Kundenmeinungen
Einfühlsam und intelligent, 3. August 2008
On Chesil Beach handelt von einem jungen, ebenso sympathischen wie blauäugigen, charakterlich prinzipiell wunderbar harmonisierenden, vor der "sexuellen Revolution" aufgewachsenen Liebespaar (Edward und Florence), das in der Hochzeitsnacht aufgrund plötzlich nicht mehr verdrängbarer, seit jeher unausgesprochener Ängste - bzw. einer profunden Meinungsverschiedenheit über die Wertigkeit von Sex - in einer Kombination aus verletztem Stolz und situativer Überfordertheit in eine existenzielle Krise gerät.Eine Geschichte vor allem darüber, wie einzelne, kleine unüberlegte Wörter und Gesten, die quasi Unsagbarkeit des konsequent Tabuisierten, insbesondere aber das gedankenlose Nichtstun im entscheidenden Moment, eine verheerende irreversible Eigendynamik entwickeln kann.Das sehr schmale, in keiner Zeile geschwätzige, abwechselnd aus Edwards und Florences Perspektive erzählte Buch spielt sich allein am Abend der Hochzeit ab, ist aber mit zahlreichen Rückblenden und Erinnerungen der beiden Protagonisten kombiniert, sodass man genug biographisches Hintergrundwissen bekommt, um die Handlungsweisen Edwards und Florences nachvollziehen zu können.Sprachlich - wem der Vergleich nutzt - nicht so schwierig wie Atonement, für Nichtmuttersprachler aber sicherlich immer noch fordernd. Wer McEwan bislang im Original gelesen hat, kann auch hier getrost zur englischen Ausgabe greifen. Wer sich einmal am Original versuchen will, hat mit On Chesil Beach eine ideale Einstiegsmöglichkeit.Insgesamt ein sehr reifer, beeindruckend einfühlsamer und intelligenter, zugleich an vielen Stellen amüsanter Roman, der Ian McEwan hoffentlich einen Schritt näher zum längst verdienten Nobelpreis gebracht hat.
Beautifully told, 21. Januar 2008
This is an affecting description of misunderstandings between a naive young couple on their wedding night; told alternately from their parallel points of view leading the reader to feel sympathy for both. The story is set just before the supposed love revolution and will have resonances for older readers, but I think most people will empathize with the couple's anxieties. The writing is wonderfully fluent in evoking feelings and left me wishing that this short book had been longer. In the hardback edition the print is a good size and very clear with wider than average line-spacing -- a boon for reading in poor light. I would also recommend reading The Fates by Tino Georgiou, if you haven't already. A truly superb novel.
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