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Daniel C. Dennett: Breaking the Spell: Religion as a Natural Phenomenon

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Breaking the Spell: Religion as a Natural Phenomenon

von Daniel C. Dennett

Penguin

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produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Update zur Religionserklärung: Von der Zwangsneurose zum Pfauenrad, 24. Februar 2007

Daß das Phänomen der Religion nach einer Erklärung aus der Natur- und Psychosozialgeschichte des Menschen verlangt, steht im Raum seit Hume 1757 die verbreiteten religiösen Vorstellungen als eher "Träume kranker Menschen" oder "übermütige Einfälle von Affen in Menschengestalt" sieht, denn als ernstzunehmende Beteuerungen eines Wesens, das sich selbst als vernünftig bezeichne. Seither sind die verschiedensten Ansätze vorgetragen worden. Freud fragt 1927 in die "Die Zukunft einer Illusion", welchem Umstand die religiösen Lehren ihre von der vernünftigen Anerkennung unabhängige Wirksamkeit verdanken und der Kern seiner Antwort ist: Wunschdenken und Wunscherfüllung auf Umwegen. Diese alten Gedanken der Aufklärung bleiben ohne Zweifel zutreffende Teile der Antwort. Wie all diese Erklärungen und die Versuche, sie zu unterlaufen, philosophisch zu werten sind, analysiert dann 1982 unübertroffen der gründliche Mackie in seinem "Wunder des Theismus". Den Evolutionsbiologen aber springen die oftmals verschwenderischen oder eben nur scheinbar verschwenderischen Investitionen der menschlichen Art in religiöse Rituale und Kulte ins Auge wie das Rad des Pfaus und so fällt ihnen noch eine Menge mehr ein, um die Religion zu erklären. Was im einzelnen, faßt Dennett kompakt zusammen (insbsondere S. 82 -92) und schon darum lohnt sich die Lektüre des Buches und erspart zur Not die einer ganzen Menge anderer. Vieles davon ist plausibel, jedoch leider auch in hohem Maße spekulativ, und niemand weiß so recht zu sagen, welche Bedeutung den einzelnen Erklärungsansätzen zukommt. Dennett aber benutzt diese Diskussion, um höflich und leise, mit Fortschreiten des Buches trotzdem immer entschiedener, das religiöse Denken und die Unentbehrlichkeitssansprüche der Religion zu unterminieren und die religiöse Kindererziehung in Frage zu stellen. Am Ende setzt er seine Hoffnung auf aufgeklärtere Kinder, die imstande sein werden, ihre Eltern zur Aufgabe veralteter Vorstellungen zu bewegen und unsere Kultur in einer positiven Weise weiterzuentwickeln. Hoffen wir's mit Daniel Dennett. Er selbst tut jedenfalls eine ganze Menge dafür.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wissen ist Macht!!, 23. Februar 2006

Daniel Dennett ist überzeugter Atheist und hat in den vergangenen Jahren viele religiöse Menschen gegen sich aufgebracht. In seinem Klassiker „Darwin’s dangerous idea“ von 1995 behauptete er, dass „[s]afty demands that religions be put in cages, too – when absolutely necessary“ (545).

In seinem neuen Buch „Breaking the Spell – Religion as a Natural Phenomenon“ verabschiedet sich Dennett von solchen polemischen Tönen und versucht den Leser davon zu überzeugen, dass sich alle Religionen endlich einer wissenschaftlichen Analyse öffnen müssen und sich nicht länger hinter der Ausrede des Heiligen verstecken dürfen.

Im ersten Teil „Opening Pandora’s Box“ begründet Dennett sein Anliegen, Religionen, so wie jedes andere kulturelle Phänomen auch, wissenschaftlich zu untersuchen: „Whatever religions provide for us, it is something that many think they cannot live without. Let’s take them seriously this time, for they might be right. But there is only one way to take them seriously: we need to study them scientifically“ (44).Wenig später richtet er sich direkt an die Leser, die nicht seiner Meinung sind und seine Methode ablehnen: „I for one am not in awe of your faith. I am apalled by your arrogance, by your unreasonable certainty that you have all the answers. I wonder if any believers in the End Times will have the intellectuel honesty and courage to read this book“ (51). Hoffentlich, hoffentlich…

Im zweiten Teil „The Evolution of Religion“ beschäftigt sich Dennett mit Fragen wie: Wie entstehen Religionen? Warum sind Religionen für so viele Menschen so attraktiv? Welcher Typ von Religion ist besonders erfolgreich?Basis seiner Argumentation ist das 1976 von Richard Dawkins eingeführte Begriff „meme“. Ein „meme“ ist ein kultureller Replikator, der bestimmte Ideen und Konzepte (Religion z.B.) von Generation zu Generation überträgt. Eine alternative Bezeichnung von „meme“ ist „culturegen“. Obwohl das „meme“-Konzept in den vergangenen Jahren heftig kritisiert worden ist, besteht Dennett auf dessen Gültigkeit und begründet dies in einem zusätzlichen Artikel, der im Anhang zu finden ist („The new replicators“, 341-357).

