehr ins Detail! Die Sätze sind sehr oft verschachtelt, sodass sich ein Satz über fast eine ganze Seite zog.
Interessant aber etwas zu langatmig, 21. Januar 2008
Von den guten Rezensionen überzeugt habe ich mir kürzlich das Parfum als Hörbuch zugelegt, obwohl ich derartiger Literatur normalerweise nicht viel abgewinnen kann. Und ich muss sagen, es hat sich ausgezahlt. Die Geschichte um Jean-Baptiste Grenouille ist sehr interessant erzählt und speziell die Welt der Düfte wird sehr gut in Worte gehüllt. Die verwendete Sprache ist zwar manchmal etwas ausufernd und anstrengend und auch zahlreiche Längen gibt es im Buch, dennoch ist man immer motiviert, die Geschichte bis zum Ende zu verfolgen und zu erfahren, was mit Grenouille letzendlich passiert. Fazit: Auch für Genre-Fremde, die ihren literarischen Horizont erweitern wollen, zu empfehlen - genug Geduld beim Zuhören vorausgesetzt, auch wenns mal nicht so spannend ist.
Zu Recht der erfolgreichste deutsche Roman, 9. Januar 2008
Von Anfang an läßt einen dieses Buch nicht mehr los.
Sobald Jean-Baptiste Grenouille auf diesem stinkendem Marktplatz in Paris des 18. Jahrhunderts zur Welt kommt, wird man es nicht mehr weglegen, bis er zum Schluß am selben Ort von seinen Verehrern regelrecht aufgefressen wird. Dazwischen: eine Geschichte, die so wunderbar wie ungewöhnlich ist und vor Ideen nur so strotzt.
Einzig der etwas langwierige Teil zur Mitte hin könnte etwas mehr Spannung vertragen.
Ansonsten absolut empfehlenswert.
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