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Julia Franck: Die Mittagsfrau

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Die Mittagsfrau

von Julia Franck

Fischer (S.), Frankfurt

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07/Sep/2008 - 15:39


Beschreibung

Als der siebenjährige Peter in der Küche in seinem improvisierten Bettchen liegt, singt Frau Kozinska durch die Risse im Boden in der Wohnung unten. Die Russen, die neuerdings bei ihr wohnen, halten sie nicht davon ab. Dann reißt die Mutter Peter unsanft aus seinen Träumen. Er müsse zur Schule, sagt sie, der Lehrer Fuchs warte. Aber der Lehrer wartet schon lange nicht mehr auf jeden Schüler, seit die Schule zerbombt und in den Milchladen von Fuchs' Schwester umgezogen ist. Der Krieg ist verloren, Hoffnungslosigkeit hat sich breit gemacht. Was soll man da noch lehren und lernen?

In Die Mittagsfrau entrollt die 37-jährige Berliner Autorin Julia Franck ihre Geschichte, die vor den ersten Weltkrieg zurück reicht, vom Ende her. Mit ihrem Sohn Peter geht Helene, deren unbeschwerte Kindheit in der Lausitz 1918 abrupt beendet wurde, 1945 wie fast jeden Tag zu einem Bahnhof in Vorpommern, um vor den Russen Richtung Berlin zu fliehen. Am Bahnhof lässt sie Peter stehen und verschwindet: die traurige Konsequenz eines Lebens, dass selbst kaum Liebe erfahren hat und dem von daher auch die kindliche Liebe unerträglich wird. Von den Männern enttäuscht und von der Familie verlassen, fasst Helene einen Entschluss, der so grausam ist wie die Schicksalsschläge, die sie selbst erlitten hat...

Offenbar gibt es heute nichts mehr zu erzählen. Nur so lässt sich erklären, warum auch die jüngste Generation deutscher Autorinnen und Autoren literarisch immer wieder zum Krieg und seinen Schrecken Zuflucht nimmt. Solange dies allerdings auf so blendende Art und Weise wie bei Julia Franck geschieht, will und kann man sich nicht beschweren. Die Mittagsfrau jedenfalls entwirft am Einzelschicksal ein grandioses Panorama einer erbarmungslosen Zeit. Unbedingt lesenswert. -- Stefan Kellerer





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Nur bis zur Hälfte..., 26. Januar 2008

Ich habe mir dieses Buch auf Empfehlung gekauft und ich bin sehr enttäuscht.
Ich war von Anfang an recht gelangweilt, wollte dem Buch aber noch eine Chance geben und hab mich bis zur Hälfte durchgequält. Danach war ich einfach nur noch genervt dieses Buch zu lesen. Die Handlung ist alles andere als spannend und wirkt nicht authentisch.
Kann ich nicht weiterempfehlen!!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Sprachliche Diamanten, 21. Januar 2008