Nach dieser historisch-evolutionären Analyse, versucht Dennett im letzten Teil „Religion Today“ die Frage zu beantworten, wie wir heute verantwortungsvoll mit Religionen umgehen sollten.Deutlich wendet er sich gegen den Anspruch vieler Konfessionen ihre Anhänger mit absoluten moralischen Kategorien zu versorgen. Gerade darin liege, so Dennett, eine große Gefahr: „That’s why those who have an unquestioning faith in the correctness of the moral teachings of their religion are a problem: if they themeselves haven’t conscientiously considered, on their own, whether their pastors or priests or rabbis or imams are worthy of this delegated authority over their own lives, then they are in fact taking a personally immoral stand“ (295).

Lösung des Problems sei, nach Dennett, Bildung, Bildung und noch mehr Bildung: „Let’s get more education about religions into our schools, not less“ (327). Eine ausgewogene und faire Behandlung der Geschichte, Sitten und Gebräuche der zahlreichen Weltreligionen sei das beste Rezept, um Terror, Mord und Totschlag im Namen einer bestimmten „Wahrheit“ zu bekämpfen. Denn, so Dennett auf der letzten Seite: „Ignorance is nothing shameful; imposing ignorance is shameful“ (339).

Fazit: Eine beeindruckende Analyse des Phänomens Religion. Es bleibt zu hoffen, dass vor allem religiöse Menschen dieses Buch lesen werden. Dennett versucht nicht seine Leser zu strammen Atheisten zu bekehren. Vielmehr wirbt er dafür seinen eigenen Glauben nicht als absolut zu betrachten, sondern kritisch zu hinterfragen. Jeder Glaube, der das nicht zulässt, sei eine große und nicht zu duldende Bedrohung für Frieden und Freiheit auf unserem Planeten.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dennett's Dangerous Idea, 16. Februar 2006

Can religion be subject to scientific scrutiny? In this remarkable study, Dennett proposes that not only can religion studied be methodically, but that it should be. His suggestion will be stupefying to some, as he readily admits. Is your mind open to the notion that the vast repository of human values could be carefully examined? Then this book will provide many new paths for you to explore. He openly appeals to a wide audience, starting with his fellow countrymen. Dennett's ability to present complex issues, including those of social importance, in a clear and almost intimate manner should grant this book the wide readership he seeks.

The beginning chapter, "Opening Pandora's Box", reminds us that what was long considered inexplicable or mysterious can be revealed. He anticipates the criticism that "spiritual" things or "faith" aren't qualities that submit to analysis. The task, he acknowledges, is immense, but can be accomplished. Certain elements must be agreed upon, such as the definition of "religion". What we call religion, Dennett, contends, ought to exclude "spiritualism", fanatic devotion to secular items such as ethnic groups or idolizing sports figures. On the other hand religion is a dynamic and variable concept and tight demarcation is neither possible or desirable. Religion, then, is a social system incorporating supernatural agents that can reward or punish. Writers preceding him, such as Robert Atran, Pascal Boyer and Walter Burkert are acknowledged as good starting points. Dennett cites them often as contributors to his thinking. His distant, but highly influential, mentor is William James.

Although Dennett's atheism is well known, this book is anything but a call for the abolition of religion. Quite the reverse. He acknowledges the pervasive place of religion in human society. He asks how that came to be and thoroughly examines the various elements that comprise the makeup of a religion. Beginning with the concept of invisible "agency" as the explanation for unusual or unexpected phenomena, ideas about these agents became memes passed through and accepted by society. "Memes", a concept popularized by Richard Dawkins, are the mental equivalent of biological genes. Memes are ideas that replicate and expand through a population. In the case of religion, Dennett suggests, answers to the mysterious might be offered by society's older and wiser members. When such elders died, their transformation into agents themselves. It was almost inevitable, then, that human-like deities arose to be consulted and advise society on courses of action and behaviour.

Once established, and with such powerful agencies underlying them, religions mounted a defensive barrier against inquiry. This "wall" which ranges in firmness from mild disapproval to vigorous hostility, has prevented science from posing rational questions about religion's tenets. Dennett counters that religion should not be excluded from the range of topics that can be investigated. Language research has demonstrated that something seemingly too amorphous to clarify meaningfully can reveal a wide spectrum of human endeavours. He sets out a number of areas to investigate, such as the distinction between belief in a god and the "belief in belief". The latter is part of the glue of social cohesion and common purpose. Can we learn how that works? Dennett's earlier work on "intentional objects" is invoked to discuss how gods are perceived by believers. What will the deity do in a given circumstance? What must the believer do to condition response? These are all plausible questions for enquiry and Dennett seeks to have them pursued.

