Kundenmeinungen
Endlich verstanden..., 9. November 2007
Wer hat sie nicht in seinem twenty-something Freundeskreis, die Bekannten die in Afghanistan Entwicklungshilfe betreiben. Doch wie war es noch einmal mit Afghanistan, dem CIA, der Sowjetunion, den Taliban und bin Laden? Zahlreiche Fernsehbeiträge verwirren ein doch mehr als, daß sie helfen. Bei Adam und Eva angefangen, gibt dieses dicke Buch eine Menge antworten, zeigt Zusammenhänge und vor allem gibt einem Einblicke, wie manchmal Außenpolitik betrieben wird, nämlich ziemlich planlos. ?Was wäre wenn?? ist dann auch die Frage, welche einen bei der Lektuere des Buches beschäftigt. Gut zu lesen, macht man eigentlich nur Pausen um die Informationen zu verdauen, die einem dargereicht werden.
Verstehen, woher der Terror kommt - ein exzellentes Werk, 26. Januar 2007
Lesen Sie es. Das ist alles, was man dazu sagen kann. Wenngleich es sehr viel Text ist, der mit Details manchmal geradezu überfliesst, ist dieses Buch ein faszinierender, glaubwürdiger, genauer Grundstein, der einem ermöglicht, zu verstehen, wie der islamische Terrorismus entstanden ist. Woher er kommt, wer welche Rolle darin spielt. Der 'aha!'-Effekt ist unübersehbar. Warum sind die Saudis so eng mit Bin Laden verknüpft? Woher kommt Bin Laden eigentlich und wieso ist er so reich? Welche Rolle spielt die Besatzung durch die UdSSR bei der Entstehung von terroristischen Unterstützungsstrukturen in Afghanistan? Woher kam das Geld, mit dem Pakistan milliardenschwer die Freiheitskämpfer in Afghanistan unterstützte? Warum ist Afghanistan heute im Chaos? Antworten auf all diese und weit mehr Fragen gibt es in einem Erzählfluss besonderer Qualität in diesem Buch. Einfach nur unglaublich spannend!
Akribische Fleißarbeit, 19. Oktober 2006
Steve Coll, Verlagsdirektor der Washington Post, hat ein sehr lesenswertes Sachbuch geschrieben, in dessen Zentrum jenes Land steht, das von 1979 bis heute nie mehr zur Ruhe gekommen ist: Afghanistan. Coll kennt die Gegend selber aus eigener Erfahrung, da er von 1989 bis 1992 leitender Korrespondent der Washington Post für Südasien war. Er untersucht das für Außenstehende nur schwer durchschaubare Interessengeflecht von CIA, saudi-arabischem und pakistanischem Geheimdienst, von denen jeder sein eigenes Süppchen kochte. Es handelt sich um ein in jeder Hinsicht sehr journalistisches Buch. In jahrelanger Kleinarbeit hat der Autor unzählige Interviews und andere Quellen ausgewertet. Dies hat auch Einfluss auf den Stil des Buches. Es wird eben überwiegend eher "berichtet" als "erzählt".Im Wesentlichen ist das Buch strikt chronologisch aufgebaut. Es umfasst als Ereigniszeitraum die Zeitspanne von der sowjetischen Invasion Afghanistans bis zum 10.September 2001. Es soll somit natürlich auch der Epochencharakter des 11. September 2001 betont werden. Eine Ausnahme vom chronologischen Schema ist geschickterweise der Prolog, der im September 1996 beginnt, zu einem Zeipunkt, als Gary Schroen, nun Stationschef der CIA in Islamabad, seinen ehemaligen Standort Kabul besucht, 6 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges, zu einem Zeitpunkt, als die Taliban auf dem besten Weg sind das ganze Land zu erobern.Daraufhin ist Colls Werk in drei klar unterscheidbare Abschnitte unterteilt. "Blood Brothers" erstreckt sich von November 1979 bis November 1989 und untersucht, wie der Titel suggeriert, im Wesentlichen die Zusammenarbeit zwischen CIA und den Mujaheddin im Kampf gegen die sowjetischen Invasoren. Auch die Beziehung zwischen Bin Laden und dem saudischen Geheimdienst bleibt hier nicht außen vor. Der zweite Teil "The One-Eyed Man was King" beleuchtet den Aufstieg der Taliban unter Führung Mullah Mohammed Omars von März 1989 bis Dezember 1997. Der dritte Teil "The Distant Enemy" schließlich widmet sich der Jagd auf Osama Bin Laden von Januar 1998 bis zum 10.9.2001. Coll verucht alles in seinen größeren Berichtsrahmen zu rücken, ob es sich um die seit den 90er zahrleicher werdenen Terroranschläge der Al-Quaida handelt oder um die zahlreichen Meinungsverschiedenheiten zwischen State Department und CIA. Er zeigt ebenso auf, wie grundlegende Positionen Ende der 90er Jahre oft völlig andere waren als Ende der 80er Jahre. Ein wenig störend waren die teils etwas zu ausführlichen Personenbeschreibungen (er war so und so alt, sah so und so aus und hatte diese und jene Hobbys), ansonsten haben wir es hier mit einem sehr ausführlich recherchierten Kapitel der jüngsten Zeitgeschichte zu tun, das seinesgleichen sucht.
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