Der Inhalt wird zur Nebensächlichkeit sobald Julia Franck in ihrem mit dem Deutschen Buchpreis 2007 ausgezeichneten Roman "Die Mittagsfrau" die Worte aneinanderreiht. Bereits der erste Satz "Auf dem Fensterbrett stand eine Möwe, sie schrie, es klang, als habe sie die Ostsee im Hals, hoch, die Schaumkronen ihrer Wellen, spitz, die Farbe des Himmels, ihr Ruf verhallte über dem Königsplatz, still war es da, wo jetzt das Theater in Trümmern lag." lädt zum Verweilen, zum Schwelgen. Mein Bleistift zur Markierung schöner Formulierungen, einfacher und doch so eindrücklicher, fast in Vergessenheit geratener Vokabeln, herrlicher Naturbeschreibungen kam fast auf jeder Seite zum Einsatz. Neben der sprachlichen Gewalt verfügt Franck aber auch über erzählerische Kraft, zieht in den Bann, verführt, lässt emotional teilhaben an den diffizil ausgefeilten Charakteren, lässt mitleben an den plastisch gestalteten Schauplätzen. Eine Familienchronik, eine Art Mädchenroman, "Hanni und Nanni" der 20er und 30er Jahre, das Leben auf dem Lande, Schwesternliebe, die goldenen Zwanziger im aufblühenden Berlin und auf der anderen Seite die rohe Gewalt in der Ehe mit einem brutalen Nazi, die Verwundeten, Kranken, Sterbenden, Opfer des Zweiten Weltkrieges im Alltag einer Krankenschwester, Hunger, Kälte und Vergewaltigungen mit dem Vordringen der Roten Armee. Es schnürte einem die Kehle zu, die vererbte Kälte, das eisig distanzierte Herz der Mutter auf die Tochter und schlussendlich auf deren Sohn überspringen zu sehn, man wünscht und fleht innerlich nach einem anderen Ausgang und doch weiß man, dass dies der einzige folgerichtige Schluss sein kann.
Viele Rezensenten beklagten, kritisierten den mangelhaften Schluss, die fehlende Auflösung. Doch seien wir einmal ehrlich, dass ist einzig auf unseren steten Wunsch nach lückenloser Aufklärung zurückzuführen, auf unsere Faulheit, unsere Phantasien zu ordnen. Ist es nicht viel schöner, Geschichten in den Geschichten zu finden? Und tatsächlich wird mit dem Epilog doch mehr aufgelöst, als ich zunächst zu hoffen gewagt hatte. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass der Titel des Buches, dieses geheimnisvolle, beängstigenden und doch anziehende Bild der "Mittagsfrau" nicht genauer herausgearbeitet wird.
Ein Werk, das man aufgrund der inhaltlichen Kurzweiligkeit einfach weglesen oder in dem man aufgrund der sprachlichen Vielfältigkeit wochenlang schwelgen kann!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  zu kurzes Ende, 18. Januar 2008

Ich möchte gar nicht mehr so viel zu diesem Buch sagen,
da dies andere schon vor mir getan haben und ich vielem Recht gebe.
Ich fand das Buch gut und interessant, jedoch fehlt mir doch die Aufklärung der Tat der Mutter und auch irgendwie "das" Ende. Das Buch endet damit, dass der Sohn seine Mutter nicht sehen will und sich dieser entzieht, als sie nach Jahren auftaucht. Sie fährt also wieder zurück und er ist stolz auf sich und träumt von seiner Zukunft ohne jegliche Abhängigkeit.
Ich hätte gern gewußt, warum sie ihn als Kind zurückließ,
was sie in all den Jahren gemacht hat, warum sie ihn nicht dabei haben wollte und warum sie nicht hartnäckiger versucht hat ihn an diesem Tag nach Jahren zu sehen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  heiter bis wolkig, 15. Januar 2008

in vielen anderen rezensionen wurde bereits über den inhalt von mittagsfrau berichet. für mich war dieser roman über die erste hälfte eine eher schwere kost. einzelne handlungsstränge empfand ich als unverständlich, sie haben mich regelrecht aus dem lesefluß gerissen. als die geschichte dann allerdings in berlin ankam, konnte ich das buch nicht mehr aus der hand legen, ich las es an einem stück bis zum ende. mittagsfrau ist kein buch, das ich gelesen und dann mit dem thema abgeschlossen habe, mittagsfrau machte neugierig und warf fragen auf.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dieser Preis ist nicht heiß, 8. Januar 2008

Ich muss sagen, dass ich von dem Buch enttäuscht bin. Ich erkenne darin Motive, die in anderen Büchern bereits (besser) verwendet worden sind und störe mich an der oft sehr gewollt kunstvoll wirkenden Sprache. Da werden innere Befindlichkeiten der Figuren ausgewalzt ohne dass einem die Figuren dadurch wirklich näher kommen würden. Die Geschichte fesselt auch nicht unbedingt. Insgesamt eines der Bücher, bei denen ich überhaupt nicht verstehe, warum sie so hochgelobt worden sind und auf den Verkaufslisten ganz oben stehen.




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