His final chapter is an outline of research paths that could be followed to investigate religion. He proposes a theory, which all readers are asked to challenge. He presents many commonly-held practices that are taken for granted, asking for explanations of why they exist and reconsideration of their value or impact. Should children receive religious instruction before they understand the issues? Is it "mental child abuse?". Should the practice be banned or is there another option? For this and other questions, evidence must be compiled and presented, along with countervailing theories, if they can be formulated. The only thing unacceptable is finding the quest itself unacceptable. Religion, Dennett notes, is too important to be beyond inquiry.

This book is rich with questions we should be asking ourselves, if we aren't already. Review them in this excellent call for explanations for an overlooked subject. Dennett knows that enquiry alone will not destroy religion. If it should, then religion's thrall on humanity was false to begin with. Dennett notes that if enquiry results in clarification and honesty, religion would emerge in a healthier condition. Whichever you wish or hope to achieve by investigating religion, it's clear the task must be undertaken. There are endless opportunities for research careers in the topics he lists for further exploration. Read this and find out where you might help take up the challenge. [stephen a. haines - Ottawa, Canada]


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Gibt es Gott? Oder haben wir ihn "evolutionär" erfunden?, 15. Februar 2006

Das es keinen Gott gibt, behauptet der Philosoph und Naturwissenschaftler Daniel C. Dennett, der eine ähnlich kühne These schon für die Freiheit aufgestellt hat. In dem internationalen Bestseller "Freedom Evolved". Mit der "Abschaffung" der Götter und des einen jüdisch-christlich-mohammedanischen Gottes wird er Millionen Menschen zumindest ärgern, aber sein Buch lohnt sich trotzdem. Unbedingt! Denn: Es macht schlauer. Selbst wenn man seine letzte Konsequenz - es gibt keinen Gott, sondern nur die Evolution - ablehnt, kennt man nach dem Lesen zumindest alle Argumente, die dafür sprechen und kann versuchen sie zu widerlegen. Dennett vertraut der Evolution, er sieht (so der Untertitel) "Religion as a Natural Phenomenon". Und er zitiert Hunderte von Forschungsergebnissen, die das begünden: Die Meme, die Informationspäckchen, die unseren Glauben an höhere Mächte seit Urzeiten von einer Generation an die andere weitergeben, helfen uns beim Überleben, oder genauer: Sie sorgen mit dafür, dass unsere Kinder und Enkel einen evolutionären Vorteil haben gegenüber denen, die an keinen Gott glauben. Genau wie die Gene, die zum Beispiel unser Immunsystem über Jahrmillionen verbesserten.Pure Provakation? Auch, Dennet provoziert gern, aber auf sehr höfliche (auch auf amüsante und immer nachvollziehbare) Art. Wichtiger aber ist: Er provoziert durch Fakten, die Forscher in aller Welt zusammengetragen haben. Bei "primitiven" Eingeborenenstämmen, bei den Erweckungspredigern in den USA, bei Buddhisten, Christen, Moslem und den Uraltreligionen, die wir nur aus der archäologischen Überlieferung kennen. Er kennt sich in der Biologie so gut aus wie in der Gehirnforschung, weiß über die aktuellsten Veröffentlichung in Psychologie, Soziologie und Religionswissenschaft Bescheid. Das Ergebnis seiner Recherchen und Überlegungen:Die Menschheit erfand Geister und Götter einschließlich des monotheistischen Allmächtigen. Wer an sie glaubt, erträgt ein schlimmes Schicksal leichter, ist - vielleicht - sogar netter zu seinen Mitmenschen, muss weniger Verantwortung für sich selbst übernehmen, weil er die an Priester, Päpste, Mullas oder Rabbis übertragen kann. Blasphemie? Ich bin überzeugt: Nein, denn Daniel C. Dennett spricht niemals schlecht von den Religionen. Er respektiert sie und ihre Anhänger, gerade weil ihr Glaube - seiner Meinung nach - ein Produkt der Evolution ist. Und die hat - seiner Meinung nach - immer Recht, denn ohne sie gäbe es niemand, der ihre Wirkungen erforschen könnte.

Dennet hat mich vom Agnostiker, einem Menschen, der eine höhere Macht für möglich hält, zum Atheisten "bekehrt", der sich - ohne göttliche Inspiration - als Teil der Natur und ihrer vielen wunderbaren Zufallsschöpfungen sieht und dankbar dafür ist. Ich empfehle deshalb jedem Neugierigen: Break the Spell! Durchbrechen auch Sie den Bann. Es macht erstaunlich frei.




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