Kundenmeinungen
Gelungen, schließlich auch mitreißend, 18. Oktober 2008
Eins vorweg: Angela's Ashes bleibt unerreicht, das liegt einfach an dem Erzählstoff (Familie, Kindheit, Armut, Irland, Durchhalten) und der grenzenlosen Sympathie des Lesers für den kindlichen Protagonisten. Der ist nun ein Mann, von Selbstzweifeln geplagt, "sozial ungeschliffen", entwickelt meist nur im Klassenraum Selbstbewusstsein, betrügt seine Frau, scheitert in der Beziehung, hat Angst vor dem Leben und wies weitergeht. Gar nicht so sympathisch auf einmal, oder? Doch er entwickelt sich, reift und spätestens an der Stuyvesant High School entfaltet er sein ganzes Können, macht unkonventionellen Unterricht, bei dem es viel zu Lachen und ohne dass es deutlich bewusst wird, viel zu Lernen gibt, und zwar für Schüler und den Lehrer. Wofür? Damit seine Schüler jegliche Angst vor der Zukunft verlieren und frei sind, ... frei, wie bei Thoreau zu lesen, frei, von heute auf morgen ohne Angst, etwas zu verlieren, von zu Hause weggehen können, sich entwickeln können, die Schönheit der Dinge und der Welt erleben können. Und genau ab dem Punkt im Buch, an dem McCourt beginnt, von seiner Zeit an der Stuyvesant zu erzählen, wird aus einem ganz netten ein mitreißendes Buch, und das sind immerhin doch 90 Seiten. Dafür 4 Sterne!
classroom memoir, 17. Oktober 2008
Genau hinzuschauen ist ein Gabe! Genau hinzuschauen und das Gesehene dann brilliant, mit Wärme und einem Augenzwinkern zu beschreiben ist Kunst. Teacher Man ist so unterhaltsam, dass man es kaum zur Seite legen kann. Für jeden, der sich im Unterrichten versucht ist es sowieso lesenswert. "I thought teaching was a simple matter of telling the class what you knew" und wie sich diese Annahme als grober Irrtum herausstellt.
Selbstbeweihräucherung wäre untertrieben, 31. August 2007
Vorab gestehe ich, dass ich das Buch noch nicht fertig gelesen habe. Etwas mehr als die Hälfte hab ich aber immerhin geschafft, was aber eigentlich auch schon mehr Aufmerksamkeit ist als das Buch verdient hätte.Ich habe Angela's ashes noch zu Schulzeiten gelesen und fand es so großartig, dass ich mir 'Tis ebenfalls kaufte. Zwischen den ersten beiden Büchern war bereits ein leichter Abfall der Qualität bemerkbar. Zwischen dem Erstlingswerk und Teacher Man liegen Welten!Eine derartige Selbstbeweihräucherung, auf scheinbar unschuldige Art und Weise präsentiert, kam mir bisher noch nicht unter die Augen. Ab und an gibt es wieder die ein oder andere Stelle an der es McCourt gelingt mir, in guter alter Manier, ein Lächeln zu entlocken, weshalb ich dann doch 2 Sterne "verteile". Diese Textstellen bleiben allerdings leider die Ausnahme. Der Rest des Buches liest sich wie die Schreibe eines selbstverliebten alten Mannes, der sich als Kämpfer der Armen und Schwachen sieht, dem in Wirklichkeit aber wohl bloß der Ruhm eindeutig zu Kopf gestiegen ist.
Frank McCourt als Super-Lehrer, 28. Januar 2007
Frank McCourt hat viele Leser begeistert mit der Beschreibung seiner Kindheit in Irland in "Angela}s Ashes".Auch das follow-up "Tis" wurde ein Bestseller,und das zu Recht!McCourt begeistert durch seinen Witz und Charme.Auch in "Teacher man" ist es wichtig,dass er auch mal über sich selbst lachen kann.Dabei bekommt man einen guten Einblick in das Leben eines Lehrers in Amerika und es ist auch besonders wichtig,dass er diesen Beruf Leuten näherbringt,die gewisse Vorurteile haben.Zur Struktur des Buches ist zu sagen,dass in einem Kapitel oft viele verschiedene Anekdoten oder Ereignisse geschildert werden,die gar nicht in Zusammenhang miteinander stehen.Das verwirrt teilweise.Auch den Abschnitt über seine Erfahrungen am Trinity College halte ich für überflüssig,da dies nunmal ein Buch über das Lehren und Lernen an amerikanischen High schools sein soll.Alles in allem ist dies aber ein durchaus lesenswerter Roman,besonders für Fans von Frank Mccourt!Und wie gerne wäre man einer seiner Schüler gewesen....
klare Erzählstruktur?, 18. Januar 2007
Ich habe "die Asche meiner Mutter" gelesen. Dieses Buch war strukturiert und man wußte wo man sich befand. "Teacher Man", hochgelobt, enttäuscht in dieser Hinsicht. Berichte aus McCourts Kindheit (die einem ja oft schon bekannt sind) sind munter eingeflochten in die Erlebnisse, die er als Lehrer hat, wobei nicht immer klar wird, ob er dies nun einer Klasse erzählt hat oder bloß beim Schreiben an dieses oder jenes Ereignis erinnert wurde. Insgesamt ist oft nicht klar wer denn nun was zu wem sagt. Nicht falsch verstehen: es liest sich gut und flüssig. Aber es erinnert mich mehr an die Gedankensprünge, die Leute oftmals bei mündlichen Erzählungen machen.
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