Kundenmeinungen
Schwelgen und schwärmen. , 15. Mai 2007
Es fällt mir schwer, die Beschreibung dieses Buches kurz zu halten (sonst liest sie keiner!). Denn die Bücher von Frank McCourt sind reiche Bücher. Ich könnte schwelgen und schwärmen...
Ich habe "Angela's Ashes" gerne gelesen, auch wenn ich mir immer bewusst war, dass diese Lebensgeschichte/Familiengeschichte keine Fiktion ist, sondern bitter gelebtes Leben.
Das zweitletzte Kapitel in "Angela's Ashes" erzählt, wie sich Frank McCourt auf die Reise macht in die neue Welt. Der letzte Satz dieses zweitletzten Kapitels ist: "Isn't this a great country alltogether?". Im allerletzten Kapitel liest der Leser nur ein Wort: "'Tis".
Und dies ist der Titel des zweiten Teils seiner Autobiografie:
'Tis.
Nun gehen wir mit ihm auf die Reise in ein neues Leben, das nichts mit dem kargen irischen Leben zu tun hat. Das "great country" ist jedoch zunächst nicht zu bemerken. McCourt findet sehr schnell Arbeit auf der Tellerwäscherebene, wenn man das amerikanische Klischee hier bemühen kann, er kann die Mutter zuhause in Irland mit wöchentlich 10 Dollar unterstützen. Aber er leidet unter seinen pausenlos entzündeten roten verklebten Augen, er schämt sich als "Mick" unter den schönen Amerikanern mit deren schönen Zähnen. Er erzählt von Rassendiskriminierung, immer wieder hört er von seinen Landsmännern den Ratschlag: Keep to your own kind. Auf Partys hört er junge übersättigte Amerikaner über Selbstmord spekulieren, da alles so sinnlos sei. Er wohnt in Boarding Houses zusammen mit zahlreichen anderen Männern. In einem dieser Häuser teilen sich 15 Männer ein Handtuch. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo einer der Männer sich ein eigenes Handtuch kauft, wahrscheinlich für den Gegenwert eines Whiskeys, und diese Aktion ist so etwas wie der Beginn eines neuen Zeitalters. Über Jahre kämpft McCourt ums Überleben, denn auch er beginnt sein Geld zu versaufen, wie damals in Irland sein Vater. Als amerikanischer GI wird er nach Bayern versetzt, was er dort erlebt, ist für mich als Bayerin durchaus Zeitgeschichte.
Was ihn eigentlich rettet: er beginnt zu lesen.
Es gäbe so viel zu erzählen über dieses Buch! Ich kann nur raten: Selber lesen. Wer "Angela's Ashes" gelesen hat, wird das ohnehin tun.
Die Sätze McCourts sind von großer Schönheit und Schnelligkeit. Sie scheinen geschrieben zu sein unmittelbar in dem erzählten Zeitraum: Eindrücke eines Einwanderers, der gerade erst das Schiff verlassen hat, für den alles neu ist. Als McCourt den Roman geschrieben hat, war er jedoch ein erwachsener Mann, der lange in Amerika lebte und Amerika als seine Heimat empfindet. Dass hier nach Jahrzehnten aus der Sicht eines älteren Herrn Jugenderinnerungen erzählt werden, das musste ich mir bewusst immer wieder vor Augen führen, denn die Sprache ist die Sprache eines jungen Menschen beim Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen. Ich glaube, McCourt hat sein Leben lang Notizen aufgeschrieben, nur so kann ich mir diese Sprache erklären.
Frank McCourt hat nur diese drei Bücher geschrieben - Angela's Ashes, 'Tis, Teacher Man, aber mit ihnen hat er alles gegeben.
Gelungene Weitererzählung, 18. November 2005
Ich habe "Die Asche meiner Mutter" zuvor auf Deutsch gelesen und war begeistert. Weil die Fortsetzung noch nicht als Taschenbuch auf Deutsch erhältlich war und ich für das Hardcover zu geizig war, hab ich mir 'Tis gekauft. Und ich war begeistert. Man versteht es wunderbar und es ist wirklich schön geschrieben. Manches hat sich mir total eingeprägt, z.B. als er von seinen ewig entzündeten Augen als "like two pissholes in the snow" spricht. Die unterschiedlichen Kulissen, in denen Frank Mc Court gelebt hat, werden eingängig beschrieben und es gibt auch viel zu schmunzeln... Ich halte das Buch für eine gelungene Fortsetzung bzw. eine gelungene Weitererzählung eines interessantes Lebens. Wirklich lesenswert!
Disappointing sequel, 7. Mai 2003
Seldom has a book I had been looking forward to disappointed me so much as the sequel to Angela's Ashes by Frank McCourt. His book, ' Tis, seems to have been written by a different author altogether. Little seems to remain of the superior story-telling ability and the loving and ironic distance with which he painted his harsh childhood in Ireland, and which easily generated the reader's sympathy towards a bright lad and his resilient mother. The story of McCourt's struggle to make it in the United States is told in a strangely flat style and is rather unexciting and lengthy. Apart from a few scenes, like the ones relating to Mrs Klein and McCourt's mother's visit to the States, the book never made me smile. Furthermore, any pleasure I could have had in reading the success story of Franky finally becoming a professor in the United States, was spoiled by the whining tone in which McCourt is trying to raise sympathy for the poor Irish, his poor brothers and mummy and his poor self, with his Irish accent and sorry eyes. I found this constant wallowing in self-pity utterly boring and quite embarrassing.
Irischer Humor, 28. Januar 2003
Frank McCourt hat für mich mit seinen beiden Bücher die Seelen der irischen Menschen getroffen! Humor ist wenn man trotzdem lacht. Ich habe gelacht und geheult und teilweise gleichzeitig!
A sequel that isn't a sequel!, 12. März 2002
I've read so many reviews of 'tis and find the comparison between it and Angela's Ashes to be wrong. The main character is the same but the story being told is completely different. Angela's Ashes is a tough, hard narrative about growing up in the slums of Limerick told through the eyes (and pen) of a boy whose goal in life is to keep himself and his brothers alive. A truly disturbing history of a boyhood with seemingly no future, or, as McCourt himself said, it wouldn't have been worth writing about. 'Tis on the other hand is the progression from boy to man in a foreign land with all the hardships, downfalls and sad-happy moments that only an immigrant or a slave can experience. The prose in 'Tis starts with the naive style that was dominant in Angela's Ashes but as the author matures from an (almost) innocent 19 year old to a sharp witted, sometimes ironic middle aged teacher, the prose also follows the same emotional development. If a comparison can be drawn between the two books then only in as much that both books are bittersweet, brutally honest and above all thoroughly open-hearted. I'm looking forward, in the next 20 years, to McCourt's recollections of being a retired grandfather! Frank McCourt has touched my soul....
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