Kundenmeinungen
Sehr wichtiges Buch, 20. Juli 2007
In einer Zeit in der die Menschen in den westlichen Zivilisationen Freiheiten als selbstverständlich erachten, die teilweise für bestimmte Teile der Bevölkerungen erst in den letzten 100 bis 50 Jahren Gültigkeit bekommen haben, vergessen sie gerne, dass diese Freiheiten lange und hart erkämpft wurden und eben nicht selbstverständlich sind. Gerade in einer Zeit, in der der internationale Terrorismus Staaten dazu treibt, bürgerliche Freiheiten und Grundrechte einzuschränken im Namen einer verbesserten Sicherheit für alle darf man nicht aus dem Auge verlieren, wie viel Freiheit man wirklich bereit ist für die eigene Sicherheit aufzugeben und wo die Grundlagen der Gesellschaft selbst durch die Einschränkung in Gefahr gerät. Dieser Roman zeigt sehr deutlich, was geschehen kann, wenn zu viele Menschen in einem Gemeinwesen die eigene Entscheidung allzu lange hinaus zögern. Denn Gilead ist sicherlich ein hervorragendes Beispiel für einen Polizeistadt.
Fragezeichen, 10. März 2006
Der Inhalt und die Dramaturgie verrät dem Zuschauer (Leser) nicht, ob und in welcher Weise der Film über The Handmaid's Tale positiv oder negativ, in Bezug auf seine Anschauung, aufgefasst werden kann. Der Schluss kann sagen: Ein Entkommen aus dem Faschismus ist unmöglich, weil nur wenige es schaffen. Oder der Film, das Buch, macht eine gegenteilige Aussage: ein Entkommen ist möglich. Diese inhaltlich und dramaturgisch nicht gelöste Frage lässt den Zuschauer in einer Ungeklärtheit, da im künstlerischen Stoff zu wenig Kontrast ist; keine Konfliktrealisierung konstruktiver Art erkennbar ist. Beispiel einer dramaturgischen Kontrastwirkung: Es wird eine Szene eingeführt, in der darauf hingewiesen wird, dass die Hauptdarstellerin Kind und Mann, also solide Familie, hatte und dass von daher das Manöver, eine solide Familie zu zerreißen Irrsinn darstellt. Das wurde nicht artikuliert. Von daher wird die Botschaft des Films, des Buches, nicht deutlich. Noch deutlicher ein Beispiel: Die Hauptdarstellerin könnte die Perversion anklagen, dass Homosexuelle von der Kirche geächtet werden, dann aber eine Hausfrau, die keine Kinder bekommt, sich einer Frau bedient, um fruchtbar zu werden. (1. Buch Moses, Kapitel 30) Offenbar führt die Beziehung zwischen Frauen zu Kindern und es bedarf dabei nicht im geringsten der Zerstörung solider Familien; Ganz im Gegenteil, der Anerkennung der Homosexualität zur Fortpflanzung.
Auf diese Weise könnten also klare Bekenntnisse in die Geschichte eingebracht werden.
Super!, 4. Dezember 2005
Dieses Buch befasst sich mit allem, was das Schülerherz begehrt.Alle Kapitel sind einzeln zusammengefasst und analysiert.Von der Historie bis zum Leben von Margaret Atwood, alles ist hier behandelt.Für den Preis, ein super Buch.
Doesn't make the grade, 21. März 2005
I realise that this book has come in for a lot of praise, both by critics and by readers. For that reason I was quite excited to read it. However, I must admit that it left me cold. First, Atwood's writing simply does not appeal to me. This is always going to be a subjective evaluation, but I don't see why I should join everyone else in saying it is tremendous if I do not feel this to be the case. In my view, her writing is far too simplistic and rarely evocative. I frequently had the feeling that she uses this simplicity as a tool through which she can sidestep the challenges of writing the detailed descriptive passages that, for me at least, make fiction writing so enjoyable. She also sidesteps any number of issues in the story itself, never providing what I considered to be satisfactory explanations of matters essential to the plot. Not that I need everything to be neatly resolved at the end of a book, but I felt that Atwood's imagination just didn't have the stamina. I would also say that this is definitely a women's book. This is not meant as a criticism - it deals intensively with women's issues, which is fine. However, at some point the novel's unwavering portrayal of men as, variously, weak, oppressive, cruel, manipulative, murderous, opportunistic, pathetic or plain stupid does become a little tiresome, and is once again far too simplistic. I have to wonder what the reaction would be if the sexes' roles were reversed in this story? I think that the flattering comparisons this book curiously attracts to truly great works of fiction such as 1984 are misplaced. For me, both the flashback structure and the style reek of "writer's course", and there is a lot of obvious "button pressing" as the tale unfolds. Frankly, I found the entire experience fairly painful. Read in isolation, it is certainly not a "bad" book, but it simply cannot hold its own against genuine classics of a darker future, such as 1984 or Brave New World, which manifest real vision and challenge the reader with truly powerful writing. Given the book's simplicity, I think it is probably best for non-native speakers or for school children. In fact, I could almost imagine it becoming a classic school text, but unfortunately I left school quite some time ago. This is a very easy read. Put another way, I think that the writing weak and I would have expected more. I certainly could have lived without reading it.
Innenansicht einer totalitären Gesellschaft, 12. September 2003
Gleich der ebenso einfache wie rätselhafte erste Satz zieht den Leser in den Text hinein. Es stellt sich schnell heraus, daß wir in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft sind, in der christliche Fundamentalisten eine totalitäre Ordnung errichtet haben. Durch eine Ich-Erzählerin erfahren wir sukzessive, wie diese Ordnung funktioniert und wie es dazu gekommen ist. Manchmal fragte ich mich, ob Atwood nicht zuviel Zeit damit verbringt, dem Leser die von ihr erfundene Gesellschaftsordnung vorzustellen, als l'art pour l'art sozusagen. An anderen Stellen sah ich in der ausgeprägten Frauenfeindlichkeit des dargestellten Systems vor allem die Verarbeitung hysterischer feministischer Vorstellungen. Und tatsächlich vermag ich jenseits 80erJahre-Diskussionen keinen Grund zu erkennen, warum Atwood ausgerechnet eine solche Gesellschaft portraitiert. Insofern besteht wie bei Orwell, an den man gelegentlich denken muß, eine gewisse Zeitgebundenheit. Doch insgesamt sind das nur Mäkeleien. Der Text ist nicht nur sprachlich auf hohem Niveau, sondern auch wirklich spannend. Dazu beweist Atwood eine außergewöhnliche Sensibilität für das Leben in einer totalitären Gesellschaft, für das Erdrückende, die kleinen Wagnisse, das Mißtrauen, die geheimen Hoffnungen usw., usw. Am Ende klärt sich selbst die bis dahin ziemlich unklare Erzählsituation auf überzeugende Weise. Ein intelligentes, unterhaltsames und dazu noch lehrreiches Buch.
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